Setsukos Abschied

Als wir um 16 Uhr mit der Prüfung für Japanisch III fertig waren, fielen uns eimerweise Steine vom Herzen. Gott sei dank redete niemand über die Prüfung an sich und was er/sie so geschrieben habe. Sowas geht einem immer am meisten auf die Nüsse, weil man sich dann plötzlich konfrontiert sieht mit anderen Lösungsansätzen. Die Prüfung an sich war der Hammer, die Übersetzungen haben mir ordentlich zugesetzt und der Aufsatz wird wohl auch nicht mehr so viel rausholen wie letztes Semester, aber man kann auch mal zufrieden sein, wenn man keine 1,0 oder 1,3 hat, wenn man bedenkt, wieviele Leute wirklich am „strugglen“ waren.

Wir tranken gemütlich ein Bierchen in der Uni, spielten Tischtennis und als Tosho dann zu einer wilden Sex- und Drogenorgie nach Holland fuhr, machten sich ich und Mr. Mos auf den Weg zum Saray, meinem all-time-favourite Dönerladen, um was zu essen. Gegen 8 war dann Setsukos Abschieds-Party.

Setsuko oder korrekterweise Frau Kan ist ein Jahr lang unsere Montags-Japanisch-Lehrerin gewesen und auch wenn ihr Deutsch bei schwierigen grammatischen Fragen etwas hakte, hat es doch immer so viel Spaß gemacht mit ihr die japanische Sprache zu bewältigen. Die Party war sehr entspannt, mal hab ich mich mit Herrn Horie unterhalten, der an dem Abend „I love you“, ein japanisches Liebeslied, zum Besten gab und 50 Leute im Saal absolut mucksmäuschenstill waren. Es war zwar keine echte Liebes-Hommage an Setsuko, aber die Gänsehaut lief uns allen den Rücken hoch.

Den Rest des Abends verbrachte ich mit meinen 4 großen Alt und der lockeren Konversation mit Lehrern und Kommilitonen, Setsuko war so lieb, dass sie jedem, der da war eine persönliche kleine Andenkens-Karte schrieb mit persönlichem Text. Wahrscheinlich eine mehrstündige Arbeit, bei mir stand, dass ich zwar still war, aber immer ernsthaft am Unterricht teilnahm. Eine treffende Beschreibung, eigentlich.

Da meine Matratze im Arsch ist, war und bleiben wird, hätte ich Mr. Mos das Bett anbieten müssen und einen Vormittag auf dem Sessel gepennt. Allerdings war es dann doch schon früh am Morgen und die S-Bahnen fuhren wieder, sodass Mr. Mos die Idee hatte, einfach mal zum Bahnhof zu gehen. Letzten Endes war ich dann um 6 Uhr morgens im Bett und pennte meine 4 bis 5 Stunden ab, bevor ich dann doch (katerlos) auf einen schönen Abend zurückblicken konnte.

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