Natsukashii ist ein ziemlich japanisches Wort, beschreibt es doch ein Gefühl von Sehnsucht, das mit positiven oder auch bittersüßen Erinnerungen gefüttert sein, wobei ein Schuss Melancholie auch mal mitschwingen darf. Das ist zumindest mal meine eigenwillige Definition dieses Wortes. Das Gefühl hatte ich beispielsweise beim Empfang des DAAD, wo es schön Graubrot und Würstchen gab. Viel mehr hatte ich es aber jetzt dieses Gefühl von Natsukashiiness, als ein ganzer Schwall Erinnerungen mich zu überfluten begann. Leos kurze Mitteilung, dass Saya in Berlin sei und dort studiere, ließ mich auf eine Reise ins Jahr 2005 gehen. Eine Zeit, in der vielleicht mein Wunsch Japanisch zu studieren durch zwei Kinobesuche überhaupt erst entstand. Doch wer war eigentlich Saya? (mehr…)
Archiv für die Kategorie ‘Das Leben’
Natsukashiness
Oktober 26, 2009Vive la France!
Oktober 25, 2009Gestern war ja DAAD-Empfang in Okinawa und als ich dann das schöne Graubrot und die Würstchen, den deutschen Wein und die vielen Deutschen gesehen habe, überkam mich das erste Mal wirklich ein wenig Heimweh. Es war in jedem Fall ein sehr lustiges Zusammentreffen zwischen Japanern und Deutschen. Kurosawa-sensei, Deutschlehrer an der Ryukyu-Daigaku, hat dann auf meine Nachfrage auch angeboten, dass ich mir mal seinen Unterricht ansehe, weil mich echt interessiert wie Japaner Deutsch lernen. Nachdem das Büffet dann aufgebraucht war, machte ich mich mit zwei weiteren Deutschen (gut angetüdelt vom Weißwein) auf den Weg in mein Wohnheim, wo eine Willkommensparty für alle neuen Studenten stattfand. Betrunken war ich net wirklich, aber ich war ganz locker, aber das lag vielleicht an den anderen Leuten, die alle schon gut betrunken waren.
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Randomness
Oktober 24, 2009Da sitzt man Ende Oktober auf einer kleinen Insel, schaut durch sein Mückengitter, weiß, dass die Wäsche auch im Taifun nicht trocknen wird und fragt sich manchmal, wieso man überhaupt noch T-Shirts trägt, wenn man die sowieso durchschwitzt. In Unterwäsche rausgehen traue ich mich vielleicht kurz vor meinem Abflug, aber jetzt will ich noch nichts riskieren.
Montag steht direkt mein erster Test und mein erstes Referat vor der Tür, da passt es vielleicht nicht so gut, dass nen Taifun aufzieht und heute Abend noch eine DAAD-Veranstaltung in Okinawa ist. Nächste Woche habe ich ja schon wieder eine DAAD-Veranstaltung in Tokyo, danach ist aber hoffentlich erstmal ein wenig mehr Zeit zum Pauken. Naja, wahrscheinlich eher nicht, ich lerne hier in so kurzer Zeit so viele neue Leute kennen, dass ich mich selbst wundere und es mir schwer fällt die Leute irgendwie in meinen engen Stundenplan zu pressen.
Nun ja, wenigstens habe ich damit keine Probleme. Tatsächlich ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass ich auf Japanisch viel offener bin als auf Deutsch. Keine Ahnung, hängt vielleicht mit den positiven Konnotationen zusammen, die ich mit der Sprache noch aus dem Sushi-Laden habe. Gestern hat mich die Neeltje, Gott sei Dank, darauf hingewiesen, dass man mit Skype auch aufs Festnetz anrufen kann, wenn man bissel was bezahlt. So konnte ich das erste Mal seit ich nach Okinawa gekommen bin, mal mit meiner Mutter reden und die ganzen Erlebnisse los werden.Heute, Montag, Dienstag und alles von Donnerstag bis Sonntag ist verplant. Gott, bin ich froh, wenn die Woche vorbei ist.
Exzess
Oktober 18, 2009Gestern mit ner weiteren Deutschen einfach mal spontan ins Taxi gestiegen und in den Underground-Club in Naha gefahren. Den Samstagabend zu Hause verbringen wollte ich dann eigentlich doch nicht. Ich hatte den ganzen Tag gelernt und wollte einfach mal raus. Hab dafür auch das Taxi bezahlt, das nicht so ganz billig war, aber naja, man muss halt auch mal spendieren können. Wenn ich zu viel lerne oder etwas Anstrengendes mache, habe ich immer das Gefühl, dass ich das irgendwie ausgleichen muss. Gestern hab ich mir dann schon vor dem Club bereits zwei Chu-Hai gegönnt. (8%) War dann dementsprechend schon ganz okay dabei. Gefährlich wurde es dann als wir zu zweit halt schon relativ früh da waren und deshalb Sitzplätze inklusive freier Softdrinks und freiem Awamori (!!!!!) bekommen haben. Dass neben uns noch ein älterer Typ saß, der Miyagi (Mr. Miyagi aus Karate Kid war ja auch aus Okinawa!) heißt und uns dauernd so nen komisch süßen (Logikkette: nicht starken) Kirschlikör eingeschenkt hat (auch kostenlos), war schon krass. Ich, meine gute Erziehung beachtend, ließ den Awamori stehen (nachdem halt die halbe Flasche schon leer war) und widmete mich dem Kirschzeug, das wirklich lecker war. Danach ging bei mir aber net mehr viel in Sachen Frauen klar machen oder so. Die Menge war vielleicht nicht so ausschlaggebend, vielleicht war es mehr die Zeit. Gegen 1 Uhr verließen wir dann den Club (ich mit Mr. Miyagis Nummer im Handy) und musste mir leicht spöttische Worte anhören, dass ich auf Männer eine faszinierende Ausstrahlung habe. Damit diese Geschichte noch eine Moral bekommt: Bist du vor dem Club schon dicht, trinke fremde Schnäpse nicht.
Izakaya
Oktober 12, 2009Als Izakaya bezeichnet man gemeinhin eine typisch japanische Kneipe, in der es neben schönem Alkohol auch noch leckeres Essen gibt. Insofern ist der Besuch dieser Einrichtung für mein Verständnis von japanischer Ess- und Trinkkultur von essenzieller Bedeutung. Glücklicherweise ist Anna (eine Freundin aus Tokyo) für ein paar Tage rüber nach Okinawa gekommen und hatte dabei auch gleich ein Auto gemietet. Freitag ging es dann abends zu zweit zu einem ganz netten Izakaya in der Nähe, wo wir denn auch bissel was an Kohle liegen gelassen haben. Ich hatte zwei leckere große Kirin und wagte mich danach dann tatsächlich noch an den Awamori (Okinawa-Schnaps), während Anna sich mit Oolong-Eistee begnügen musste (Fahrerin…). Gegessen wurde natürlich auch. Ich bestellte mein über alles geliebtes Buta-Kimchi (Schweinefleisch mit scharfem Kohl) und Anna irgendwas Pfannkuchen-mäßiges, was aber auch verdammt lecker war.
Herzklopfen
September 5, 2009Seit dieser Monat angefangen hat, bin ich unruhig geworden. Es ist mein letzter Monat in Deutschland und die Vorstellung ein Jahr weg zu sein hat etwas Berauschendes und zugleich etwas Beunruhigendes. Wenn ich mich nicht ablenke, rast mein Herz vor Vorfreude und Nervosität. Ablenken fällt aber schwer, wenn dir dauernd die gleichen Fragen gestellt werden: Wann gehst du nach Okinawa? Wie lange? Du freust dich doch bestimmt? Und deine Freundin? Jeder neuen Person, der ich begegne, muss ich meine Geschichte erzählen. Ein ewiges Déjà-vu, dem ich höchstens abgewinnen kann, dass ich meine Geschichte schon perfekt auf Japanisch wiedergeben kann. Bei den vielen Japanern, denen ich in der letzten Zeit begegnet bin, kein Wunder. Das freut mich einerseits, andererseits ärgert es mich. Da habe ich jahrelang in Düsseldorf gelebt und die einzige Japanerin, die ich ausserhalb der Uni kennengelernt hab, war meine Sprachpartnerin. Jetzt kommen fast wöchentlich neue Leute hinzu, obwohl ich eigentlich bald abhaue. Ob ich es in Okinawa auch so einfach haben werde, Kontakte zu knüpfen? Wer weiß das schon. Am Anfang dachte ich noch, dass das Herzklopfen von den doppelten Espressos kommt, die ich dauernd trinke. Wahrscheinlich ist es aber nur das Gefühl in ein Schwimmbecken zu springen und nicht zu wissen ob es voll, halbvoll oder leer ist.
Lost in Leverkusen – Drei Geschichten über Trennung
August 25, 2009„Nomikai“ bezeichnet in der japanischen Sprache gemeinhin das Treffen einiger Leute, die sich einen hinter die Binse kippen. Zu deutsch also ein Besäufnis. Gestern wollte ich unbedingt mal wieder so richtig einen runterkippen. Der geplante Absturz also. Wenn man seinen Absturz plant, geht das selten gut. Fing aber alles noch harmlos an. Suzuki-san (Arbeitskollege mit Ganzkörpertattoos) hat mich mitgenommen und wusste selber nicht so genau, wer kommen würde. Ich traf Suzuki am Bahnhof und er hatte schon Wein und Bier dabei. Es ging dann in den Keller des Nikko-Hotels im Japan, wo man sich gepflegt an einer Bar betrinken oder in die Karaoke-Boxen gehen kann. Für mich war an dem Abend alles für lau. Nachher war ich dennoch um 23 Euro ärmer. Wieso? Das ist eine lange Geschichte.
Der Pole in dir
August 10, 2009Erstaunlicherweise war heute mein Masterchief noch bei der Arbeit, obwohl er an dem Tag eigentlich nicht Schicht hatte und sprach mich dann gleich zu Beginn auf etwas sehr Unangenehmes an. Als ich letzte Woche mit der anderen studentischen Hilfskraft zusammen Schicht hatte, fehlte am Ende das Delivery-Geld bei der Endabrechnung in der Firmenzentrale. Heißt: die Kohle wurde geklaut oder hat sich in Luft aufgelöst. Da ich für mich ein absolut reines Gewissen habe (die 4 Euro Trinkgeld waren für mich an dem Tag schon wie Weihnachten) und das nicht im Daumschen Sinne und ich der anderen Mitarbeiterin nen Diebstahl auch nicht zutraue, ist das Geld wohl wirklich im Nichts verschwunden, weil wir zu hektisch und schlampig gearbeitet haben. Kurzzeitig dachte ich schon, dass ich unterbewusst am letzten Montag zum stereotypen Polen mutiert bin (so Hulk-mäßig), tatsächlich finden sich für letzte Woche keine Puffbesuche, keine Champagnerrechnungen, geschweige denn Lokalrunden, die ich auf einer Feier zu meinen Ehren geschmissen haben könnte.
DAAD-Stipendium bekommen
Juli 9, 2009OH YEAH!
Japanische Esskultur
Juli 8, 2009Mit freundlicher Unterstützung aus Okinawa konnte ich die letzten Wochen diesen Blog leider nicht führen. Das Problem war einfach, dass ich die ganze Zeit am Essen war. Die japanischen Köstlichkeiten, die mir zubereitet wurden, lenkten mich von Studium, Freunden und der realen Welt ab. Dennoch stand die (immer noch nicht endende) Reise ins kulinarische Schlaraffenland niemals zur Disposition. Eine kleine Dia-Show der leckeren Sorte. (japanischsprachige Rezepte findet man übrigens hier.)






