Mein krankes Leben

Tatsächlich hat sich mein Gesundheitszustand im Laufe des Sonntagsabend so dramatisch verschlechert, dass ich mich zur Notfallpraxis in Düsseldorfs Zentrum bewegt habe. Kurz vorher rief ich noch Iwan an, der sich spontan bereit erklärte mich noch um 22 Uhr zu diesem suspekten Ort zu begleiten. Dort warteten einige Leute, denn es war wohl nur ein einziger Allgemeinmediziner da, sodass ich mich mit meinen Fieberschüben in meinen dicken Klamotten windete und Iwan einen Anruf von seiner Liebe bekam, die besorgt war um meinen Zustand. (und wahrscheinlich heilfroh, dass Iwan so ein Menschenfreund ist)

Jedenfalls war auch ein ganz cooler Typ dabei. Man kann es eigentlich kaum beschreiben, er sah aus wie ein typischer rumänischer Mafiosi im ausgetragenen marine-blauen Adidas Sportanzug mit stylischen Fußball-Hallenschuhen (die ihm aber deutlich zu klein waren) und einer osteuropäischen Abgezocktheit, die nur den osteuropäischen Arzt kein Stück verunsichern konnte. Mister Malenkovic wollte seine Praxisgebühr nicht bezahlen, schließlich ist er mit einem Bösewichts-Harhar und einem Gang, als hätte er gerade 30 Frauen gevögelt, aus dem Zimmer gekommen und hat noch ein wenig Randale gemacht. Nun, da ich aber fröhlich meine 10 Euro aufen Tisch legte, behandelte mich der absolut buddha-mäßig entspannte Arzt mit wenigen Worten und der Erkenntnis, dass ich diese Woche eigentlich gar nix machen darf und schön weiter meine Drogen nehmen solle. (Also des Zeug, das er mir halt verschrieben hat.)

Mit Iwan gings dann noch zur Apotheke zwecks Drogen holen, wo eine verflucht attraktive Giftmischerin in der Nachtschicht tätig war. Dann dachte ich kurz daran, dass ich nicht als 3. von 3 Freunden einer Giftmischerin nachgeben durfte und beschränkte mich auf das Überreichen des Rezepts ohne meine neuerdings typischen Anmachsprüche. (Bsp: „Na, was macht denn so ein hübsches Mädchen so spät in der Nacht allein in einer Apotheke?“) Mit dem armen Iwan gings dann noch nach Hause, wo ich ihm all mein (sonst verfaulen würdendes) Essen überreichte, denn durch die Krankschreibung für eine ganze Woche und die Geldknappheit bot sich eine Kur in Bad Driburg durchaus an. Komisches Gefühl, dass ich das erste Mal im 5. Semester mal krankheitsbedingt in der Uni fehle. Aber jetzt wo der Japanisch-Sprachkurs vorbei ist, ist die Krankheit auch nicht so dramatisch für meinen Kenntnisstand.

Durch die Rachenentzündung hat meine Stimme was von Marlon Brando in „Der Pate“, eine Freundin schlug bereits vor, dass ich ja Marlon Brandon synchronisieren könne… nun ja, schade, dass der Mann schon tot ist, was wiederum für mich Anreiz sein sollte, meine Rachenentzündung so bald wie möglich zu kurieren. In diesem Sinne, passt auf euch auf.

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2 Antworten to “Mein krankes Leben”

  1. morbiderengel Says:

    Hehe als ob die Giftmischerin dich genommen hätte 😛

  2. adulto Says:

    Vielleicht nicht für immer, aber sicher für die eine Nacht in der Apotheke. ^^

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