Ein zerplatzter Traum
Juli 3, 2008Meine Bewerbung für das Auslandsjahr im Sommersemester 2009 an der Bunkyô-Daigaku in Saitama war nicht erfolgreich.
Meine Bewerbung für das Auslandsjahr im Sommersemester 2009 an der Bunkyô-Daigaku in Saitama war nicht erfolgreich.
Ja, tatsächlich bot die heutige Vorlesung zum polnischen Exil im 2. Weltkrieg eine interessante Neuigkeit. In der Reihe großer polnischer Leistungen (Liberum Veto, erste Verfassung Europas) steht auch die Dechiffrierung des deutschen Enigma-Codes durch Marian Rejewski, einen polnischen Mathematiker. Die Nazis verbesserten nach einiger Zeit zwar die Enigma, allerdings gelang die erneute Dechiffrierung dann wieder unter Zusammenarbeit französischer, polnischer und britischer Mathematiker. Nichtsdestotrotz wurde Rejewskis Leistung als bahnbrechend betitelt. Bravo, Herr Rejewski. (Bildungsauftrag erfüllt.)
Heute habe ich mir so gedacht: Ach, lässt du mal Uni Uni sein und geh mal später nicht zu deinem Geschichtsseminar. Der Text war zu anstrengend und da ich ja gestern schon einen Japanisch-Test schrieb, waren die Kräfte größtenteils aufgebraucht. Also traf ich mich mit Mr. Mos und wir gingen in die Altstadt, schauten uns etwas um (wonach bleibt geheim), tranken dann bei Nele eine Apfelschorle, langweilten uns 2 Stunden bis sie vom Arzt zurück war und gingen dann nach Hause. Zwischendurch wurde mir und Mr. Mos noch Gesellschaft von Funda und Rojo geleistet. Zu Hause zerrte ich meinen erschöpften Körper in die Dusche, duschte kalt, zerrte den erfrischten Körper heraus, machte mir Essen und fühlte mich ein wenig schlecht, dass ich nicht zum Seminar gegangen bin. Als ich die Uni-Mail checkte stand da doch tatsächlich, dass mein Seminar, dass ich eigentlich schwänzen wollte, wegen Krankheit der Dozentin ausfiel. Ich kann nicht mal mehr richtig schwänzen, unglaublich…
Was Rojo heute gelernt hat:
“Sie wird dir einen Strick draus drehen.” (= sie wird das gnadenlos ausnutzen (zu deinen Ungunsten). / Strick = Seil, mit dem man sich erhängt)
“Sie hat mehrere Eisen im Feuer.” (= sie hat mehrere Auswahlmöglichkeiten. / oftmals verwendet wenn man mehrere Liebschaften hat)
Ja, am 19.04.1987 erblickte an einem Ostersonntag der kleine Adam David Jambor in der Kleinstadt Ozimek in Oberschlesien das Licht der Welt und wusste zu der Zeit noch nicht, welch große Feier ihm 21 Jahre später an zwei Orten im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen bevorstand. (more…)
“Ist es in Deutschland nicht gerade noch ziemlich früh?? Ich bin überrascht über ihre schnelle Antwort.” Mit diesen Worten antwortete mir die freundliche Dozentin, die meine Hausarbeit erhielt und tatsächlich ist ihre Verwunderung nicht unbegründet. Es war 10 nach 3 (morgens/nachts) als ich die Mail abschickte und naja, ich frage mich selbst gerade, was mich in dieser Nacht so lange wach hielt, ach ja, waren die Japanisch-Hausaufgaben, die ich möglichst gewissenhaft machen wollte. Allerdings ist mir der Einfall hierzu auch erst um 2 oder so gekommen. Dafür habe ich heute die gesamten Hausaufgaben für die ganze Woche erledigt, weil ich einfach net genau wusste, was speziell zu Dienstag auf war. Nun dürfte allerdings meine Nachtschwärmerei und meine Vorliebe für nächtliche Mails an Dozenten herauskommen und meine Exmatrikulation wird wohl nur noch eine Frage von Nächten sein. Was soll ich denn nun auf solch eine Frage überhaupt antworten? Leave me rat- and restless.
Naja, was soll ich schon sagen. Nach 1 1/2 Monaten faulenzen, fressen, saufen und schlafen, war es eine Zumutung um 10 Uhr aufstehen zu müssen, aber hey, was tut man nicht alles für ein erfolgreiches Studium, ne? Es war ziemlich entspannt, auch wenn mir das neue Japanisch-Buch immer noch nicht so ganz gefällt, aber der neue Lektor ist ziemlich cool und entspannt, daher denke ich, dass es eine schöne Woche wird. Nur langsam is mir nach Frühling…
Nun ja, heute mal einfach noch bis kurz vor 5 aufgeblieben, um die Drecks-Fußnoten (der Anruf kam gegen 15 Uhr) einzufügen, war ne ganz schöne Copy & Paste-Aufgabe bei 30 Fußnoten. Naja, man soll jetzt nicht denken, dass ich ununterbrochen bis halb 5 gearbeitet hätte, denn eigentlich war es nur ne gute Stunde Verschlimmbesserung der Arbeit. Bis halb 4 hab ich noch bei Iwan Playstation 2 gezockt und Tee getrunken. Heute Mittag treffe ich noch Tzu-Yu in der Mensa, um ihr bei der MRG-Vorbereitung zu helfen, danach gehts wieder mit Iwan und Tzu-Yu (was für ein lustiges internationales Trio) in die Bibliothek (aka Toshokan), damit ich dann meine Sozialsystem-Hausarbeit beginnen kann. Schlafen? Kann ich wenn ich tot bin.
Manchmal fällt es mir wirklich schwer, mich dazu zu bewegen, Vokabeln und Zeichen zu pauken. Jetzt habe ich mich aber wieder ein wenig besonnen und mache einfach das, was ich früher immer getan hab. Ein japanisches Lied in der englischen Übersetzung zu lesen und es zeitgleich laufen zu lassen. Besonders die schön atmosphärischen Texte mit Sinn haben es mir da angetan. Hier sei als Beispiel Dir en greys einzige echte Ballade vom Bretter-Album “Withering to death” zu nennen: “Higeki ha mabuta wo oroshita yasashiki utsu”. Ein Titel den Japaner kaum übersetzen können, weil er ein Wortspiel enthält, ungefähr heißt es aber “Die Tragödie liegt auf dem Augenlid einer Person”. Vielleicht der lyrischste Song, den Kyo je schrieb.
1,7 in der mündlichen Prüfung, mir sind einige japanische Begriffe nicht über die Lippen gekommen (bin irgendwie nicht darauf gekommen, sie zu verwenden) und bei einer Frage hab ich gestockt, aber sonst alles paletti, ich bin glücklich und kann mich wieder ganz Churchill und dem japanischen Sozialsystem widmen.