Endlich, Okinawa!

Was bleibt mir nicht alles zu erzählen von meinem ersten Flug, meiner ersten Reise nach Japan und den ganzen Erfahrungen, die ich in diesen wenigen Tagen sammeln konnte. Ich hatte einen kleinen Umstieg in Peking und war eigentlich ziemlich begeistert vom Flughafen dort, auch wenn es lange nicht so geschäftig zuging wie in Tokyo. (Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich um7 Uhr morgens in Peking war und abends in Tokyo.) Bestätigen kann ich, dass es um die Englischkenntnisse der Japaner nicht so gut bestellt ist. So habe ich am Tokioter Flughafen nur die entsetzten Augen der Informationsmitarbeitern (direkt neben dem Schild „English“) gesehen, als ich mit „Excuse me“ ankam. Geistesgegenwärtig wie ich nach 24 Stunden Schlaflosigkeit war, switchte ich natürlich direkt ins Japanische und konnte erleichterte Blicke ernten.

Mit dem Zug ging es dann von Narita nach Chiba, wo ich ein Mal selbst in den Genuß des von mir schon 3 Mal angebotenen Couchsurfings kam und bei Anna (japanische Grundschullehrerin) übernachten durfte. Sie rief direkt ihre Freundin Chika und wir machten uns anfangs einen Spaß draus, dass sie nicht wusste, dass ich noch was anderes als Englisch sprechen konnte. Als ich dann mit Japanisch loslegte, wurde ihr Gesicht weiß. Sie hatte Schnaps von ihrer Oma (selbstgemacht) mitgebracht und mir ein wenig eingeschenkt, daher war mein erster japanischer Satz zu ihr „Je mehr ich von diesem japanischen Schnaps trinke, umso mehr fühle ich mich wie ein Japaner.“ Gegen 12 Uhr nachts war ich so betrunken und müde, dass ich auf dem Boden einschlief. Der nächste Morgen begann um 6 Uhr mit Annas schwerem Weg zur Arbeit und meiner Fahrt in der Bahn zum Haneda-Flughafen. Diese Erfahrung will ich nicht mehr missen, weil ich jetzt wenigstens weiss, dass die ganzen Sachen bezüglich der überfüllten Tokioter Bahnen absolut stimmen. Wie ein Thunfisch verbrachte ich so 40 Minuten in verstörender Enge.

In Okinawa angekommen fuhr ich mit einem wohl schwulen Engländer (die Zeichen sind unübersehbar) zum International House, wo ich das Zimmer am Ende des Flurs im obersten Stock bekommen habe. (6. Stock, kein Aufzug!) Das Zimmer hat eine angenehme 70er Jahre-Atmo, bisher ist also alles soweit in Ordnung. Die Hitze ist leider etwas schwer zu ertragen und jeder Morgen geht bei mir um 5 oder 6 Uhr los, weil ich nicht so gut schlafe. Sonst geht’s mir ganz gut. Ich genieße es die ganze Zeit Japanisch sprechen zu können und weil jetzt Uni-Festival is (Fressbuden, etc.), habe ich auch den Campus schon etwas kennenlernen können. Besonders lustig war die Begegnung mit (wieder mal) verblüfften Japanerinnen, von denen ich Takoyaki (gebratener Tintenfisch-bla) kaufen wollte, weil sie so süß waren. 😉 Erstaunlicherweise studierte die eine von den beiden bereits zwei Jahre Deutsch an der Uni, aber konnte nur „Meine Name ist Aki.“ und „Wie geht’s dir?“ auf Deutsch zustande bringen. Blöderweise habe ich noch kein Handy oder sonst was hier. Aber Yoshi-san hatte Mitleid mit mir und ging mit meiner normalen Mail nochmals zum Laden und hat die für Aki (die leider nicht da war) abgegeben. Mein Tutor Kousuke ist auch ein ziemlich netter Kerl und fährt mit mir immer rum, um allerlei Sachen zu besorgen. Er meinte auch schon, dass er mich seinen ganzen (ledigen) Arbeitskolleginnen vorstellen wollte, weil die auch noch nie so einen Ausländer wie mich gesehen haben. Heute habe ich dann auch gleich Internet bekommen und kann es relativ gut benutzen, auch wenn’s dauernd abstürzt. Ende des Monats hat mich der DAAD nach Tokyo eingeladen. Also gilt jetzt die Frage der Reisekosten zu klären. Morgen geh ich zum Ausländeramt und erledige hoffentlich auch Bank und Mobiltelefon. Pata geht morgen hoffentlich auch mal zu meiner Mutter in die Wäscherei und sagt ihr Bescheid, dass ich noch lebe. 😉

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4 Antworten to “Endlich, Okinawa!”

  1. Says:

    Dann scheint ja alles relativ glatt gelaufen zu sein. Kaum in Japan schon besoffen. Ich glaub ich schick dir demnächst mal ne Pulle Jägermeister, wenn man das darf^^, nicht dass du wieder kommst und kannst nichts mehr ab.
    Vielleicht hättest du deinen Eltern die Adresse vom Blog geben sollen… obwohl besser nicht^^

  2. adulto Says:

    Die erste Nacht in Japan muss halt für das ganze Jahr symbolhaft sein. 😉

  3. Anti Says:

    Oller Suffkopp 😀

  4. Patrick Says:

    Habs net geschafft Adult, geh erst Freitag in die Wäscherei, hoffe deine Familie kannst vertrösten;)

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