Ellegarden – Indie made in Japan

Dass Aggro Berlin in Deutschland das erfolgreichste Indie-Label ist, sagt sehr viel aus über die Independent-Musik-Kultur in Deutschland. Indie-Bands werden nur sehr kleine Plattformen geboten, sie müssen jetzt deswegen nicht zwangsläufig Hunger leiden oder so, aber trotzdem ist es schade, dass so viele vielversprechende Bands untergehen in Konkurrenz zum Einheits-Pop-Brei des Mainstream.

In Japan ist die Tradition eine ganz andere. Viele Indie-Bands schaffen einen gewissen Durchbruch in den Charts (desweiteren gibt es die Oricon Indie Charts) und landen dann erst auf den Listen der großen Platten-Bosse von Sony und Co. Indie-Labels genießen einen guten Ruf, insbesondere die Visual Kei-Szene organisiert sich in Japan immer mehr im Independent-Bereich. Das heißt aber nicht, dass diese Bands aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden, sondern viel mehr, dass sie sich in künstlerischer Freiheit üben und oftmals die Musik im Kontrast zur extrem bunten JPop-Welt gestalten. Was natürlich nicht heißt, dass sie unkommerziell sind, im Gegenteil Indie-Bands verdienen in der Regel ordentlich im Land der aufgehenden Sonne, selbst wenn sie keinem großen Publikum bekannt sind.

Die erfolgreichste Indie-Band des Jahres 1997 waren ein paar schrill geschminkte Kerle namens „Dir en grey“, die mit 3 Singles gleichzeitig in den japanischen Top 10 waren (nicht in den Indie sondern in den regulären Oricon-Charts), dass sie darauf gleich von einem Major-Lable gesignt wurden liegt auf der Hand. Dir en grey können sich allerdings die musikalische Freiheit bewahren, indem sie mittlerweile nur noch den Vertrieb ihrer Musik in die Hände der Major-Bosse legen und bei der eigentlichen Produktion eben dieser Narrenfreiheit besitzen und die Produktion in eigene Hände nehmen.

Dass man als erfolgreiche Indie-Band aber nicht zwangsweise in Zugzwang gerät bei einem großen Lable zu unterschreiben, beweisen Ellegarden. Eine Band, die für japanische Verhältnisse astronomisch gutes Englisch beherrscht. Außerdem kann man fast sagen, dass außer Punk in ihrer Musik nicht viel bleibt. Den extremen Pop-Punk-Appeal bekannterer Bands wie „Asian Kung Fu Generation“ erreichen sie trotz ohrenfreundlicher Songs nicht. Die Ähnlichkeit zu einer bestimmten amerikanischen Band namens Blink 182 ist unverkennbar und dennoch lohnt es sich in die Songs hineinzulauschen. Hier mal die Jungs in Frauenkleidern:

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