Der gierige Höllenschlund des rechtsfreien Internets

Welche Dreistigkeit muss eine Internet-Firma besitzen, die unter dem Namen „Renate Schmidt“ ein Postfach in Flensburg führt und für eine äußerst zweifelhafte Vorgehensweise nun wohl doch mehreren Usern bekannt ist. Nun, heute kam die Mahnung des Inkasso-Unternehmens…

Also hab mir das eigentlich entspannter vorgestellt. Nach dem Credo: Man kriegt eh keine Post von den Leuten. Nun, ich will damit nur allen in dieser Welt sagen, bezahlt eure Forderungen lieber sofort.

Natürlich ist das nur Spaß!!!! Wehe dem, der dieser gespielten „Seriösität“ Glauben schenkt. Mittlerweile sind die Kosten für ein Jahr voller free-sms auf 198 € angestiegen, natürlich liegt das an meiner schlechten Zahlungsmoral bzw. daran, dass kein Student so viel Kohle hat, außer man kann nen Monat mal auf Essen verzichten (immerhin hat man dann ja ein Jahr SMS). 170 € mehr werdens, wenn ich mich auf das Gerichtsverfahren einlasse. Müsste halt meinen Anwalt auch noch bezahlen, aber ich denke mal, dass ich da irgendnen Jura-Studenten hinschicken kann für ne Kiste Bier. (An dieser Stelle sei erwähnt, dass ein gerichtlicher Mahnbescheid vom Amtsgericht ausgefüllt werden müsste und ich zweifle dran, dass Renate Schmidt die Kohle hat, um die guten Richter zu bestechen.)

Ich bin aber nicht so blöd und habe bereits meinen alten txtblog-Party-Saufkumpanen Pete auf Spurensuche geschickt, schließlich befindet sich das Inkasso-Büro scheinbar in Kiel. Interessant allerdings, dass vom Haus im „Grasweg 35“ scheinbar seit jeher Mahnungen geschickt werden, vorher war es ein Rechtsanwalt I.B., der für ganz ähnliche Abzock-SMS-Seiten Mahnungen verschickte, in denen vor gerichtlichen Mahnbescheiden gewarnt wurde. Bei mir isses nun jetzt nen Inkasso-Büro (vllt wurde der Kerl als feste Kraft übernommen) in der gleichen Hausnummer, als man seinerzeit (im Sommer) beim Computer-Fachmarkt in diesem Haus fragte, ob ein Anwalt bekannt sei, waren die Leute vom Grasweg 35 verwundert und gaben an, dass sie davon nie was bemerkt hätten. (Nerds…)

Ich bin jedenfalls gespannt. Führt mich mein Lebensweg jetzt doch vors Gericht, was mir seinerzeit mit Igor, the Killer, verwehrt blieb? Kann ich öfter mit Pete saufen, wenn ich in Kiel in Haft sitze? Werde ich nach der Haft je wieder richtig sitzen können? Wird Frau Fujita mir ein Fernstudium erlauben? Auf jeden Fall werde ich dann wohl jeden Tag 5 SMS schreiben können, oder? Ach, nee, kein Handy hinter Schwedischen Gardinen…

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7 Antworten to “Der gierige Höllenschlund des rechtsfreien Internets”

  1. Peter Says:

    Tja, also, ich war da. Es gibt den Laden wirklich, ich nehme mal ohne nähere Recherche über die D&A GmbH an, dass der RA (Namen würde ich rausnehmen, Abmahnrisiko) und die GmbH sehr eng zusammmenarbeiten, die Schilder sind optisch aus einem „Guss“. Ansonsten könnte man sagen, das diese GmbH schon länger mit als dubios einzustufenden Firmen, meist Limiteds von ähnlichen Angeboten, die woanders nichts kosten oder weniger (was manche Menschen Abzocke nennen) zusammenarbeitet.
    Das ganze scheint rechtlich auch recht sicher. Angenommen, man würde so eine Limited mit Prozessen überhäufen, so kann so eine Limited mit ihrer GBP 1 Mindesteinlage gern Konkurs gehen, macht man eben schnell die nächste auf…

    Google sagt (oder andere sagen durch Google), dass man das ganze im Sande verlaufen lassen kann.. vermutlich zahlen genug Leute irgendwann, dass sich die ganze Sache rentiert und man nicht zum äußersten gehen muss (seitens dieser Leute).

    Übrigens: Das Internet ist längst nicht rechtsfrei. Und es ist auch kein Höllenschlund.

  2. thielus Says:

    „Google sagt (oder andere sagen durch Google), dass man das ganze im Sande verlaufen lassen kann..“

    Korrekt. Viele verwechseln nämlich Rechtsanwalt mit Staatsanwalt bzw. staatlichen Behörden und zahlen aus Angst. Für diese Vereine würden sich Prozesse eh nicht lohnen, weil ihre Argumentation auf tönernen Füßen steht. Angenommen die verklagen dich wirklich, es geht vor Gericht, dann würdest du wahrscheinlich schadlos rauskommen, weil das Gericht die Betreiber der Seite dazu auffordert, die Zahlungsverpflichtung kenntlich zu machen (gab es ja schon in verschiedenen Fällen – ich sag nur IG-/Alterstest) – was sie ja vermeiden wollen, schließlich würd die ganze „Free“-Nummer nicht mehr ziehen. Evtl. wirds sogar noch härter von wegen Irreführung oder so – bin aber kein Jurist.

  3. thielus Says:

    finde es übrigends cool das du dich dahinter geklemmt hast Peter

  4. adulto Says:

    Yo, Pete, danke für die Recherche-Arbeit (Kiste Bier ist kalt gestellt). Mag das Inkasso-Büro existieren, ändert das nach wie vor nichts an der Tatsache, dass es keinen Hinweis auf eine Betreiber-Firma gibt, die irgendne Adresse hat.
    Eher geh ich vor Gericht (wenn die unbedingt wollen), vielleicht kostet das was mehr, aber immerhin hätt ich was davon.

  5. Peter Says:

    Vllt. interessant: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101686/from/atom10

    Ansonsten freu ich mich aufs Bier.

  6. adulto Says:

    Die Frage ist nur, ob ich dem Inkasso-Büro antworten solle (Ansprüche strittig stellen) oder gar nichts mache….

  7. Peter Says:

    Für mich klingt keine Antwort irgendwie nach „Schuldeingeständnis“. Aber ich bin (zum Glück) kein Jurist.

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