Brotherhood

Dieser koreanische Film, über zwei Brüder, die während des Koreakrieges eingezogen werden lief gestern spät abends in einer ARTE-Reihe zu Kriegsfilmen. (Wird heute Nacht wiederholt, wer Lust hat, kann reinsehen, lohnt sich!) Der Film zeigt keinerlei positive Seiten des Krieges. Es gibt keine einseitige positive Darstellung der südkoreanischen Armee, eher wird dargestellt, dass Süd- und Nordkoreaner absolut willkürliche Kategorien sind, weil Zwangsrekrutierungen von Zivilisten jeglichen Alters an der Tagesordnung sind. Der Film liefert bedrückende Einblicke, da er die gesamte Spanne des Krieges darstellt. Vielleicht am bedrückendsten ist allerdings ein Kapitel des Koreakriegs, welches allgemeinhin nicht oder wenig bekannt ist. Die Tötung von „Kommunisten“ durch „Antikommunisten“ an der Heimatfront. Als die südkoreanische Armee die Kommunisten mit amerikanischer Hilfe zurückschlug, gab es antikommunistische Kommandos, die Zivilisten auf offener Straße ohne Gerichtsverhandlung mit dem Vorwurf kommunistischer Agitation erschossen haben. So stirbt die Frau des Protagonisten, Grund für ihre kommunistische Parteitätigkeit war allerdings der Fakt, dass man nur für ein Erscheinen bei Parteikundgebungen Lebensmittel ergattern konnte. So wurde ihr Existenzkampf zu ihrem Verhängnis. Ein wirklich perverses Stück Geschichte. Auch sonst spart der Film nicht an Kritik, die Beliebigkeit des Tötens, die Unmenschlichkeit der Soldaten. Die Spirale der Gewalt dreht sich immer weiter und gräbt sich tief in die Psyche der Protagonisten. Brotherhood ist in jedem Fall einer der sehenswertesten koreanischen Filme und eine exzellente Nacherzählung über den Koreakrieg.

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