The Gazette

Eine Band, die ich vielleicht noch nicht so gut und lange kenne, die aber dennoch wahrscheinlich zu den wichtigsten aktuellen Vertretern des Visual Kei gehört, ist „The Gazette“. Neben Dir en grey sind sie erst die zweite japanische Band, die in der größeren Columbiahalle in Berlin mit Umfang für 3500 Personen spielen durfte.

Ein wenig bereue ich zwar, dass ich sie nicht sehen konnte, andererseits scheiß ich auch noch kein Geld. Ihr Stil ist typischer und allerfeinster Visual Kei, im Gegensatz zu „emanzipierten“ Visual Kei-Bands wie Mucc oder Dir en grey bleiben the Gazette ganz alten Werten treu. Sie bilden damit die Speerspitze einer (meiner Ansicht nach) 3. Generation von Visual Bands, die die guten alten Werte des Stil-Crossings auf die Spitze treiben. Es finden sich auf Gazettes Album „Nil“ (in Deutschland erhältlich) sowohl poppige, als auch psychedelische, rockige und sehr harte Töne. Das macht das Album zwar ein wenig sperrig, gleichzeitig aber liebenswert für den Fan der Abwechslung.

Die üblichen gitarrenlastigen Liebeslieder wie „Cassis“ sind ebenso vertreten wie harte Bretter „Maggots“ oder „Discharge“, gleichzeitig finden sich auch Lieder, in denen zwischen Strophe und Refrain eigentlich ein Kontrast besteht, als Musterbeispiel sei hier „Filth in the Beauty“ (nicht auf „Nil“ vertreten) zu sehen. Dieses Lied vermischt ein Pop-Sample mit Hardrock und gibt so dem Titel eine sehr griffige musikalische Interpretation. Dieses Lied ist umso mehr ein beliebtes Video bei Youtube, dessen View-Anzahl schon Bände spricht für das Interesse an dieser Band.

Es ist sehr interessant, denn dieses Lied spiegelt den Ursprung der Idee des Visual Kei wieder. Das bewusste Abheben der Band von gesellschaftlichen Schönheits-Normen, das Verschwimmen der Geschlechtergrenzen und das andersartige Aussehen in der so auf Homogenität bestehenden japanischen Gesellschaft sind die Grundideen des Visual Kei. Ein Aufschrei gegen den jungen, sexy Einheits-Pop-Brei der JPop-Branche, die sich mehr über Aussehen als über gesangliche Qualitäten identifiziert, das soll Visual Kei darstellen. Eine offene Gesellschaft in Japan? Eine Gesellschaft, die Andersartigkeit nicht toleriert, die auf Homogenität der Rasse setzt, die koreanische und chinesische Wurzeln des japanischen Volkes leugnet. Der Visual Kei ist kulturell spezifisch für Japan, denn dies ist eine Gesellschaft, die nicht durch die 68er oder Punk verändert wurde hin zu mehr Offenheit. Der Visual Kei ist das, was der Punk für Europa war. Irgendwo Teil der Pop-Kultur gegen die er sich erhebt.

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Eine Antwort to “The Gazette”

  1. Kamen Says:

    Ja the GazettE sind echt ein besonderer Band. Ihre Musik die keine Grenzen kennt, die sich manchmal Repektlos und Blasphemisch als ein Mix von gegengestellte Musikgernes erweist, aber dennoch zur Ausdruk treu bleibt und ernsthaft, intensiv, scheulos starke Gefühle von Wut, Erbitterheit, Trauer, Freude, Schmerz… zeigt, aber das es nicht schwach und hoffnunglos wirkt, ist was mich fasziniert (entschuldigung an der Proust Satz).
    Ich kann sagen das ich niemals so Musik gelibt hatte, als ich es, nach der Begegnung mit GazettE’s Musik, jetzt so liebe.

    Jedoch was ich als einzige Problem dieses Bands sehe is dessen immer steigender Popularität. Bisher muss ich sagen dass die Jungs gut damit kamen, was ein plus ist. Aber dieser Band hat viele (weibliche) Fans die sie nur wegen den Auseren lieben und nicht weil dessen Musik eine viel grosse und tiefere Bedeutung hat. Die Band selbst magt nicht solche Fans zu haben aber sie konnen nicht gegen sie tun.

    Ich bin deiner Meinung einig. the GazettE sind viellecht einer der letzten Bands die die Idee des Visual Keis weiterleben und durch dessen Musik ausern.

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