Mein 2008 – ein kleiner Rückblick

Woody Allen hat mal in einem Interview die leicht nihilistische Ansicht geäußert, dass das Leben nur aus Ablenkungen bestehe und dass sein filmisches Schaffen im Endeffekt auch nur der Versuch ist, sich von der Sinnlosigkeit des Lebens abzulenken. Ist das nicht wunderbar? So braucht man sich nicht wie ein bekloppter über den Sinn des Lebens den Kopf zerbrechen. Stattdessen ermutigt Woody Allen uns alle zu saufen, zu rauchen (natürlich nur Gras), dreckigen Sex zu haben, ins Kino zu gehen und uns die Ohren ununterbrochen mit Musik vollzudröhnen. Wenn man ehrlich ist, besteht unser Leben doch genau aus Vergnügen und Freude.

Zumindest mein 2008, naja, ok, da war diese blöde Trennung Anfang des Jahres, die ich auch irgendwie durchstehen musste, aber heute fragt da eh keine Sau mehr nach. Danach wurde das Jahr 2008 mit immer weiterem Verlauf immer lebenswerter. Ich verliebte mich in eine dunkelrote Schönheit, die ich Akiko taufte und wurde auch mit zunehmender Freude zum Fan dieser Akkustik-Gitarre. Langsam änderte sich damit auch mein Musikgeschmack. Dir en grey brachten ein grauenhaftes Album heraus, wohingegen ich mit Bonnie Pink, Yui und Yamazaki Masayoshi japanischen Akkustik-Pop/Rock für mich entdeckte und zu lieben lernte.

2008 war ein Jahr, das mich charakterlich und menschlich sehr formte, es brachte mich weiter. Ich konnte Erfahrungen sammeln, die ich nicht mehr missen möchte und ich konnte Menschen kennenlernen, die ich ebenso wenig missen möchte. Wäre das Jahr umgekehrt verlaufen, hätte es also gut begonnen und würde schlecht enden, wäre es wohl insgesamt ein schlechtes Jahr für mich geworden, das ist eben der Tribut, den man an das subjektive Empfinden entrichten muss. Aber dass ich so konsequent glücklich bin, stellt augenblicklich alles Schlechte in diesem Jahr in den Schatten. In der Uni läuft’s, ich hab mir wunderbare Freunde finden können, meine Wohnung wird von Tag zu Tag schöner und ich fühle mich in Düsseldorf immer wohler. Ich fühle, dass ich es dieses Jahr nach Japan schaffen kann, wenn ich mich nur genug reinhänge und dass meine Bachelor-Arbeit ein wundervolles Werk wird.

Im Endeffekt ist alles nur dazu da um Sehnsüchte meines Herzens nach Selbstständigkeit und der Welt da draußen zu stillen. Das Leben ist eben nur eine große Ablenkung oder wie es Bonnie Pink ausdrücken würde: jinsei-geemu. Das Leben ist ein Spiel, wenn man das Leben so auf die leichte Schulter nimmt, kann es gar kein schlechtes Jahr mehr geben. Woran soll man sonst im Leben glauben, als dass das Leben genauso oberflächlich und einfach gestrickt wie der Mensch selbst ist.

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