Horie-Sensei, Goodbye!

Eine Hiobsbotschaft, die uns alle eigentlich sehr schwer traf, denn Horie-San (ich muss mich eigentlich weigern ihn „Herr Horie“ zu nennen, denn er war immer sehr freundschaftlich uns gegenüber) verkündete seinen Abschied aus unserem Sprachkurs. Nach nur einem halben Jahr, in dem wir so viel Spaß hatten und in dem uns das Lernen so einfach schien. Ich denke, dass es schwer wird so einen ausgezeichneten Lehrer noch ein mal zu finden, schließlich ist er Japaner und versteht aufgrund seines langjährigen Studiums in Leipzig sehr gut Deutsch, wahrscheinlich sogar besser als mancher Mitstudent. Grammatikalische Erklärungen wurden durch seine Vermittlung plötzlich kinderleicht und anschaulich. Er weicht nun einem zweiten Lektor aus Bochum, nun ist also schon der zweite Deutsche aus Bochum am Japanisch-Unterricht beteiligt. Ich weiss wirklich nicht, was ich davon halten soll, schließlich war ich anfangs so begeistert über einen zweiten Lektor, aber werden wir dadurch nicht immer mehr zu Bochum? Die Uni, zu der ich eigentlich immer wollte, kommt nun zu mir, was ich aber gar nicht will. Ironie des Schicksals, was?

Sensei verabschiedete sich mit einem Lied, das übersetzt so viel heißt wie „Geschenk ohne Briefmarke“ (also ein Geschenk, dass nie beim Empfänger ankommen wird). Als er meinte er wolle singen, haben wir alle noch gedacht, dass es wieder so werden würde, wie damals als er vor der letzten Japan-Party „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ auf Japanisch sang (um ein wenig Party-Stimmung zu verbreiten). Dementsprechend waren wir alle ein wenig am Schmunzeln. Horie-San kann wirklich schön singen und uns wurd ganz mulmig und elend, als wir dann dieses traurige Lied mit so viel Emotion hörten. Hätte es eine dritte Strophe gegeben, wir hätten wohl alle losgeheult. Ich glaube, er musste sich auch eine Träne wegdrücken, als er fertig war. In dem Moment wollten sicherlich 99 % der Studenten, dass sein Vertrag verlängert werden würde und er weiterhin unser Lehrer bliebe.

Nun steht aber auch sein Vertrag als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf der Kippe, denn dieser würde im März auslaufen. Er bekommt leider erst im März Bescheid, ob er weiter hier an der HHU arbeiten darf. Wenn nicht, so Horie-San, „sehen wir uns auf der Straße wieder“. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viel Ernst in diesem zynischen Satz stecken mag. Auf jeden Fall möchte ich mit diesem Blog-Eintrag ausdrücken, wie froh wir alle waren, Horie-San als Lehrer zu haben. Seine kurzen Lebensgeschichten und sein Unterrichtsstil waren wirklich unterhaltsam und lehrreich zugleich. Eigentlich kann sich die Uni unmöglich leisten so einen talentierten Lehrer gehen zu lassen und ich hoffe die Verantwortlichen wissen das auch. Horie-San, weil du als unser Lehrer aufhörst, möchte ich dir nun auch ein Lied widmen. hide-samas „Goodbye“. どうぞ。

Advertisements

Eine Antwort to “Horie-Sensei, Goodbye!”

  1. Neeltje Says:

    Wir können ja mit der „Schafft-Benett-ab“ gleich noch die „erhaltet-Horie!“ Kampagne starten!!! Nee, der hat ja sogar mein hartes Herz erweicht… Unglaublich….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: