Kiyoharu 清春

Wenn ich persönlich an eine einmalige, wirklich einmalige Stimme aus der japanischen Musik-Industrie denken sollte, dann wäre dies mit Sicherheit Kiyoharu. Seine Stimme ist meiner Ansicht nach wirklich einzigartig.

Seine Karriere begann in der frühen Visual Kei-Punk-Band „Kuroyume“ (Schwarzer Traum) und er setzte damit seit 1991 Akzente für die gesamte Szene, sodass er unter anderem Dir en grey-Sänger Kyo massiv beeinflussen konnte. Mit Liedern wie „Like @ Angel“ oder „Masturbating Smile“ wurde Kuroyume und damit Sänger Kiyoharu zu einem Idol des Visual Kei, denn anders als X, Luna Sea und Malice Mizer war der musikalische Fokus stark am Punk orientiert.

Nachdem sich Kuroyume 1999 auflöste, machte Kiyoharu sofort mit einer neuen Band namens Sads weiter. Hier lag der Fokus weniger auf dem Visual Kei. Die Band nahm in der kurzen Zeit (4 Jahre bis 2003, seitdem „Pause“) mehrere Alben auf. Erstaunlich hierbei das sehr punkig-aggressive „Sad Blood Rock’N’Roll“, das immer gut nach vorne ging und trotzdem auch ruhige Klänge enthielt, so war das Lied „Loveless Lover“ ein sehr jazziges Lied, das man wohl in jeder verrauchten, zwielichtigen Jazz-Spelunke gerne abgespielt hätte. Das letzte Lied widerum („Happy“) war Punk in Reinkultur, 3 Akkorde, ein Refrain, der sich quasi auf die Worte „Uh, I’m happy“ herunterschraubte.

Die Band knüpfte fast nahtlos an Kuroyume an, Kiyoharu schaffte mit Sads diverse Klassiker der japanischen Rock-Musik, hervorheben muss man hier sicherlich „Boukyaku no Sora“ und „Masquerade“. Die Alben wurden düsterer, hatten aber immer noch einen starken Punk-Einfluss, auch wenn die frühere Aggression der düsteren Aura der Lieder weichte. Kiyoharus Stimme machte ebenso einen Wandel durch, das frühere, manchmal nervende Krakelen wurde zu einer ruhigen, frivolen Stimme.

Sads mussten sich trotz ihrer enormen Verdienste 2003 trennen und Kiyoharu, das Gesicht von Kuroyume und Sads, begann endlich seine Solo-Karriere. Seine Songs wurden poppiger, allerdings in gewisser Weise auch vielfältiger. Die Gitarre verschwand nie, insofern ist es auch schwer in ins klassische J-Pop-Business einzugliedern. Er übernahm sehr viele moderne Elemente der Pop-Musik, gleichzeitig wurden seine Songs beliebter und bekannter. Lieder wie „Saigo no Uta (Last Song)“, „Horizon“ und das von mir verehrte „Kimi no koto ga“ („Du“ oder „Die Dinge, die dich betreffen“). Er ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und aus der japanischen Musik-Szene kaum noch wegzudenken.

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