„Schlaaaaaaand!“ oder: Deutsch-polnischer Opportunismus

Ja, auch in Düsseldorf ist das EM-Fieber angekommen. So trafen sich ein Schlesier (ergo Deutsch-Pole ergo der Autor dieses Blogs) und ein Russland-Deutscher mit polnischen Wurzeln (Mr. Warbanski) zum geselligen Fußball gucken in seiner Wohnheim-Bude. Es war alles fein vorbereitet worden, so hat Mr. Warbanski leckersten Kare-Reis (the good old Japanese way) zubereitet und dazu gab es stilgerecht polnisches Bier (Zywiec) aus dem Polski Sklep in der Merowingerstraße. Natürlich wurde auch die passende Bekleidung gewählt, so tauchte ich im guten alten Juskowiak-Trikot an, das aus der Zeit stammt, als er noch beim Vfl Wolfsburg kickte. Mr. Warbanski erhielt als Leihgabe das Odra Opole-Trikot, sodass klar war, wem wir die Daumen drückten.

Natürlich waren das Miro Klose und Lukas Podolski. Aussiedler-Kinder müssen schließlich zusammenhalten, auch wenn Mr. Warbanski immer eine panslawistische Affinität zur polnischen Elf hegte, war für mich klar, dass ich (spätestens nach dem ersten Tor) auf der deutschen Seite war. War ja auch klar, dass die Deutschen gewinnen. Das Spiel an sich war nicht langweilig, aber auch kein richtiger Thriller. Die Deutschen spielten sich die besseren Chancen heraus, wenngleich die Polen zu einer bestimmten Zeit wesentlich mehr Torschüsse abgaben. Auf mein lautes „Jaaaaaa!“ nach dem 2:0 folgte ein Echo von den Nachbar-Zimmern des Wohnheims, obgleich dieses mehrheitlich mit Ausländern besiedelt war. Aber hey, wenn man in Deutschland studiert und China, Taiwan, Korea und England eh nicht bei der EM dabei sind, darf man auch mal den Deutschen die Daumen drücken.

Bezüglich der Rolle Polens war mal wieder klar geworden, dass diese Mannschaft keine Turnier-Mannschaft ist. In der Quali räumen sie zwar immer alle Gegner aus dem Weg, aber wenns drauf ankommt, kriegt man wieder nichts gebacken. Also sollte hier die Mentalität eher lauten „Dabei sein ist alles.“. Dass es nun noch gegen Gastgeber Österreich geht, die sicherlich höchst motiviert sein werden, macht die Situation nicht einfacher. Letzten Endes ist aber trotzdem ziemlich unklar, wer tatsächlich die nächste Runde erreicht. Einfach den Deutschen die Daumen drücken, schließlich spielen da doch auch 2 Polen im Sturm mit. Irgendwie hat Polen also doch gewonnen, sie wollen es nur nicht zugeben.

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Eine Antwort to “„Schlaaaaaaand!“ oder: Deutsch-polnischer Opportunismus”

  1. thielus Says:

    außerdem hat kubica schon das formel 1-rennen gewonnen.

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