One Night in Paris

Ja, es war schon eine meditativ-besinnliche Nacht, die ich trotz steter Sorge um Leo und Anti, am Flughafen Düsseldorf verbringen durfte. Schuld waren weder die Beiden noch ich, die einzige Schuld hat Air Berlin, die meiner Ansicht nach auf eine rote Liste mit der Deutschen Bahn gehören. Aber im Prinzip doch viel schlimmer sind. Nun, ich war um halb 6 zu Hause und damit meine ich morgens. Nachdem ich um halb 11 (wegen des letzten Lebenszeichens von Anti und Leo) zum Flughafen gefahren bin, stellte sich dort heraus, dass der Air Berlin-Flieger aus Paris (ich war ja da um die beiden abzuholen) verspätet käme. Kein Problem, sagte ich mir, aber das war ja nur der Anfang. Mit einem Kaffee und Bonnie Pink in meinen Ohren setzte ich mich ins McCafé und chillte. Ich schlürfte meinen Caramel Café Frappé, kratzte an meiner (ironischerweise) Paris-Mütze und beobachtete die Leute. Auffällig war eine Mitarbeiterin von Air Berlin, die aussah wie ne Tonne und ne kleine Zwischenmahlzeit bei McDonald’s einnahm. Von einem Wartenden darauf angesprochen, was denn mit den Flügen von Air Berlin los sei, antwortete sie nur: „Ich habe gerade Pause.“ Kurz war ich davor die Contenance zu verlieren, aber ich besann mich auf buddhistische Werte der Selbstversinkung und atmete nur ganz tief ein.

Die Information des Flughafens machte zeitig um 12 Uhr nachts zu. Die Frage nach den Air Berlin-Fliegern durfte zwei überforderte Security-Leute übernehmen, die mir dann aus der Zentrale die Info zukommen ließen, dass die Flieger nach Köln umgeleitet wurden. Diese Info erhielt ich um 1, während Anti und Leo um 12:30 in Paris die Mitteilung bekamen, dass sie gar nicht mehr fliegen würden. Ich war allerdings der festen Überzeugung, dass die zwei mit dem Bus aus Köln kämen. Tja, dass dies nicht so war, erfuhr ich dann bei der Ankunft der Busse um 3 Uhr. Nun musste ich mich nur um die Heimfahrt kümmern. Von Anti und Leo war keine Spur, also ging ich zum Gleis des Flughafen-Bahnhofs (nachdem ich mir kein Taxi nehmen konnte, weil die Automaten der Sparkasse nen Neustart oder so machen mussten) und stieg dort (mit 10 Minuten Verspätung um Viertel vor 5 in den Zug zum Hauptbahnhof, dort erwischte ich zeitig einen Anschluss nach Bilk, wo Anti und Leo entgegen meiner Befürchtungen nicht warteten.

Der folgende Schlaf war schlecht und fand sich erst um 6 Uhr ein. Ich wurde exakt 5 mal geweckt, erst um 8 Uhr durch den Postboten, dann von einem Anruf von Anti, dann standen beide vor der Tür, dann rief Iwan an und zwischendurch kam noch eine SMS an. Wenigstens haben mir Anti und Leo ein Sandwich mitgebracht, dass dann gleich mein Frühstück wurde. Naja, im Endeffekt nehm ich’s net zu tragisch oder wie Rojo sagen würde: „Der Flughafen ist der beste Ort, an dem man außerhalb des Hauses die Nacht verbringen kann. Sauber, sicher, hell und warm.“ Jetzt bin ich aber froh, dass ich mich in mein warmes Bettchen legen kann, denn ich bin verflucht erschöpft oder wie der Japaner sagen würde 疲れ果てた!

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2 Antworten to “One Night in Paris”

  1. morbiderengel Says:

    Mist, unter dem Titel wollt ich nachher auch bloggen *lach*

  2. adulto Says:

    Der hat sich einfach angeboten. ^^

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