Als der Sommer ging

Als der Sommer ging, nahm er mich mit. Er flog mit mir durch die halbe Welt und machte keine Anstalten zu halten. Ich ging mit einem sommerlich sonningen Lächeln und genoß seine Anwesenheit. Der Sommer hat mich nie alleine gelassen. Zumindest mich nicht.

Du sitzt an deinem Fenster in deinen warmen Sachen und sehnst dich nach dem Sommer zurück. Als der Sommer dich verließ, warst du zwar darauf vorbereitet, aber du wolltest doch nicht, dass er geht. An dem Ort, an dem du bist, wechseln die Jahreszeiten und der Sommer kommt nur gelegentlich zu Besuch. Du, als Kind des Sommers, mit deinem sonnigen Lächeln, hast dein Lächeln verloren, denn der Winter hat deine Gesichtszüge eingefroren. Aber ob du dem Sommer eine eisige Träne nachweinst, weiss ich nicht. Ich würde es mir wünschen. Vielleicht denkst du aber auch, dass ich dir den Sommer gestohlen habe. Ich ihn fortnahm und nicht er mich. Einem von mir gestohlenen Sommer würdest du sicher keine eisigen Tränen nachweinen. Dann würdest du auch sicher nicht an deinem Fenster sitzen und an den verlorenen Sommer denken. Du wärest draußen mit deinem Sommer-Lächeln, die Kälte schmelzen und die Jahreszeiten einfach weiterfließen lassen. 

An dem Ort, wo ich bin, sitze ich am Fenster, die sommerliche Sonne scheint in mein Zimmer und der leuchtend blaue Himmel hängt wie ein großes Dach über den Dingen. Ich schaue hinaus, sehe den Sommer und vermisse ihn. Auch wenn ich ihn in jedem Winkel dieses erleuchteten Ortes suche, finde ich ihn nur in einer stillen Ecke meiner Seele. Mein Sommer ist genau wie deiner vergangen. Jetzt an meinem Fenster schließe ich die Augen und wünsche mir den Sommer zurück. Sommer, das bist für mich du. Das Feuerwerk, leuchtende Gluten in einer pechschwarzen, warmen Nacht, ist nur erinnerungswert, weil du dort warst. Nach diesem Tag bin ich an dir verglüht, an deinen sanften Blicken, wie an tausend Sommersonnen. Wir waren wie ein Feuerwerk, atemberaubend hell leuchtend in einer Explosion und dann verglühender Goldregen und dann als der Sommer ging, nahm er mich mit, an einen Ort, an dem nur für mich keine Sonne scheint. An einen Ort ohne dich.

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