X Japans Reunion

Nachdem X Japan das Lied I.V. für den Film Saw 4 als Soundtrack zur Verfügung stellten und damit ihr Versprechen von einer Reunion zumindest Lied-technisch wahr machten (und das nicht mal schlecht), folgen nun 3 ausverkaufte Konzerte im Tokyo Dome. Das dritte Konzert („Night of Madness“) wurde hinzugefügt, weil die Nachfrage den Rahmen sprengte.

Mehrtägige Konzerte haben für X Japan Tradition, man erinnere sich an die Live-Aufnahmen zu „On the verge of destruction“, bei denen 1992 auch Konzerte im Tokyo Dome zusammengefasst wurden. Eine Halle wie den Tokyo Dome mit mindestens 55 000 Plätzen dreifach auszufüllen, das zeugt von Größe, die sich so vielleicht wirklich nur bei X Japan wiederfinden lässt. Nicht umsonst gilt X Japan als legendärste und wichtigste Rock-Band in der japanischen Musik-Geschichte. Das darf man nicht als Übertreibung sehen, es ist faktisch tatsächlich so, dass eine überwältigende Mehrheit heutiger japanischer Rock-Bands durch X Japan inspiriert wurden und dies auch gut und gerne zugeben.

Sie gelten als Wegbereiter des Visual Kei und waren die kommerziell erfolgreichste Gruppe dieses Genres, obgleich ihr Musik-Stil Ende der 80er noch starke Heavy Metal-Elemente besaß, die zwar nie ganz verschwanden, allerdings immer mehr durch orchestrale und klassische Töne durchsetzt wurden. Jedoch waren es gerade die Balladen, die dazu beitrugen, dass X Japan zur legendärsten Band Japans wurden. Insbesondere „Endless Rain“, „Forever Love“ und „Crucify my Love“ trugen zum späten Weltruhm der Band bei. Zu ihrer aktiven Zeit schafften es X Japan nie im Westen Fuß zu fassten. Mit der Visual Kei-Welle Ende der 90er, die durch das Internet befeuert wurde, wurden sie allerdings zum Sinnbild des Visual Kei. Traurig, dass sich die Band 1997 auflöste und nur noch einmal auftrat, nämlich um am Grab des Gitarristen hide zu spielen, der sich 1998 im Suff erhängt hatte.

X Japan einfach nur als ein Massen-Phänomen zu bezeichnen hinter dem keine Band sondern reine PR-Maschinerie stand, wird der Band nicht gerecht. Die Band war Zeit ihres Bestehens durchsetzt mit den besten Leuten ihres Faches. Das Gitarren-Duo Pata und hide war einzigartig in ihrer Harmonie und ihre parallel gespielten Solos waren Offenbarungen der Rock-Musik, Taiji und später Heath am Bass zählten ebenfalls zu den besten ihres Faches und zelebrierten ihr Instrument. Dass Yoshiki ein absoluter Ausnahme-Schlagzeuger ist, fällt bei den ersten Live-Mitschnitten, die man sieht sofort auf. Selten wird ein Schlagzeug so intensiv und virtuos bearbeitet wie das seinige. Hinzu kommt allerdings, dass Yoshiki als Pianist einzigartige Fähigkeiten für einen Rock-Musiker besitzt. Toshi, der Sänger, hatte eine Stimme, die Tonlagen traf, in die man sich als Mann kaum wagen könnte und gleichzeitig war sie niemals kraftlos. Die Stimme ging niemals in der Menge der Instrumente unter.

Toshi und Yoshiki waren die Gründer dieser Band und engste Freunde, so dass der Moment, an dem sich beide nach 10 Jahren Bandgeschichte beim Last Live in die Arme fallen, zu den emotionalsten Momenten der japanischen Rockgeschichte zählen muss. Hier die Szene mit dem Lied „Forever Love“ in der Last Live-Version.

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Eine Antwort to “X Japans Reunion”

  1. Anti Says:

    *hach* schööön 😥

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