Suchtmensch

November 20, 2009 von adulto

Sucht, dass ist für viele Menschen in erster Linie Drogensucht, Fettsucht, etc. in erster Linie also in irgendeiner Weise ein zwanghafter Überkonsum. Doch ich bin der Ansicht, dass Sucht von Suche kommt. Die Definition von Sucht ist kulturell vielfältig. Doch im Endeffekt ist jeder Mensch ein Suchtmensch. Sucht ist Suche nach einem Sinn für ein sinnloses Leben. Da ist es völlig egal, wo der Mensch den Sinn zu erkennen glaubt. Seien es Drogen, sei es Vergnügen, sei es Essen. Oder Liebe. Den Rest des Beitrags lesen »

Medizinischer Check

November 18, 2009 von adulto

Tatsächlich gibt es an japanischen Universitäten so ziemlich jedes Jahr einen medizinischen Check, in dem die örtliche Abteilung für medizinische Angelegenheiten die Studenten auf Herz und Nieren überprüft. In diesem Zusammenhang bekomme ich in 3 Wochen auch die Ergebnisse meiner Blutwerte, etc. Erst wurden bei mir natürlich die Lungen geröntgt und ich musste angeben wieviele Jahre ich rauche. Da es nur 2 Monate sind, habe ich die Jahre einfach weggestrichen und Monate hingeschrieben. Dann kam Sehtest, Hörtest, Blutdruck, Gewicht und Größe dran. Wobei sich herausstellte, dass ich in bester körperlicher Verfassung bin. 4 Kilo abgenommen habe und aktuell mit Idealgewicht und idealem Blutdruck durch die Gegend laufe, sowie auch sonst in bester körperlicher Verfassung bin. Muss nur aufpassen, dass ich nicht noch weiter abnehme, was so viel heißt wie: Ran ans Futter.

Zwei Schweine

November 17, 2009 von adulto

Leistung muss sich lohnen!

November 16, 2009 von adulto

Leckt mich! Überall im politischen wie auch gesellschaftlichen Diskurs ist immer wieder von Leistung die Rede, dabei hat der Terminus nur positive Konnotationen, eine einzige Ausnahme stellt wohl der Begriff Leistungsgesellschaft dar. Ein Begriff, der mit sozialer Kälte eingeht, in der in sozialdarwinistischer Manier, die (Leistungs-)Starken über die Schwachen siegen und das Sagen haben. Dieser Begriff wird grötenteils vermieden, wahrscheinlich weil sich der soziale Terminus „Gesellschaft“ mit dem Begriff „Leistung“ beißt. Eine Gesellschaft ist schließlich nicht dazu da die Schwachen auszugrenzen. Soziales Miteinander von Menschen zeichnet sich immer dadurch aus, dass die Kranken und Schwachen von den „Leistungsträgern“ mitversorgt werden. Dass man Kranke und Alte nicht einfach ihrem Schicksal überlasst und sie sterben lässt, ist vielleicht der Meilenstein in der Sozialgeschichte des Menschen. Der Moment, in dem der Mensch vom Tier zum sozialen Tier wird.

„Leistung muss sich wieder lohnen“ plakatierte die FDP vor dem Bundestagswahlkampf. Dieser Slogan ist nicht weniger als eine Verherrlichung der Leistungsgesellschaft und eine Ausgrenzung aller sozial bzw. leistungsschwachen Mitglieder dieser Gesellschaft. Die Neoliberalisierung der Gesellschaft ist weiter fortgeschritten als man es denken mag. Selbst menschliches Können wird in Zahlen abgedruckt. Das Gehalt bestimmt den Status. Man wird eher für seine Luxuswohnung in Shanghai bewundert, als wenn man ein Jahr durch China getrampt wäre. Der Mittelstand wird dann so gerne als Leistungsträger der Gesellschaft benannt, als Stütze der Gesellschaft, die man entlasten müsste. Aber wenn man diese Stütze entlastet, muss man dann nicht die Last auf eine neue Stütze verteilen? Vor lauter Entlastungen wird gar nicht klar, dass die sogenannten Leistungsträger vielleicht die Glücklichsten in der Gesellschaft sind. Diese werden entlastet, aber das Prinzip der Gesellschaft wird ausgehöhlt. Immer mehr Leistung und immer weniger Gesellschaft. Jeder ist sich selbst der Nächste. So wird immer diskutiert, wo man Geld sparen könnte. Solidaritätsbeitrag streichen? Der Osten ist doch sowieso besser ausgebaut als der Westen! Arbeitslosengeld kürzen? Wer nicht arbeiten will, hat kein Recht anderen das Geld abzuschöpfen. Vielleicht ist Leistungsgesellschaft so ein häßliches Wort, weil es die Menschen daran erinnert wie durchliberalisiert ihr Leben geworden ist. Was keinen Profit abwirft, hat keinen Wert. Den Rest des Beitrags lesen »

Steinbach und das deutsch-polnische Verhältnis

November 13, 2009 von adulto

Betrachtet man die Diskussion über die Entsendung von Erika Steinbach, Präsidentin des BdV, in die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, die sich für das neue Vertriebenenzentrum verantwortlich zeichnet, so kann man natürlich denken, dass die Diskussion irgendwie schon seit der Großen Kuschelkoalition unterschwellig gärte. Jetzt gewinnt die Diskussion aber endlich mal an Fahrt, da sich die FDP (Gott segne sie) entschieden gegen eine Entsendung von Steinbach stellt. Wie kann man jemanden in eine Stiftung, die Versöhnung im Namen trägt, entsenden, der in Polen sich ausgesprochener Unbeliebtheit erfreut? Wie kann die CSU behaupten, dass das das Problem der Polen ist? Von welcher Ignoranz zeugt so ein Denken? Die Geschichte der Vertreibung ist eine deutsch-polnische Geschichte und belastet nach wie vor das Verhältnis der Staaten zueinander. Von Freundschaft möchte ich aus eigener Erfahrung nicht so gern sprechen. Viele Polen lernen aus rein wirtschaftlichem Kalkül Deutsch, stehen Deutschen allerdings sonst nicht besonders positiv gegenüber. Verständlich, dass die Aussöhnung stockt, wenn ein Großteil der polnischen Schüler Deutsch lernt, zumeist schon als erste Fremdsprache in der Grundschule, dagegen nur 1 % der deutschen Schüler einen Polnisch-Kurs besucht haben. Erika Steinbach erfreut sich in Polen keiner Beliebtheit, ob der Tatsache, dass sie damals bei einer Abstimmung über die Endgültigkeit der Oder-Neiße-Grenze zu Polen gegen dieses Gesetz stimmte. Während also polnische Politiker, die lange nicht die deutsch-polnische Grenze in Frage stellen als Rechtspopulisten verschrien sind, wird Frau Steinbach wie ein nationales Gut behütet. Den Rest des Beitrags lesen »

Als der Sommer ging

November 12, 2009 von adulto

Als der Sommer ging, nahm er mich mit. Er flog mit mir durch die halbe Welt und machte keine Anstalten zu halten. Ich ging mit einem sommerlich sonningen Lächeln und genoß seine Anwesenheit. Der Sommer hat mich nie alleine gelassen. Zumindest mich nicht.

Du sitzt an deinem Fenster in deinen warmen Sachen und sehnst dich nach dem Sommer zurück. Als der Sommer dich verließ, warst du zwar darauf vorbereitet, aber du wolltest doch nicht, dass er geht. An dem Ort, an dem du bist, wechseln die Jahreszeiten und der Sommer kommt nur gelegentlich zu Besuch. Du, als Kind des Sommers, mit deinem sonnigen Lächeln, hast dein Lächeln verloren, denn der Winter hat deine Gesichtszüge eingefroren. Aber ob du dem Sommer eine eisige Träne nachweinst, weiss ich nicht. Ich würde es mir wünschen. Vielleicht denkst du aber auch, dass ich dir den Sommer gestohlen habe. Ich ihn fortnahm und nicht er mich. Einem von mir gestohlenen Sommer würdest du sicher keine eisigen Tränen nachweinen. Dann würdest du auch sicher nicht an deinem Fenster sitzen und an den verlorenen Sommer denken. Du wärest draußen mit deinem Sommer-Lächeln, die Kälte schmelzen und die Jahreszeiten einfach weiterfließen lassen.  Den Rest des Beitrags lesen »

HY

November 10, 2009 von adulto

Schon lange nix mehr über Musik geschrieben, dabei ist mir jetzt eine wirklich gute Crossover-Indie-Band mit dem Namen „HY“ unter die Finger gekommen. Natürlich sind die 5 aus Okinawa, wie soll es denn auch sein, so wurden mir letztens erstmal zwei Miss Japan (die eine war wohl sogar Miss Universe) vorgestellt, die in jüngster Zeit aus Okinawa stammen. Die Bemerkung dazu war, dass Okinawa irgendwo das exotische Japan ist und dass die Lebenseinstellung sich doch in gewisser Weise genau wie die Ausstrahlung der Menschen von Gegenden wie Tokyo unterscheidet und daher als besonders exotisch angesehen wird. „HY“ steht als Musikformation in so namhafter Gesellschaft wie „High and Mighty Color“, Amuro Namie, Kiroro oder auch Gackt. Dafür, dass Okinawa mit eine der kleinsten Präfekturen Japans ist, ist der Ausstoß an Künstlern und Berühmtheiten doch überproportional hoch. Mir ist ebenso aufgefallen, dass das typisch Okinawa-spezifische Instrument, die San-shin, sich nach wie vor doch großer Beliebtheit erfreut, was sicherlich auch mit damit zusammenhängt, dass moderne Künstler dieses traditionelle Instrument in ihre Lieder sinnvoll mit einbeziehen. Berühmtestes Beispiel ist sicher „Shima Uta“, aber auch HY bedienen sich in folgendem Lied der San-shin.

Der Spiegel

November 8, 2009 von adulto

Die Sachen in meinem Schrank wirken so einsam. Ich weiss nicht genau wieso, aber es scheint, als würden sie jede Nacht weinen. Jeden Tag hänge ich sie draußen auf. Der warme Wind trocknet ihre Tränen, aber nachts hör ich aus meinem Schrank immer wieder ihr Schluchzen. Dennoch weckt es mich nicht, weil ich selber nicht die Augen schließe. Also sitze ich nachts da und tröste die durchnässten Sachen. Vielleicht wäre es einfacher sie einfach in den Trockner zu tun, aber ein Trockner kann nicht trösten. Ein Trockner kann Tränen trocknen, aber er versiegelt nicht die Quelle. Meine Sachen vermissen es gestapelt neben deinen Sachen zu liegen.

Wenn es nicht so wäre, würde meine Zahnbürste nicht so einsam dreinblicken, wenn ich sie morgens in die Hand nehme. Neben ihr ist bereits eine neue Zahnbürste, aber deine Zahnbürste scheint wohl etwas Besonderes gewesen zu sein. Mit der fremden Zahnbürste ist sie vielleicht nicht alleine, aber die Definition von Einsamkeit geht über das Alleinsein weit hinaus. Dinge sind nicht einfach nur Materie, sie sind das, was wir ihnen an Bedeutung zuschreiben, insofern ist die Welt, bist du, ist die fremde Zahnbürste viel mehr als ein Stück Materie. Ich will mir das nicht eingestehen, aber wenn ich morgens in den Spiegel sehe, sehe ich dich, obwohl oder gerade weil du nicht da bist. Dabei spiegelt ein Spiegel doch nur die materielle Welt ab. Aber in meiner Welt erscheinst du im Spiegel und legst deine Arme um meine Schulter. In meiner Welt tröste ich leblose Dinge, aber eigentlich tröste ich mich selbst. Auch meine Sachen sind nur Dinge, die etwas reflektieren, was Bedeutung trägt. Alles ist irgendwo ein Spiegel.

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Mein Zimmer auf Okinawa

November 7, 2009 von adulto

Heute morgen hatte ich die Schnapsidee ein Video über mein Zimmer zu drehen. ^^

Wo man auch hinsieht, überall Referate!

November 3, 2009 von adulto

Ich weiss gar nicht, wieviele Referate ich hier schon halten sollte und noch halten werde müssen. Da war natürlich zu allererst das Referat über selbstgewählte Nachrichten. Dann sollte ich am Montag spontan einen kleinen Vortrag über meine Reise nach Tokyo zum DAAD halten (Donnerstag soll ich mit Fotos ausführlicher berichten, was hoffentlich nur ein Scherz ist), nach dem spontanen Kurzreferat hielt ich mit Heejong noch ein Referat über die Kursreise zum Naha-Markt, wo wir allerlei lustige Sachen raussuchen mussten. Freitag soll ich dann ein Selbstvorstellungsreferat halten. Nächste Woche ein Referat über mein Forschungsthema. Wäre ich Freitag da gewesen, hätte ich noch ein Referat über sonst was halten müssen. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich hier jede Woche irgendein Referat halten darf. Da ich an die Sache aber immer locker flockig und relativ frei vorbereitet rangehe (Ohne Blätter und Memos), hält sich der Aufwand in Grenzen, der mentale Stress lässt mich in Zukunft aber sicher noch tiefer in Tabak- und Alkoholsucht abdriften.