Archiv für die Kategorie ‘Film’

Chungking Express

Juli 25, 2008

Der Film “Chungking Express” des HongKong-Regisseurs Wong Kar-Wai (”2046″, “In the Mood for Love”, “Fallen Angels”) gilt als sein Durchbruch im Westen. Der Film schaffte es mit persönlicher Unterstützung Quentin Tarantinos in die westlichen Kinos und verschaffte dem Regisseur eine treue Fangemeinde im Westen. Seine Filme handeln von Liebe und Liebesschmerz, wobei “Chungking Express” insofern besonders ist, als dass der Film voller komischer Typen und poetischer Betrachtungen der Liebe ist. Man lacht und denkt nach, dieses Kunststück ist ihm danach nicht nochmal in dieser Form gelungen, denn die folgenden Werke waren ernster und verträumter. (more…)

Gestern: “Bandidas”

März 30, 2008

Ja, gestern lief auf Premiere (bezahlt und absolut legal) der Film “Bandidas” mit Salma Hayek und Penélope Cruz, der tatsächlich auch allein von den beiden Frauen getragen wurde. Ziemlich selbstironisch und bewusst stereotypisiert dreht sich im Film alles um die beiden weiblichen Hauptfiguren, die in Robin Hood-Manier (von bösen amerikanischen Kapitalisten übernommene) mexikanische Banken beklauen. (more…)

The Passion

März 22, 2008

Nun habe ich mir doch endlich den Film “The Passion” oder “Die Passion Christi” von Mel Gibson ansehen können, nachdem uns im Religions-Unterricht seinerzeit nur die Kreuzigungsszene gezeigt wurde. (more…)

Yakuza-Kultur

September 28, 2007

Die professionellen, japanischen Kriminellen sind allgemein als Yakuza bekannt aber nicht unbedingt gefürchtet. Die Yakuza an sich sind in verschiedenen Banden organisiert, die hierarchisch geordnet sind. Ganz oben steht der oyabun, quasi der Boss. Da die Yakuza ein Produkt der Edo-Zeit (1603-186 8) sind, also einer Ständegesellschaft entstammen, sind sie noch sehr traditionell und hierarchisch geprägt und organisiert. Was selbstverständlich nicht heißt, dass sie archaische Kriminelle sind, die sich ausschließlich auf Drogenhandel, Geldeintreibung und Prostitution verstehen. Nein, Yakuza sind im japanischen Immobilien- und Finanzsektor verstärkt aktiv.

Sie werden oft als “japanische Mafia” pauschalisiert, allerdings ist dies alles Andere als zutreffend, wie ich denke. Yakuza waren (vielleicht vergleichbar mit der Hamas in Palästina!?) eigentlich ein Auffangbecken für die “Wertlosen” der Gesellschaft und die Leute, die alles verloren hatten oder diskriminiert wurden. Bei den Yakuza konnten diese Menschen sich wieder Respekt verdienen und man fühlte sich in der neuen Familie relativ schnell wohl. Bis 1993 waren die Yakuza nicht mal eine verbotene oder strafbare Organisation, man arbeitete oftmals sogar mit der Polizei zusammen, manchmal auch im Sinne der Bevölkerung. Insofern hatten die Yakuza keinen schlechten Ruf, sie sahen Gewalt oftmals als letzte Alternative und verrichteten ihr illegales Gewerbe meist friedlich und unbehelligt. Eine neue Generation an Yakuza wird aber zunehmend aggressiver und die Anzeigen von Anwohnern über Yakuza-Aktivitäten häufen sich immer mehr. Die Yakuza wandern immer mehr in den Untergrund ab und verlieren den Respekt in der Gesellschaft.

Symbole der Yakuzas waren auffällige Ganzkörper-Tatoos und oftmals auch abgeschnittene Fingerkuppen. Die abgeschnittenen Fingerkuppen kamen daher, dass man hiermit eine Verfehlung sühnte und die Loyalität gegenüber dem oyabun nochmals kenntlich machte.

Ich als großer Fan des japanischen Films bin in erster Linie allerdings Fan des Yakuza-Films. Filme wie “Blues Harp” (ein schwuler Yakuza schläft mit der Frau des Bosses um den Clan zu übernehmen), “Monday” (zu verstrickte story^^) und “Postman Blues”, die allesamt stiefmütterlich im Spätabend-Programm des WDR liefen (immer mittwochs um 23:15) haben mir die Welt der Yakuza näher gebracht. Yakuza wurden als Menschen dargestellt, allerdings als Menschen, die fremd waren in ihrer eigenen Gesellschaft und somit oftmals zu sympathischen Verlierern wurden. Die Geschichten waren allesamt mitreißend und meistens tragisch endend, allerdings auch gepaart mit einem ziemlichen Schuss Verrücktheit und Ironie. Regisseure wie Sabu (einer meiner Lieblingsregisseure) machten den Yakuza-Film ganz ohne falsche Romantik in den 90ern wieder kinofähig. Die Geschichten waren so einfallsreich und voller Wendungen, dass man sich die Filme gerne immer wieder ansah, ich konnte mich nicht satt sehen an den bizarren bis grotesken Wendungen mit auferstehenden Leichen, die plötzlich Amok liefen, betrunkenen Geschäftsleuten, die in ihrem Alkoholrausch zu Massenmördern wurden und Yakuza, die ihre abgeschnittenen Finger verloren. Die Geschichten sind so sympathisch, weil sie von Ausgestoßenen erzählen, die eigentlich nicht viel mehr suchen als jeder andere Bürger auch, allerdings ist ihnen der Zugang zur normalen Berufswelt oftmals verwehrt und sie ertränken ihre Sorgen im Suff oder in Gewalt und Blut. Wären die Geschichten nicht so bizarr und komisch, müsste man massives Mitleid mit diesen Leuten haben und genau das ist dann auch die Faszination an den Yakuza-Filmen, sie vermischen das wahre Leben mit der Groteske, vermischen Tragik und Komödie und dabei beweisen diese harten Gangster so viele Gefühle und Menschlichkeit, dass man sich dann doch mit ihrer Situation identifiziert und ihnen nur ein Happy End wünscht. Wie im echten Leben bleiben diese Happy Ends allerdings in der Yakuza-Welt allerdings fast immer die Ausnahme…

Hier der Trailer zu Takashi Miikes “Blues Harp”, von der Musik her einer der beeindruckendsten Filme, die ich je sah, denn dieser Film hat wirklich den Blues.

Also liebe Yakuza, ich bin ein großer Fan eurer Organisation (sie ist wahrscheinlich ehrlicher als die halbe japanische Politik) und ihr braucht wirklich nicht in mein Haus einsteigen (außer es geht um nen Job-Angebot, da bin ich dabei!). I love Yakuza! (Bitte tut mir nichts!)

Heat of the Moment

August 26, 2007

Vor einiger Zeit erinnerte ich mich an eine South Park-Folge zurück, die für mich vielleicht einen der absolut geilsten Momente der Serie einfing. Es geht darum, dass Cartman die Embryonen-Forschung antreibt um seinen todkranken Freund Kenny zu retten (der ja eigentlich in jeder Folge sterben muss). Jedenfalls kommt dann der Moment, wo Cartman im US-Kongress steht und eine Rede für die Embryonen-Forschung hält. “Ich bin kein großer Redner, deswegen versuche ich mich mit einem Song auszudrücken.” und schon singt er “The Heat of the Moment” von Asia und ein Abgeordneter nach dem Andern steht auf und sie singen alle mit. Also wirklich ein absolut herrlicher Anblick wie in dieser Folge sämtliche melodramatischen Reden der Filmgeschichte durch den Kakao gezogen werden. Diese Folge lief heute wieder auf MTV und ich hab mich genauso weggeschmissen wie beim ersten Mal. Seitdem ist mir der Song nicht mehr so unsympathisch wie er es früher gewesen sein mag.

Ich kombiniere das Original-Lied mal mit einem Zusammenschnitt aus Szenen von Final Fantasy X, dem wahrscheinlich besten Rollenspiel (im japanischen Sinne) aller Zeiten. Das Video, in dem Cartman singt, ist allerdings auch auf Youtube zu finden.

Ghost in the Shell

Juli 25, 2007

Mittwoch, spät abends läuft auf 3sat scheinbar ganz unbehelligt ein Meilenstein des japanischen Anime-Kinos: “Ghost in the Shell”(1995). Eigentlich eine Schande, gleichzeitig wird aber auch schnell klar, wieso dieser Film nicht zur Prime-Time auf einem großen Sender läuft (vorher lief der Film auf Arte mal). Es handelt sich hier nicht um Anime-Mainstream-Kost, sondern um tiefgründiges Kino. Die meditativen Bilder, die philosophischen Dialoge, die u. a. “Matrix” inspirierten, die Frage, um die es sich dreht: Was ist menschliche Existenz und was macht diese Existenz aus? Drang nach Unsterblichkeit? Selbsterhalt? Reproduktion? Der Film gibt keine eindeutigen Antworten und genau deshalb fasziniert die Story. Die genial gezeichneten Bilder wirken zeitlos und ziehen sofort in ihren Bann. Wer diesen Film dieses Mal verpasst hat, dem kann ich nur raten die Augen offen zu halten und sich von der Qualität dieses Machwerks zu überzeugen.