Unterwegs in den Untiefen der Völkerverständigung

Gestern ging es mit Arbeitskollegen in die Altstadt, da Chika-sensei eine begeisterte Clubgängerin ist, hat sie mich auch eingeladen mitzugehen. Aber nicht nur mich, meine anderen Arbeitskollegen waren auch da. Zumindest die japanischen. Also Youhei und Takashi-kun. Geplant war ein Ausflug in den Monkeys Club zwischen Königsallee und Altstadt. Da ich Nami noch mitgenommen habe, waren also allesamt 4 Japaner versammelt. Ein wenig deutsche Unterstützung lieferte dann noch eine studentische Hilfskraft, mit der ich zwar bisher nicht gearbeitet habe, aber mit der man sich sicher verstehen kann, wenn man das harte Schicksal der Ausbeutung teilt. 10 Euro Eintritt und 14 Euro für Namis und meine Getränke haben jedenfalls das Abhängigkeitsverhältnis gegenüber meinem Arbeitgeber nochmal vertieft.

Kaum waren wir im Club stürzte sich Chika schon auf die Tanzfläche, während ich mir erstmal ein Bierchen gönnen wollte. (Scheiß Mindestverzehr…) Takashi folgte meinem Beispiel ebenso wie Nami, während Youhei (aufgrund mangelhafter Alkoholverträglichkeit) nen O-Saft nahm. Trotzdem werde ich nicht den Gedanken los, dass die irgendwas in den O-Saft gepanscht haben, denn Youhei hat von 1 Uhr bis 4 Uhr morgens ohne Unterbrechung durchgetanzt. Meinen Respekt dafür! Takashi und Chika hielten sich nach ner Weile etwas zurück, während ich und Nami noch eine dritte Gruppe bildeten, uns dann aber auch Takashi und Chika anschlossen.

Takashi war nach einer Weile gewillt, sich an den deutschen Damen zu laben. Brauchte allerdings Hilfe überhaupt mal etwas zu starten, weil er immer eine Ausrede fand, eine Frau nicht anzusprechen. „Ich mag nur blonde Frauen.“ „Ich mag nur blonde Frauen mit Brust.“ „Ich mag nur blonde Frauen mit Brust, die nicht gerade neben einem Typen sitzen und die die Haare kurz tragen.“ Nach ner Weile sind uns dann ob Takashis verschüchterter Ansprechversuche („Ich kann doch kein Deutsch!“) auch die Frauen ausgegangen und ich und Nami verabschiedeten uns, weil meine Eltern am nächstes Tag zu einem Blitzbesuch kommen wollten und es schon gegen 4 Uhr morgens war. Vorbei an Chika, die sich kaum vor Männern retten konnte, vorbei an Takashi, der mir sowas sagte wie „Das ist die halbe Miete.“ (Ich hätte ihm diesen Ausdruck nie beibringen sollen….) und vorbei an Youhei, der einfach nicht aufhören wollte zu tanzen. Ein wenig Schlaf später durfte ich dann meine Eltern begrüßen und sehnte mich schon sehnlichst in die verrauchten, nach Alkohol und Schweiß stinkenden Gewölbe des Monkeys Clubs zurück. (Ich beiße mir jetzt noch in den Arsch, dass ich die verdammte Kamera vergessen habe.)

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