SHE – The Ultimate Weapon

Es ist zwar eher selten, dass ich über Manga oder Anime schreibe und viele werden mich fragen: „Was bist du eigentlich für ein Japanologie-Student!?“ Aus finanziellen Gründen ist es mir wohl nicht möglich neben meiner alten Leidenschaft „Zocken“ und dem Erwerb japanischer CDs noch Manga in größerem Maßstab zu kaufen.

Aber naja, wie gut, dass man sich auch gelegentlich mal nen Manga von der eigenen Freundin leihen kann. So geschehen mit Shin Takahashis „She – The Ultimate Weapon – The last love song on this little planet“. Im Gegensatz zu den eigentlich verbreiteren Shojo und Shonen Mangas ist dies ein Seinen Manga, was so viel heißt wie, dass er sich nicht an ein junges sondern an ein erwachsenes Publikum wendet. Erschienen ist der Manga bei Carlsen Comics und ich persönlich hab nie etwas von diesem Manga gehört, umso erstaunter war ich welch emotionale Wirkung dieses 7-bandige Werk haben konnte.

Kurz zu der Story: Es herrscht Welt-Krieg, ein Krieg der schon fast die gesamte Menschheit auslöschte, allerdings ist in einer kleinen japanischen Stadt auf Hokkaido noch die Welt in Ordnung, wenn nicht die dauernden Erdbeben wären. Die Erde an sich ist am Ende, überall verbrannte Asche, das Wetter spielt verrückt, im Winter ist Hitze und dann wieder Schnee. Im Zentrum der Geschichte stehen Chise und Shuji, beide 17-jährige Oberschüler, die seit kurzem miteinander gehen. Chise aber ist die ultimative Kampfmaschine des Militärs, sie vernichtet ganze Städte, denn in ihrem zierlichen Körper verbirgt sich eine gewaltige Zerstörungskraft. Sie tötet und tötet und ohne Shuji wüsste sie nicht, wofür sie überhaupt noch lebt. Er findet es irgendwann heraus und verlässt sie doch nicht, er liebt sie und sie ihn.

Diese Liebesgeschichte steht im harten Kontrast zur Apokalypse. Der Krieg endet nicht, die Menschheit ist zu stur. Chise muss weiter töten, obwohl sie nicht will, sie ist genau dazu gemacht. Shuji ist ihr eine Stütze, aber er kann auch nichts daran ändern, dass sie weiter töten muss. Wenn die Bomben fallen und Menschen, die Shuji liebten oder mit ihm befreundet waren, starben, dann wurde die Apokalypse in jeder persönlichen Tragödie greifbar. Das ist sehr natürlich geschildert, ohne dabei kitschig oder rührselig zu sein. Die Liebe zwischen Chise und Shuji schafft es über jede Hürde hinweg, auch wenn es sie quält, ihre Liebe verschafft ihnen erstmals wieder Glück und ein richtiges Leben. Am Ende bleibt Chise aber nichts mehr übrig, sie kann das gegenseitige Töten nicht ertragen, sie führt die Apokalypse herbei, bei der Soldaten beider Armeen und die ganze Erde zu Grunde gehen. Nur Shuji überlebt, weil sie ihn auf ein Raumschiff schafft, was ihnen bleibt ist die Liebe.

Dem Leser stellt sich aber die Frage: Was ist der Mensch wirklich? Kann ein Mensch, der zahllose Menschen kalt tötet, gleichzeitig liebevoll und zärtlich sein? Ist die menschliche Psyche darauf ausgerichtet alles zum Selbsterhalt zu tun? Ist der Mensch böse? Aber wie kann es dann sein, dass so eine zarte Liebe vorhanden ist in einer Welt, in der nur gestorben und getötet wird? Irgendwie verzweifelt der Leser daran diese Frage lösen zu wollen. Man ist sich dessen bewusst, dass ein Krieg, in dem die Menschheit sich selbst vernichtet spätestens seit dem 1. und 2. Weltkrieg absolut im Bereich menschlichen Vermögens steht. Trotzdem, wir müssen nicht so werden, denn Liebe fühlte jeder Mensch, ganz gleich auf welcher Seite sie kämpften, die Menschen hörten alle im Radio kurz vor der Apokalypse ein Liebeslied, dass die ganze Woche lief. Sie hatten alle dieselben Gefühle und haben sich trotzdem Minuten später abgeschlachtet. „The last love song on this little planet“, irgendwie ist dieser Sub-Titel doch sehr passend um diesen Gegensatz zu verdeutlichen. Also nochmal zur Untermalung Luna Seas letztes Lied war auch ein Titel namens „Love Song“, das Video ist insofern interessant als auch Atombomben-Explosionen neben anderen Dinge vorkommen.

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