Das Geld, das für dich arbeitet oder: Die apokalyptische Finanzkrise

I’m not an investor. People always tell me, you should have your money working for you. I’ve decided I’ll do the work. I’m gonna let the money relax. You know what I mean? ‚Cause you send your money out there – working for you – a lot of times, it gets fired. You go back there, „What happened? I had my money. It was here, it was working for me.“ „Yeah, I remember your money. Showing up late. Taking time off. We had to let him go.“ (Seinfeld)

Ich bin eigentlich eher zufällig mal in einer schlaflosen Nacht über eine Seinfeld-Folge auf Comedy Central gestolpert, in der der amerikanische Aktienwahn (schon Mitte der 90er) herrlich ironisch auseinander genommen wurde. Ja, und da war mir keine Mühe zu schade den Monolog von Seinfeld am Ende der Folge zu finden, denn wie ich finde, trifft dieser den Nagel auf den Kopf. Eigentlich will ich nicht wie ein über-konservativer Typ wirken, der meint, dass immer noch zählt, was produziert wird und Aktienkurse nur Blödsinn sind. Aber es ist doch nun mal so, dass uns die Aktienmärkte und Fonds als zukunftssicher gelten und gerade jetzt in Zeiten der Finanzkrise stellt sich heraus, dass die menschliche Gier mal wieder eine Finanzblase entstehen ließ, die vom amerikanischen Staat und den Banken noch weiter gefüttert wurde.

Heute bringen sich Unternehmer um, gehen Banken unter, Endzeitstimmung macht sich breit. Es ist eine schöne Vorstellung, dass Geld für einen arbeitet, aber es ist doch nur eine Vorstellung, die der Faulheit und Gier geschuldet ist. Finanzberater flüsterten uns Jahre lang ihre süßen Lügen vom arbeitenden Geld ein, das wie Zucker im Mund unseres Bewusstseins zerfloss. Übrig blieb der zuckersüße Sabber, der uns beim Gedanken an einen Reichtum ohne Eigenleistung, warm die Mundwinkel hinunterfloss. Was für ein naives Märchen. Ich meine, hat wirklich schon mal jemand Geld arbeiten sehen? Steht das da an nem Fließband und baut Teile bei Daimler ein? Wäre schön. So ein Geld müsste man mal erfinden.

Brauchen wir jetzt einen Kapitalismus light? Planwirtschaft? Eigentlich ist die Frage des Systems fast schon nebensächlich, wenn der Mensch ein gieriges Wesen bleibt. Insofern werden sich auch die Mechanismen der Märkte in Zukunft marginal ändern, schließlich hat die Finanzblase Jahre des Wohlstands gebracht, da ist so ne kleine Rezession doch halb so wild. Geld allein macht jedoch nicht glücklich, es macht nur faul. Würde man nem Kind sagen: „Hey, diese Münzen, die du da siehst, die arbeiten“, würde es wohl nur laut loslachen und den Erwachsenen für geisteskrank halten. Zusammenfassend kann man also sicher sagen: Geld bringt Wohlstand, Faulheit, Gier, aber was es ganz bestimmt nicht tut, ist arbeiten.

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