Einmal Karneval erleben

Gestern hab ich mal mit Evgeny zusammen Karneval gefeiert. Obgleich es heißt „carne vale“ oder so, haben wir vor dem Besäufnis (so ne Flasche Wodka zum Warm werden muss schon sein) eine sehr ordentliche Portion Spaghetti Bolognese in uns hineingeschlungen. Erst mit diesen 500 Gramm purstem Italo-Fraß in uns, wagten wir uns an den kostbaren russischen Wodka mit feinstem hohes C-Orangen-Saft. Mit Lenny Kravitz und einigen lustigen Youtube-Filmchen brachten wir uns in Feierlaune, während der sich auf meiner Straße auflösende Rosenmontagszug noch einige letzte Helau-Rufe ausrief. Evgeny merkte an dieser Stelle an, dass der Helau-Gruß eigentlich sowas wie nen Hitlergruß nur in fröhlich und mit gegensätzlicher Bewegung ist. Also wir ließen den Geist des guten russischen Wodkas aus uns sprechen, wenngleich wir nicht unbedingt hoffnungslos besoffen sondern eher auf einem guten Niveau sittsam betrunken waren. Die Altstadt-Party nach dem Vorglühen war echt der Hammer. Es ist echt unglaublich wie viele fröhliche Leute an Karneval in der Altstadt unterwegs sind. Die Aktion „Düsseldorf gegen Scherben“ (oder so) war ein voller Erfolg, die Altstadt, die normalerweise von Scherben übersät ist, war dieses Mal fast schon erschreckend ordentlich. So war das Feiern auch viel angenehmer. Wir hielten uns mit Desperados auf unserm Niveau. Erstaunlich hierbei ist die Preisspirale. Eine Inflation, die ich selten erleben konnte. Innerhalb eines Abends wurde aus der 2 €-Flasche (Bilk) eine 2,50€-Flasche (abgelegene Altstadtgasse) und dann eine 3,50 €-Flasche (Multi-Kult-Store im Herzen des Geschehens). Also wenn das mal nicht ein Crashkurs in Inflationskunde war.

Die Leute gingen besonders geil ab, als durch die Lautsprecher (die überall in der Altstadt hingen) „10 kleine Jägermeister“ von den Hosen, also unserer Band, lief. Ich glaube, für Düsseldorf gibt es kein besseres Sauf-Lied, vielleicht auch deshalb weil ein wenig Melancholie im Refrain mitschwingt. Die Anti-Köln-Zeilen des Liedes wurden umso frenetischer betont. Düsseldorf ist halt die beste Stadt mit der besten Band und dem besten Karneval. 😉 Sehr lustig war ein Typ, der (obgleich er kaum noch stehen konnte) noch ein Foto mit Evs Kamera von mir und Evgeny machen wollte. Die Leute sind halt einfach hilfsbereit, auch wenn sie selbst die meiste Hilfe bräuchten. Ich musste mich aber schon zusammenreißen, als ich sah wie der Typ sich die Handlasche der Kamera anguckte und wir nie so recht wussten, ob er den Knopf findet oder das Ding gleich runterfällt.

Dann kam noch eine sehr lustige Begegnung mit meiner Japanisch-Sprachpartnerin zustande, bei der die Gute erzählte, wie ihre Freundin mit zwei Männern abgehauen ist, während sie selbst auf der Toilette war. Was ist das nur für ne Freundin?  Hat nicht mal einen Kerl da gelassen. 🙂 Naja, meiner Tandempartnerin ging’s trotzdem noch sehr gut, auch wenn sie meinte, dass ihr Deutsch nicht mehr so gut sei, weil sie  zu viel getrunken hat. Gut, dass mein und Evgenys Japanisch besser werden, wenn wir trinken. Jedenfalls ging sie danach nach Hause, musste ja auch um 8 Uhr morgens arbeiten. Evgeny meinte nur trocken, dass er sich wünschen würde, dass alle Japaner so wären. Er meint wahrscheinlich die Offenheit und nicht den wankenden Gang. Kurz nach meiner Sprachpartnerin machten wir uns auch auf den Weg, weil man es ja auch nicht mit dem Feiern übertreiben sollte. Um 10 Uhr abends war ich denn auch sicher zu Hause, nur die Mischung von Desperados und Wodka war wirklich ein schmerzhafter Mix für meine Birne. Ich entschloss mich trotzdem ohne Tablette ins Bett zu gehen, nahm dann halt einfach um 4 Uhr morgens eine, als ich den Schmerz nicht mehr aushielt. Morgens war ich dann auch fit und konnte rechtzeitig meine Okinawa-Unterlagen bei Fujita-sensei abgeben. Ach, so einen Karneval kann es ruhig jedes Jahr geben.

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2 Antworten to “Einmal Karneval erleben”

  1. Anti Says:

    Du vergisst zu erwähnen was zwischen dem nach hause kommen und schlafen war *lol* gut dass du das nimmer weißt 😀

  2. adulto Says:

    Ich werde von nix erzählen, an das ich mich nicht mehr erinnern kann. 😀

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