Herr Lafontaine, bitte halten Sie das Maul!

Gerade habe ich mir eine sehr informative Zusammenfassung der Abschluss-Wahlkampfveranstaltungen zu den anstehenden Landtagswahlen auf Phoenix angesehen. Es ergab sich ein durchaus bizarres Bild der Lage.

Eigentlich war das Bild der ersten beiden Redner der Linkspartei in der kurzen Zusammenfassung durchaus positiv. Der hessische Spitzenkandidat stellte beispielsweise richtig fest, dass ohne die Linkspartei kein Wechsel in der Landespolitik stattfinden wird. Zieht die Linke nicht ein ins hessische Parlament wirds schwer für eine linke Mehrheit oder tolerierte Minderheitsregierung. Er gab sich durchaus kämpferisch, wenn ihm auch die rhetorische Begabung fehlte.

Es folgte dann Gregor Gysi mit seiner Standard-Forderung, die man eigentlich als normaler Mensch unterstützen muss, nämlich, dass jeder Neugeborene von Beginn an die gleichen Möglichkeiten haben sollte. Dass die Geburt über das spätere Leben entscheidet, ist ein unhaltbarer Zustand der höchstens in eine Feudal-Gesellschaft passt. Dieses Thema hat durchaus Relevanz für den Landtagswahlkampf, schließlich ist Bildung Ländersache.

Aber was macht dann Herr Lafontaine? Jugoslawien, Irak, Afghanistan… was hat die Außenpolitik im Landeswahlkampf zu suchen? Nichts! Dabei gibt Ministerpräsident Koch die schönsten Steil-Vorlagen. Jemand, der Posten in der Justiz und bei der Sicherheit streicht und gleichzeitig Jugend-Kriminalität und Warnschuss-Arrest (Unwort des Jahres) in einem Land zum Thema macht, in dem die einzige Jugend-Haftanstalt gnadenlos überfüllt ist. Herr Lafontaine, ich bitte Sie, hören sie auf mit dieser Propaganda, machen Sie einen Landes-Wahlkampf und agieren Sie nicht als wollten sie Kanzler werden. Unglücklich über den Bundestag zu reden, wenn das keine Sau interessieren sollte.

Interessant allerdings fand ich, dass es bei FDP und der Linken in Bildungsfragen durchaus ein gemeinsames Ziel gibt. Die FDP will schließlich, dass sich Leistung bezahlt macht, in diesem Sinne muss ihnen auch daran gelegen sein, die Bedingungen für die Menschen zu verbessern, damit diese unabhängig von ihrer Geburt Leistung bringen können. Naja, vielleicht ist das auch nur ein nostalgisches Träumen zurück in die Zeit als die FDP noch das Bafög beschloss. Würde sich doch nur mal irgendwo der linke Flügel (2-3 Leute) mal durchsetzen.

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Eine Antwort to “Herr Lafontaine, bitte halten Sie das Maul!”

  1. Peter Says:

    Da hast du wohl recht, aber ich denke, es gibt auch andere Politiker, die den Fehler begehen, im Landtagswahlkampf von Außenpolitik zu reden. Es ist nämlich scheißegal, ob das gerade Thema ist, es geht nur darum, sich selbst in ein bestimmtes Licht zu rücken. Positionen, Positionen.
    Und mag es der totale Blödsinn sein, funktioniert doch, irgendwen spricht man immer an (z.B. ältere Menschen Angsthasen, wie die CDU das so gern tut. Das ist eben Werbung äh… Wahlkampf.

    Ja, die FDP. Wenn diese Partei nur nicht so verschnöselt wäre, könnte man ihr echt beitreten, denke ich manchmal. Aber dann denke ich wieder an einen meiner Kommilitonen (<– Scheißwort!), der bei der Liberalen HSG ist und ein widerwärtiger, arroganter Snob ist, dass ich´s mir kaum schlimmer vorstellen könnt.

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