Der Wert eines Menschen

Die Fragestellung nach dem Wert des Menschen kam bei mir auf, als ich als „wertlos“ bezeichnet wurde. Jedoch ist es schon kritisch (meiner Ansicht nach) vom Wert eines Menschen zu sprechen. Dinge können einen Wert haben, wieso dann Menschen? Wenn wir Menschen nach Wert kategorisieren, rücken wir schon vom modernen Grundsatz der Gleichheit aller Menschen ab. Das Selbstwertgefühl des Menschen wird also von der Gesellschaft bzw. von der Menschheit selbst aufgestellt, jedenfalls ist dies der häufigste und auffälligste Fall. Menschen werden nach Status kategorisiert. Nehmen wir als Beispiel die Mittelschichtgesellschaft oder Schröders Neue Mitte. Konstrukte, nicht mehr und nicht weniger, ABER es sind Konstrukte, die identitätsstiftend wirken (können). Die erste Kategorie, die ich also sehe, ist also, dass der Wert eines Menschen diskursiv erzeugt wird (wie so ziemlich alles in dieser Welt…).

Wenn man denn daran glauben will, sehe ich dann noch die Kategorie Gott/Buddha/TV (je nachdem welchen Gott man anbetet ;-)). Ein Wesen, das über den Menschen steht und deshalb den „Wert“ des Menschen kennt. Das ist die hypothetischste Kategorie, sie würde allerdings die Bemühungen der Menschen zu kategorisieren und einzuordnen ad absurdum führen. Wenn wir jetzt aber mal vom Neo-Marxismus und der Religion weggehen, was bliebe dann noch?

Hat jemand den Film „Kung-Fu Panda“ gesehen? Die einfache und kind-gerechte Moral des Filmes ist, dass dein Wert eben nicht durch andere definiert wird, du selbst bist es, der dich und deinen Wert definiert. Die Aussagen, die Menschen über dich machen werden, sind so vielschichtig wie paradox. So kann es geschehen, dass du an einem Tag „Arschloch“, „Traumprinz“ und „wertlos“ bist. Ein wertloses Traumprinz-Arschloch? Nein, wir müssen selbst herausfinden, welchen Wert wir haben. „Alle Menschen sind gleich“, für mich ist das paradox, denn wir finden unseren Wert teilweise auch darüber wie wir in Bezug zu anderen Menschen stehen. Wenn ich ein Arschloch wäre, aber jetzt sehe, dass jemand ein viel größeres Arschloch ist, relativiert das meine Selbstwahrnehmung. Ich betone jetzt das Individuum, denn es liegt wirklich in unserer eigenen Hand, wie wir uns sehen und welchen Wert wir uns selbst zusprechen. Klingt vielleicht ein wenig liberal, aber ich lasse mir von anderen nicht sagen, welchen Wert ich zu haben habe. Das wäre nämlich der erste Schritt in die Kategorisierung von Menschen und Untermenschen.

Ich für meinen Teil bin nicht „wertlos“, oder? Eigentlich wäre es das Beste, wir würden uns von der Vorstellung lösen, dass Menschen einen Wert haben. Die Welt ist kein Supermarkt.

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5 Antworten to “Der Wert eines Menschen”

  1. Selbstwert vs. Menschenwert | txtblog Says:

    […] Adam schreibt mit dem Titel “Der Wert eines Menschen” über eben dieses Thema und ich möchte darauf Bezug nehmen – oder es zumindestens versuchen. Denn so richtig sein Résumé Die Welt ist kein Supermarkt […]

  2. Peter Says:

    Ich für meinen Teil bin nicht “wertlos”, oder?

    Also wenn du mich so fragst: Nein, du bist nicht wertlos. Jetzt mal rein subjektiv.

  3. paleica Says:

    das ist ein sehr toller beitrag. über solche dinge sollte man sich öfter gedanken machen. aber a propos wert: eines meiner lieblingszitate: nicht alles, was einen wert hat muss auch einen preis haben.

    melde mich nun wieder aus dem urlaub zurück!

  4. Patrick Says:

    Der Wert eines Menschen sollte sich nicht in Geld aufwiegen lassen, leider kommt man zu dieser Erkenntnis wenn man im Krankenhaus arbeitet, Privatversicherte bekommen mit 80 noch´ne neue Hüfte, als normalsterblicher Kassenpatient guckt man in die Röhre bzw. dieses aus seinem Rollstuhl….that´s live, Geld regiert die Welt, ein paar mehr Michels täten dieser Welt durchaus gut…

  5. Patrick Says:

    Noch wat: Kung-Fu-Panda rockt ^^

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