Parasiten-Singles oder die „Paras“

Die „Paras“, wie sie in Japan kurz genannt werden, sind ein neues gesellschaftliches Problem, das seit Platzen der bubble economy (90er) vermehrt auftritt. (Problem aus Sicht des japanischen Staates)

Yamada Masahiro hat aufgrund dieser Entwicklung das Buch “Das Zeitalter der Parasiten-Singles” (1999) veröffentlicht. Dort beschreibt er die Lebensweise dieser sozialen Gruppe Unverheirateter, die nach Bildungsabschluss und im Beruf stehend bei den Eltern wohnen (trotz Gehalt).
Diese Gruppe zählt ganze 10 % der japanischen Gesellschaft. Die Gründe sind: Einsparungen, das Einkommen wird zum Taschengeld, außerdem sind sie die wohlhabendste und zufriedenste soziale Gruppe. Sie werden von Haushaltspflichten entbunden und besitzen ihr eigenes Zimmer.
Der soziale Einfluss dieser Gruppe wird als Schädigung der Gesellschaft charakterisiert. Sie führen keinen eigenen Haushalt, benötigen kaum Gebrauchsgüter (Waschmaschine, etc.) und sind mitverantwortlich für Geburtenrückgang und Überalterung. Deutlich wird besonders die soziale Ungerechtigkeit, die zwischen “Parasiten-Singles” und Familien besteht. Diese Singles befinden sich noch in einer infantilen Regression, umso härter wird es dann werden, wenn sie die Betreuung der Eltern übernehmen und einen eigenen Haushalt führen müssen.
Diese Lebensführung wird von den Eltern der “Parasiten-Singles” allerdings ausdrücklich gewünscht. Sie wollen gepflegt werden von ihren leiblichen Kindern, dass dies allerdings die Familienbildung der „Paras“ unmöglich macht, wird nicht berücksichtigt. So muss der Staat aufkommen (was bei den unzureichend ausgebauten Sozialsystemen Japans unmöglich scheint).
In erster Linie ist es allerdings ein Krisenphänomen. Wohnungsnot, die Pflege der Eltern, Schwierigkeiten im Beruf machen es notwendig, dass die Kinder auf Wunsch der Eltern zu Hause bleiben.
Es ist nicht zu vergleichen wie mit dem deutschen „Hotel Mama“, denn in Deutschland ist dies keine Massenbewegung. Die Probleme (Kinderlosigkeit, niedrigeres Steueraufkommen, teilweise Wirtschaftsbremsung), die so ein soziales Verhalten haben kann, muss der Staat schultern. Bei so liberalen Verhältnissen wie in Japan könnte das allerdings zu einer Katastrophe führen.

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2 Antworten to “Parasiten-Singles oder die „Paras“”

  1. Anti Says:

    Hm du verwirrst mich, bei Para musste ich an Parapara denken – guckst du hier XD

    So geil, was sagt denn das Parapara da aus? Ist dasn japanischer Tanzstil oder so? ^^

  2. adulto Says:

    Yo, ParaPara ist nen Einzeltanz, der in Japan ziemlich populär sein soll. Geht in die Richtung Euro Dance oder New Wave, zu jedem Lied gibt es eine bestimmte Reihenfolge von Armbewegungen, die Bewegungen an sich allerdings sind relativ gleich. Das Prinzip also relativ einfach zu lernen, Parasaito Shingeru (Parasiten-Single) hat also nix mit ParaPara zu tun. ^^

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