Takeshi Kitanos „Battle Royale“

Man mag es eigentlich kaum glauben, wieviel dieser Film aus der Idee rausholt, dass eine Schulklasse auf einer Insel ausgesetzt wird, um sich gegenseitig abzuschlachten. Jeder bekommt einen Sender, der seinen Aufenthalt kennzeichnet und explodiert, sobald man versucht die Insel zu verlassen. Das Spiel dauert 3 Tage, danach explodieren alle Überlebenden. Es kann also nur ein Einziger überleben, nämlich der Schüler, der am Ende des Spiels alle Anderen getötet hat. Im Laufe des Films bekommt man also mit wie 40 Schüler sterben und an jeden Tod knüpft Kitano eine kleine Geschichte. Sei es, dass sich Paare erhängen, von der Klippe springen, Schüler durchdrehen, weil sie einander nicht mehr vertrauen. Battle Royale ist ein atmosphärisch sehr dichter Film, in dem es blutdurstige Schüler gibt, sowie Pazifisten oder Schüler, die den Selbstmord dem Töten vorziehen. So wirft der Film zahllose ethische Fragen auf, die den Zuschauer fast erschlagen. Wie viel wiegt das eigene Leben? Ist es Recht zu töten, wenn man selbst sonst stirbt? Wie weit geht Liebe, wenn nur einer des Paares überleben kann? Manchen werden die moralischen Fragen des Films eher schlaflose Nächte bereiten als die Mordszenen. Das ist tatsächlich auch das Anliegen Kitanos, keinen Splatter-Film sondern ein nachdenkliches Werk soll man vor sich sehen.

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6 Antworten to “Takeshi Kitanos „Battle Royale“”

  1. lalia Says:

    mal so gesagt, es ist kein reiner hirnloser Splatter, aber es kommen doch viele Splatter-Elemente vor. dennoch sehr zu empfehlen.

  2. Anti Says:

    Hast du das auf DVD Adam? Wenn ja meld ich mich mal für ausleihen an ^^

  3. michel Says:

    also ich konnte mit dem film nichts anfangen. hatte dann doch zu viele elemente eines B-movies. schade, das thema an sich würde viel hergeben
    hier noch ne kritik:
    http://www.resurrection-dead.de/dailydead/battle_royale

  4. Anti Says:

    Es ist ein Kitano-Movie, wer B-Movie sagt hat ihn vermutlich nicht verstanden, wie immer bei diesen Filmen.

  5. adulto Says:

    B-Movie klingt auch ein wenig abwertend, als wäre die Qualität des Films dürftig, dabei ist er echt handwerklich gut gemacht und als Groteske eben nicht „normal“.

  6. Trymon Says:

    Battle Royale ist ein äußerst gesellschaftskritischer Film, welcher diese durch den Splatter noch hervorhebt.
    Ich kann jedem nur empfehlen den Roman zu lesen, oder wer das nicht mag den Manga. Dort wird alles noch wesentlich genauer beleuchtet, als es ein Film könnte.
    einen Bericht über den Manga gibt es auf meinem Blog.

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