Malice Mizer – Veteranen des Visual Kei

Da sämtliche eingeplanten Verpflichtungen sich mit anderen Leuten zu treffen heute Abend komplett entfallen sind, hab ich auch ma wieder Zeit für einen längeren Blog-Beitrag.

So langsam versuche ich alle japanischen Bands, die mir so mehr oder weniger geläufig sind, in diesem Blog aufzuarbeiten. Malice Mizer zählt in der Chronologie des Visual Kei sicherlich neben X und Luna Sea zu den Bands, die die Szene am nachhaltigsten prägten. Dabei gingen alle drei Bands ihren individuellen Weg.

Wenn man an Malice Mizer denkt, dann denkt man in erster Linie an zwei Leute: Gackt und Mana.

Gackt ist heutzutage als über-operierter Pop-Sänger und Werbe-Ikone bekannt, doch ohne Malice Mizer hätte es seine Karriere wohl nie gegeben. Seine warme Stimme verlieh der Musik von Malice Mizer eine viel melodischere Komponente. Lieder wie „Le Ciel“ oder „Au Revoir“ wurden so wunderbar von ihm vorgetragen, dass ich mich heute ernstlich frage, ob er nicht irgendwie viel von seiner eigentlichen Art in der Pop-Industrie verloren hat. Insbesondere eben genannte Lieder waren für mich Höhepunkte seines gesanglichen Schaffens.

Mana hingegen ging immer mehr in der Grenz-Zone zwischen Visual Kei und Gothic auf, nach Ende Malice Mizers ist Mana bis heute als kreativer Kopf seiner Band „Moi dix Mois“ zuständig, deren Stil um einiges konsequenter und einheitlicher ist als der Stil von Malice Mizer.

Man wusste bei Malice Mizer eigentlich selten, wo die Reise eigentlich hinging. Verschiedenste Einflüsse schlugen sich in der Musik nieder. Das Album „Merveilles“ gilt als ihr größtes Werk, mit Sänger Gackt und Chef-Komponist Mana wurde ein Werk geschaffen, das bizarr und absolut wechselhaft schien, es passte aber alles trotzdem irgendwie in den Rahmen, den sich Malice Mizer setzten. Musik im Visual Kei ist frei, es gibt keine Beschränkungen, dieses Ideal haben Malice Mizer in ihrer Musik auch gelebt. Seien es Klassik, Gothic, Chanson oder Hardrock-Elemente, alles konnte vereint werden. Ihre Beliebtheit und ihre Originalität und Einzigartigkeit machten sie zu absoluten Vorreitern der Visual Kei-Bewegung und auch heute findet man noch Nachahmer dieses Stils, die offen mit dieser Facette des VK sympathisieren.

Malice Mizer schuffen ein ganz besonderes Lebenswerk, sie inspirierten andere Künstler den gleichen Weg zu gehen, das ist unbestreitbar. Eine ReUnion dieser Band ist allerdings so gut wie unmöglich, anders als bei X und Luna Sea, wo in diese Richtung wesentlich mehr geplant ist. Ich erinnere an das „einmalige“ Reunion-Konzert von Luna Sea im Tôkyô Dome. Hier aber mal das schönste Lied mit dem schönsten Video, meiner Ansicht nach, von Malice Mizer.

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