Archiv für die Kategorie ‘Okinawa’

Der Himmel in einer Barracke

November 22, 2009

Gestern Abend ging es zum DJ-Abend ins Hammock, eigentlich ne Art Bar mit Tanzgelegenheit. Ist ziemlich eng und sieht ein wenig aus wie ein Bau-Container, um das Hammock herum ist dementsprechend auch wirklich nichts. Der Vorteil ist aber, dass man vom Wohnheim zu Fuß in 10 bis 15 Minuten da ist und sich so derbst das Geld für ein Taxi sparen kann. Bin also im Deutschen 4er-Pulk ins Hammock, wo dann eine Japanerin, mit der ich vorher einige Mails ausgetauscht habe, auf mich wartete und auch noch ne Freundin im Schlepptau hatte. Also ließ ich die 3 anderen Deutschen an der Bar und machte mich selbst dran mein Japanisch zu trainieren. Vor dem Hammock war ich ja noch mit meinem Tutor Kousuke-sama in nem Izakaya und hab mir dort zwei große Bier hinter die Binse gekippt, im Hammock gab’s dann unlustigerweise nen Nomihodai, ergo eine Flatrate-Party. Für 15 Euro konnte man sich alles hinter die Binse kippen, was die Bar hergab. Dementsprechend hatte ich dann auch heute so nen übelsten Kater wie seit Jahren vielleicht nicht (ich übertreib da jetzt vielleicht aber auch). Aber ich meine, je größer der Kater umso lustiger war die Party. Zumindest traf das auf Gestern voll zu.  (mehr…)

Song for~ HY

November 21, 2009

Wenn es einen Sinn haben soll, dass wir uns getroffen haben, dann sag ich mir, dass es nur in diesem Moment schmerzt. Der Schmerz in meiner Brust zeigt mir nur wie sehr ich dich liebe. Auch wenn ich mich mittlerweile vor dem Lieben fürchte, wäre es doch kein Problem, wenn du es wärst, den ich liebe.
Die Gefühle, die ich nicht unterdrücken kann, verschwinden nicht. Wie eine Uhr kann ich nicht zurückkehren. Dich, nur dich allein liebe ich. Die Tage an denen, ich dich nicht sehen kann und die Nächte, in denen ich nicht schlafen kann, gehen weiter. In unserer Liebe gibt es so viele schwierige Dinge.
Weil wir so oft aneinander denken, ist die Verbindung zwischen uns unzertrennlich. Aber ich warte auf diesen Tag, an dem du erwachsen geworden bist.
Auch wenn es auf dieser Welt so viele Menschen gibt wie dich, bin ich dir begegnet, habe mich verliebt und auch wenn ich mich an dieses Gefühl schon gewöhnt habe, kann ich dich nicht sehen. Ich will dich sehen. Ich will dich jetzt sehen, ich will dich einfach nur sehen.
Obwohl ich zu dir will, kann ich nicht. An die Trauer erinnert, muss ich stärker werden. Ich muss stärker werden.
Egal wie oft du mir sagst, dass du mich liebst, weiss ich nicht, was die Zukunft bringt. Die Unsicherheit wird dann wohl auch nicht verschwinden. Ich will dich sehen, will dich sehen, jetzt will ich dich sehen. Wenn wir uns sehen, umarme mich bitte fest.
Auch wenn es auf dieser Welt so viele Menschen gibt wie dich, bin ich dir begegnet, habe mich verliebt und auch wenn ich mich an dieses Gefühl schon gewöhnt habe, kann ich dich nicht sehen. Ich will dich sehen. Ich will dich jetzt sehen, ich will dich einfach nur sehen.

Medizinischer Check

November 18, 2009

Tatsächlich gibt es an japanischen Universitäten so ziemlich jedes Jahr einen medizinischen Check, in dem die örtliche Abteilung für medizinische Angelegenheiten die Studenten auf Herz und Nieren überprüft. In diesem Zusammenhang bekomme ich in 3 Wochen auch die Ergebnisse meiner Blutwerte, etc. Erst wurden bei mir natürlich die Lungen geröntgt und ich musste angeben wieviele Jahre ich rauche. Da es nur 2 Monate sind, habe ich die Jahre einfach weggestrichen und Monate hingeschrieben. Dann kam Sehtest, Hörtest, Blutdruck, Gewicht und Größe dran. Wobei sich herausstellte, dass ich in bester körperlicher Verfassung bin. 4 Kilo abgenommen habe und aktuell mit Idealgewicht und idealem Blutdruck durch die Gegend laufe, sowie auch sonst in bester körperlicher Verfassung bin. Muss nur aufpassen, dass ich nicht noch weiter abnehme, was so viel heißt wie: Ran ans Futter.

Zwei Schweine

November 17, 2009

HY

November 10, 2009

Schon lange nix mehr über Musik geschrieben, dabei ist mir jetzt eine wirklich gute Crossover-Indie-Band mit dem Namen „HY“ unter die Finger gekommen. Natürlich sind die 5 aus Okinawa, wie soll es denn auch sein, so wurden mir letztens erstmal zwei Miss Japan (die eine war wohl sogar Miss Universe) vorgestellt, die in jüngster Zeit aus Okinawa stammen. Die Bemerkung dazu war, dass Okinawa irgendwo das exotische Japan ist und dass die Lebenseinstellung sich doch in gewisser Weise genau wie die Ausstrahlung der Menschen von Gegenden wie Tokyo unterscheidet und daher als besonders exotisch angesehen wird. „HY“ steht als Musikformation in so namhafter Gesellschaft wie „High and Mighty Color“, Amuro Namie, Kiroro oder auch Gackt. Dafür, dass Okinawa mit eine der kleinsten Präfekturen Japans ist, ist der Ausstoß an Künstlern und Berühmtheiten doch überproportional hoch. Mir ist ebenso aufgefallen, dass das typisch Okinawa-spezifische Instrument, die San-shin, sich nach wie vor doch großer Beliebtheit erfreut, was sicherlich auch mit damit zusammenhängt, dass moderne Künstler dieses traditionelle Instrument in ihre Lieder sinnvoll mit einbeziehen. Berühmtestes Beispiel ist sicher „Shima Uta“, aber auch HY bedienen sich in folgendem Lied der San-shin.

Mein Zimmer auf Okinawa

November 7, 2009

Heute morgen hatte ich die Schnapsidee ein Video über mein Zimmer zu drehen. ^^

Wo man auch hinsieht, überall Referate!

November 3, 2009

Ich weiss gar nicht, wieviele Referate ich hier schon halten sollte und noch halten werde müssen. Da war natürlich zu allererst das Referat über selbstgewählte Nachrichten. Dann sollte ich am Montag spontan einen kleinen Vortrag über meine Reise nach Tokyo zum DAAD halten (Donnerstag soll ich mit Fotos ausführlicher berichten, was hoffentlich nur ein Scherz ist), nach dem spontanen Kurzreferat hielt ich mit Heejong noch ein Referat über die Kursreise zum Naha-Markt, wo wir allerlei lustige Sachen raussuchen mussten. Freitag soll ich dann ein Selbstvorstellungsreferat halten. Nächste Woche ein Referat über mein Forschungsthema. Wäre ich Freitag da gewesen, hätte ich noch ein Referat über sonst was halten müssen. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich hier jede Woche irgendein Referat halten darf. Da ich an die Sache aber immer locker flockig und relativ frei vorbereitet rangehe (Ohne Blätter und Memos), hält sich der Aufwand in Grenzen, der mentale Stress lässt mich in Zukunft aber sicher noch tiefer in Tabak- und Alkoholsucht abdriften.

Vive la France!

Oktober 25, 2009

Gestern war ja DAAD-Empfang in Okinawa und als ich dann das schöne Graubrot und die Würstchen, den deutschen Wein und die vielen Deutschen gesehen habe, überkam mich das erste Mal wirklich ein wenig Heimweh. Es war in jedem Fall ein sehr lustiges Zusammentreffen zwischen Japanern und Deutschen. Kurosawa-sensei, Deutschlehrer an der Ryukyu-Daigaku, hat dann auf meine Nachfrage auch angeboten, dass ich mir mal seinen Unterricht ansehe, weil mich echt interessiert wie Japaner Deutsch lernen. Nachdem das Büffet dann aufgebraucht war, machte ich mich mit zwei weiteren Deutschen (gut angetüdelt vom Weißwein) auf den Weg in mein Wohnheim, wo eine Willkommensparty für alle neuen Studenten stattfand. Betrunken war ich net wirklich, aber ich war ganz locker, aber das lag vielleicht an den anderen Leuten, die alle schon gut betrunken waren. :-D (mehr…)

Randomness

Oktober 24, 2009

Da sitzt man Ende Oktober auf einer kleinen Insel, schaut durch sein Mückengitter, weiß, dass die Wäsche auch im Taifun nicht trocknen wird und fragt sich manchmal, wieso man überhaupt noch T-Shirts trägt, wenn man die sowieso durchschwitzt. In Unterwäsche rausgehen traue ich mich vielleicht kurz vor meinem Abflug, aber jetzt will ich noch nichts riskieren. ;-) Montag steht direkt mein erster Test und mein erstes Referat vor der Tür, da passt es vielleicht nicht so gut, dass nen Taifun aufzieht und heute Abend noch eine DAAD-Veranstaltung in Okinawa ist. Nächste Woche habe ich ja schon wieder eine DAAD-Veranstaltung in Tokyo, danach ist aber hoffentlich erstmal ein wenig mehr Zeit zum Pauken. Naja, wahrscheinlich eher nicht, ich lerne hier in so kurzer Zeit so viele neue Leute kennen, dass ich mich selbst wundere und es mir schwer fällt die Leute irgendwie in meinen engen Stundenplan zu pressen. :-( Nun ja, wenigstens habe ich damit keine Probleme. Tatsächlich ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass ich auf Japanisch viel offener bin als auf Deutsch. Keine Ahnung, hängt vielleicht mit den positiven Konnotationen zusammen, die ich mit der Sprache noch aus dem Sushi-Laden habe. Gestern hat mich die Neeltje, Gott sei Dank, darauf hingewiesen, dass man mit Skype auch aufs Festnetz anrufen kann, wenn man bissel was bezahlt. So konnte ich das erste Mal seit ich nach Okinawa gekommen bin, mal mit meiner Mutter reden und die ganzen Erlebnisse los werden.Heute,  Montag, Dienstag und alles von Donnerstag bis Sonntag ist verplant. Gott, bin ich froh, wenn die Woche vorbei ist. :-D

Buka Buka Cha – Okinawas Teezeremonie

Oktober 22, 2009

Im wunderbaren Kurs „Kultur Okinawas“ durfte ich dieses Mal mit meinen 60 Kommilitonen an der speziell Okinawa-Style Teezeremonie teilnehmen. Eine ziemlich interessante Erfahrung eigentlich. Der Tee war ziemlich schaumig und auch leckerer als der japanische grüne Tee. Im Prinzip dürften die Unterschiede dann aber doch nicht so groß sein. Viel wird bei diesen Dingen immer von Harmonie und so geredet. Wobei ich da vielleicht immer ein wenig kritisch bin. So Sätze wie: „Alle Leute hier sind aus verschiedenen Ländern, aber während dieses Moments verschmelzen sie zu einem harmonischen Ganzen.“ kommen bei mir nicht so gut an. Das japanische Gruppenharmoniebewusstsein ist nichts für einen pluralistisch orientierten Menschen wie mich. Die Gruppenharmonie ist für mich immer nur einen Steinwurf von Ideen wie Nation, Leitkultur, etc. entfernt. Trotz dieser kritischen Bemerkungen möchte ich dennoch behaupten, dass ich diese Teezeremonie doch sehr interessant fand und uns auch im Tatami-Zimmer des Wohnheims viel nützliches beigebracht wurde. Stand man so zum Beispiel früher auf der schwarzen Linie, die die Tatamis trennt, so drohte man als Samurai in guten alten Zeiten von unten erstochen zu werden. Nachdem ich das gehört hatte, versuchte ich natürlich den schwarzen Linien auszuweichen. Den esoterischen Teil von Harmonie, Frieden, Toleranz und so fand ich nicht so spannend wie die Süßigkeiten, die man uns zum Tee servierte. Absolut bombenlecker kann ich da nur zu kommentieren. Yonaha-sensei hat verflucht viele Bilder gemacht, weswegen ich auch ohne Kamera über einen reichen Fundus an Materialien über die Buka buka-Teezeremonie. :-)