Something called „Heimat“ oder: Der Kater der Langeweile nach dem Pub

Nun, Freitag wurde erstmal mit Evgeny, Funda und Nele der Abschluss meiner Hausarbeit über die „Ausländer im Sozialsystem Japans“ (Evgeny steht die Hausarbeit noch nächstes Semester bevor, Funda hat wegen Krankheit ne Woche Aufschub und Neeltje den gleichen Luxus wie Evgeny) im Irish Pub begossen. Eine Bedienung die ausschließlich Englisch sprach und Evgenys gestammelte Worte scheinbar nicht verstehen wollte oder ein wenig schwerhörig war, brachte uns vier große Runden. Ein Guiness, ein Kilkenny und zwei Cidre. 1, 6 Liter wohl schmeckender Alkohol in relativ kurzer Zeit. Danach gingen wir erwärmt (nachdem Funda schon nach ner halben Stunde die Runde verließ ohne zu zahlen) mit Nele nach Hause, Evgeny lieferte sie wohlbehalten zu Hause ab, während ich die Matratze für Ev aufpumpte und somit mal ein wenig was für meinen *zukunftsmodus an* durchtrainierten Körper *zukunftsmodus aus* tat. Der Abend war lustig, was zahllose Fotos, die ich schoß beweisen können.

Having Fun

I love my Cidre

Ich und Ev legten uns gegen halb 4 zu Bette und wurden morgens von der übermotivierten Nele geweckt, die uns unbedingt noch Frühstück machen wollte. Dabei ist negativ aufgefallen, dass ich weder Gewürze noch sonst was Essbares im Haus hatte. Hab meine Mama deshalb auch am Sonntag gesagt, dass sie mir wenigstens Pfeffer mitgeben solle. Das Frühstück verlief dieser Probleme und Evgenys mangelnden Schlafes
zum Trotz harmonisch und fröhlich.

Mama Nele schmiert Brötchen

Als ich dann nach Bad Driburg kam, stellte ich mir ziemlich oft die Frage, wo denn überhaupt meine Heimat sei. Damit wurde ich nämlich oft konfrontiert. Nach dem Schema: „Adam, wo bist du?“ „Zu Hause“ „Ja, welches zu Hause denn?“ Eindeutig möchte ich mich nun darauf festlegen, dass Düsseldorf eher zu meiner „Heimat“ geworden ist, als dieser kleine, trostlose Kurort im Talkessel an der Egge. Ich langweile mich hier in Düsseldorf nicht einen Tag, habe Freunde gefunden, habe Leute, die es kümmert wie es um mich bestellt ist und fühle mich hier einfach grenzenlos wohl. Ich würde gern über das Studium hinaus hier bleiben und arbeiten.

Mein Samstag und Sonntag im elterlichen „Jam-Bank“-Domizil gaben mir nur die Freude am Gitarre spielen zurück, den Rest der Zeit langweilte ich mich am Fernseher und schaute bis spät nachts irgendwelche zweitklassigen Filme. Wenn ich meine A-Gitarre vom Geburtstagsgeld kaufen kann und dann in Düsseldorf spielen darf, gibt es wohl kaum noch Gründe die Wochenenden bei meinen Eltern zu verbringen. Naja, nächste Woche is mein Geburtstag und übernächste Woche die Kommunion meiner kleinen Schwester, heißt: Feiern, Geld abziehen, in die Heimat zurück und dort weitersaufen. Es ist nur eine Frage der Zeit (eher des Geldes) bis ich mir diese coolen „Düsseldorf“-Pullis und Shirts kaufen werde.

Achso, bald ist mein 200. Blog-Eintrag voll, für diesen werde ich mir gründlichst und wohl überlegt ein Thema wählen, dass ein mein anfänglich kritisches Bloggen erinnern soll (die japanische Regierung hat lange nix mehr aufen Sack bekommen von mir). In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal.

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2 Antworten to “Something called „Heimat“ oder: Der Kater der Langeweile nach dem Pub”

  1. Peter Says:

    Tja, schon schlimm, wenn man so schreibt, da wird es immer mehr. Also auch Du schon bald 200. Ich liege da natürlich (insbesondere wenn ich alle meine Blogs mal zusammenrechne etwas drüber, aber hey, ich bin ja auch schon lang dabei (seit 2004). Da bin ich dann ja echt mal gespannt, was du zum 200. raushaust.

  2. Miss*P Says:

    cider.. das wäre mal wieder eine idee.. und das mit der heimat kann ich nur bejahen… meine großmutter sagte (okay, ich kenn noch ne ganze reihe mehr leute, die abgedroschene volksweisheiten wie die nachfolgende zum besten geben) immer, heimat wäre da, wo das herz ist.. hmm.. dann ists bei mir inzwischen seit fünf jahren in siegen, schön weit weg von meiner familie *;) und .ich vermisse nichts..außer in stillen momenten. aber heimat ist inzwischen ganz klar hier. das merke ich in den kurzen augenblicken, die ich bei meiner familie bin und denke *oh bitte, ich möchte nachhause* *;)

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