Bonn sehen und sterben

Ja, trotz zwei Jahren, die ich in der Nähe der ehemaligen Bundeshauptstadt der BRD wohnen durfte, sah ich bisher nie den Anlass mich nach Bonn zu begeben. Was soll es da auch schon groß geben. Tatsächlich erinnerte mich alles so verflucht an Paderborn, eine Möchtegern-Stadt mit Dorf-Flair. Wieso ich trotzdem nach Bonn musste? Nun ja, da heute Abgabefrist für den DAAD war und die Post heutzutage keine Briefe mehr am gleichen Tag verschickt (Servicewüste Deutschland), stand ich vor der Wahl beim DHL 85 Euro zu zahlen oder selbst nach Bonn zu fahren und die Bewerbung mit meinen eigenen Händen abzugeben. Naja, man muss ja bedenken, dass ich ob dieser heiklen Aufgabe den zweiten Tag in Folge in aller Frühe auf war. (8 Uhr morgens!) Komischerweise bin ich fit trotz der 4 Stunden Schlaf gewesen, habe meine Projektarbeit für Frau Prof. Mae abgegeben und bin dann nach Bonn gedüst. Natürlich fährt nur ein Mal in der Stunde ein Zug nach Bonn…. und den hatte ich gerade am Bahnhof um 5 Minuten verpasst. Frühstück bei Burger King hat aber auch was. In Bonn angekommen war nichts von Großstadt zu spüren. Ein Bahnhof mit 5 Gleisen (Paderborn??) direkt nebenan ein Busbahnhof, mit Bussen, die durch die Idylle fahren. Ich bin natürlich in den falschen Bus gestiegen. Zumindest war die Nummer richtig, aber die Richtung war falsch. Naja, passte auf jeden Fall wieder zu meinem aktuellen mentalen Zustand, der in der Nähe der Schwachsinnigkeit zu schweben scheint. Als ich dann in der Kennedyallee (alle Straßen haben irgendwas mit Politikern oder der Deutschen Post zu tun) ankam, war der DAAD doch greifbar nah, nach 5 Minuten war alles erledigt. Mein Päckchen in der Poststelle angekommen und ich erleichtert um eine weitere Last.

In Bonn Hauptbahnhof durfte ich wieder 40 Minuten warten, aber was soll’s. Da mein einziges Essen zwei Burger gewesen waren, ging ich zu Mäc und kaufte mir ne Cola. Die Verkäuferin fand mich scheinbar so süß, dass sie vergaß den Euro zu kassieren. Mit einem spitzbübischen Augenzwinkern gab ich ihr dann doch ihren Hungerlohn. Ich lief ein wenig durch Bonn und sah nur komische Gestalten, Vorstadt-Gangster-Kinder und andere Kreaturen. Nachdem ich dieses rheinische Ostwestfalen begutachtet hatte, war ich nur froh endlich in den Zug steigen zu können. Ich musste zwar durch Köln, aber erleichtert und müde. Ich brauche jetzt nur noch ein paar Tage um den ganzen Stress zu verarbeiten. Irgendwie schaff ich das schon.

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2 Antworten to “Bonn sehen und sterben”

  1. David Says:

    Sieh es doch so: wenn du im Juni/Juli zum Bewerbungsgespräch musst, weißt du schon mal, wo du lang musst 😉

    Ich hab ja eigentlich gedacht, dass ich ziemlich spät dran war mit meinem DAAD Kram. Habs am Freitag abgeschickt. Aber deine Geschichte läßt mich ja ganz gut da stehen. Vielen Dank^^;

    Wie schauts mit Auslandsbafög aus?

  2. adulto Says:

    Bei Auslandsbafög konnte ich die Frist locker einhalten. Aber wer weiss, was die nicht noch haben wollen…wenn die sich dann in nem Jahr melden sollten. ^^

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