Lesen!

Nun, ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich Zeit meines bisherigen (jungen) Lebens viel gelesen hätte. Die Romane, die ich tatsächlich privat gelesen habe und als Bücher in meinem Regal stehen hab, kann ich an 2 Händen abzählen. Das hängt einmal damit zusammen, dass ich (wie der Soziologe sagen würde) aus einem Bildungs-fernen Haushalt komme und damit, dass ich mir von 15 – 25 € Taschengeld Bücher hätte selber kaufen müssen (worauf ich keinen Bock hatte). Dass ich doch ein gewisses Lese-Pensum erreichen konnte, war der Schule und der Stadtbibliothek Bad Driburg zu verdanken und teilweise auch eigenem Erfindungsgeist, so habe ich den „großen Kinder-Atlas“ wirklich tausende Male durchgelesen, sodass ich die Texte zu den Ländern schon (mitsamt Einwohnerzahl, etc.) auswendig konnte und das im Alter von 8 Jahren (hatte kein anderes Buch damals).

Nun, so ein Literatur-Fremder wie ich hat in diesem Semester die „Einführung in die moderne japanische Literatur“ gewählt, natürlich ohne zu wissen, dass ich 6 oder 7 Bücher lesen muss (komplett!!!!). Mein russischer Kommilitone würd mir da nur sagen: „Du Duffling!“ aber hey, ein bisschen Kamikaze-Action im Studium darf auch mal sein. Im Notfall bleibt am Ende ja noch der ehrenvolle seppuku. Da ich diese Bücher alle noch nicht habe, musste ich sie allesamt heute bei Amazon.de bestellen (teilweise Marketplace, aber auch okay 3 Euro Versand zu zahlen, wenn das Buch nur 2 Euro kostet). Da meine Dozentin ja eine gebildete Frau ist, wurde uns die Creme de la Creme der modernen japanischen Literatur als Pflichtlektüre aufgetragen.

So ist das erste Buch „Maihime“ (Die Tänzerin) von Mori Ôgai, relativ kostengünstig über Amazon zu bekommen, sogar als neue Ausgabe. Es folgt eine Woche später „Schneeland“ (雪国) von Kawabata Yasunari (Nobelpreisträger). Tanizaki Junichirôs Werk „Der Schlüssel“ (jap. kagi) folgt in der folgenden Woche. Vor den Weihnachtsferien ergötzen wir uns an Kenzaburô Ôes Meisterwerk „Eine persönliche Erfahrung“ (Nobelpreisträger Nr.2). Bevor es dann in den verdienten Weihnachtsferien geht, diskutieren wir relativ allgemein noch über die Tendenzen der modernen japanischen Literatur.
Das erste Werk nach den Ferien „Bedtime Eyes“ von Amy Yamada hat für unseren Kurs eine ganz besondere Bedeutung, da unsere Dozentin Frau Dr. Hein dieses Buch übersetzt hat ins Deutsche, natürlich bockt der Verlag seit einem halben Jahr rum und hat die deutsche Version noch nicht veröffentlicht. Deshalb wird dieses Werk auch der einzige Roman sein, den wir auf Englisch lesen müssen dürfen (musste des auch unter English Books bei Amazon bestellen). Das letzte Werk in dieser illustren Reihe der Amazon-Bestellungen ist Yoshimoto Bananas Buch „Kitchen“, ein Werk, dass in Deutschland ein enormes Echo fand und das auch fast jeder Japanologe gelesen hat (in dieser Hinsicht bezeichne ich mich gerne als „anders“).

Mein Master-Plan sieht vor, dass ich jede Woche, in der ein Buch besprochen wird, dieses auf diesem Blog kurz vorstellen, beschreibe und kritisiere. So wird sich vielleicht der ein oder andere finden, der 5 € übrig hat für einen japanischen Klassiker in deutscher Sprache. Irgendwie freue ich mich auch auf diese Aufgabe. Aus mir könnte in absehbarer Zeit eine Leseratte werden, aber da meine Augen teilweise eh schon kaputt sind, ist das nur ein konsequenter Schritt in die Bildungs-Elite. Wenn mich jemand demnächst auf der Straße fragt, was ich von „Faust“ halte, kann ich ihm ja dann entgegen, was dieser vom Motiv des Schnees im Roman „Schneeland“ hält. Intellektuell? Nein! Klugscheißer? Aber bitte gern doch.

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Eine Antwort to “Lesen!”

  1. Anti Says:

    Jo stell die mal vor, dann weiß ich was ich kaufen muss wenns bei linnemann mal wieder preisreduzierte Mängelexemplare gibt, hab da schon einiges nettes, auch japanisches, gefunden ^^
    Takeshi Kitanos „Meisterwerke“ sind übrigens auch sehr zu empfehlen…wenn man as zu lachen braucht ^^

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