Manchmal…

beißt man sich selber in den Arsch für die Dinge, die man fordert. Einige Beispiele?

Die Grünen hätten doch fast ein Grundeinkommen für jeden deutschen Staatsbürger beschlossen. Ein Projekt das jedem von uns Geld aufs Konto gespült hätte und das mal eben 1600 Milliarden Euro gekostet hätte. Ein bisschen viel, finde ich… Jedenfalls wurde dann doch nur für das Grundeinkommen für Bedürftige plädiert, mit Kosten von 60 Milliarden. What the fuck? Leute, fangt erstmal an Gewinn zu machen, das Unternehmen Deutschland ist kein Staat, der in ewiger Zukunft die Lasten der Vergangenheit auf den Rücken der Kinder laden kann. Zinsen und Zinseszinsen sind kapitalistische Perversion und deshalb muss man zwangsläufig wieder Schulden tilgen, denn die Zinsen, die man dadurch nicht mehr bezahlen kann, kann man investieren. Schulden sind insofern gefährlich, als das man sie abzahlt, sie aber trotzdem nicht wirklich weniger werden und so zahlt man nächstes Mal noch einen drauf. Insofern muss ich sagen, dass ich froh bin, dass Düsseldorf schuldenfrei ist. Zwar haben wir dafür Aktien verkauft, aber hey, wofür brauchen wir Aktien, wenn sie sowieso dann und wann in den Keller sinken. Was muss das für ein Gefühl sein, auch das wirklich zu investieren, was man einnimmt.

Desweiteren beiße ich mir selbstverständlich selber in den Arsch. Die GDL missbraucht ihre Macht massivst, anstatt auf Verhandlungen zu setzen und seriös zu wirken, fordert sie weiter ihren eigenen Tarif-Vertrag, obwohl Mehdorn sogar Lohn-Zugeständnisse machen musste. Wenn es nur das wäre, ich habe ja darauf vertraut, dass die GDL ihren Lohn einstreicht und alles weiter läuft wie bisher, aber nein, natürlich will Transnet, eine weitere Bahngewerkschaft, auch Nachbesserungen. Hab ichs nicht erwähnt? Menschen sind von Habgier getrieben, wenn man bedenkt, was Lokführer bei privaten Bahnen so verdienen, sollten diese Idioten mal lieber ein wenig langsamer machen. Transnet war ja sogar mit dem eigentlichen Vertrag einverstanden, da ihre Klientel etwas besser verdient als die doofen Lokführer der GDL, aber hey, wenns was zu verteilen gibt, dann bitte an alle. Letzten Endes zahlen wir die Rechnung, 8 – 13 % mehr Lohn waren vor ein paar Jahren noch undenkbar und so kurz vor Privatisierung wird die Bahn alles dran setzen, dass ihre Bilanzen durch Personalkosten nicht scheiße aussehen. Naja, sorry, GDL, dass ich euch unterstützt habe!

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3 Antworten to “Manchmal…”

  1. Peter Says:

    Nun, aus keynesianischer-makroökonomischer Sicht (nein, nicht aktuell, aber ich muss das dennoch gerade lernen) kann eine Erhöhung der Staatsausgaben durchaus Sinn bringen – sie trägt sich allerdings nicht von selbst, sprich es werden durch derartige Maßnahmen Steuererhöhungen notwendig.
    Aber gut. Wer Politiker sein will, muss eben nicht rechnen, sondern reden können. Und sich hochschleimen und die unter einem unterdrücken.

    Was den Lohnausgleich angeht, so sind so Forderungen durchaus berechtigt, finde ich. Denn wenn der Preisindex über Jahre steigt, muss auch das Einkommen (also das Realeinkommen) mitwachsen, damit der Konsum stabil bleibt oder noch besser: wächst. Denn ohne Konsum kein Wirtschaftswachstum und ohne Wirtschaftswachstum kein Entkommen vor Staatsverschuldung.

  2. adulto Says:

    Die Forderungen sind meiner Ansicht nach auch berechtigt, nur wenn die Bahn ihre Preise erhöht, gehts auf die Tasche der Konsumenten. Ob steigende Realeinkommen auch steigenden Konsum bedeuten, weiss ich nicht, wenn die Leute alles sparen bringts der Wirtschaft wenig. Das aktuelle Wirtschaftswachstum gründet ja auf Lohnzurückhaltung und nicht auf erhöhte Lohnforderungen.

  3. thielus Says:

    das aktuelle wirtschaftswachstum gründet auf einer starken weltwirtschaft, von der deutschland als exportnation profitiert. mit löhnen hat das erstmal garnix zu tun, außer man will den binnenkonsum endlich mal anheben, dann muss man die löhne erhöhen, genau wie renten etc. anscheinend will man das nicht. allerdings muss ich adult in dem punkt zustimmen, dass steigende löhne eben nicht automatisch stärkerern konsum bedeuten. In der Theorie ist das so, aber in der Theorie funktioniert auch der Kommunismus. Wenn ich 100€ mehr verdiene und die anlege, spare oder was weiß ich, dann hab ich noch garnix konsumiert, die einzigen, die es benutzen, sind die bänker. Klar, irgendwann hole ich mir vom gesparten ein auto oder so, aber der binnenkonsum muss bei den alltäglichen dingen angehoben werden.

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