Suchtmensch

Sucht, dass ist für viele Menschen in erster Linie Drogensucht, Fettsucht, etc. in erster Linie also in irgendeiner Weise ein zwanghafter Überkonsum. Doch ich bin der Ansicht, dass Sucht von Suche kommt. Die Definition von Sucht ist kulturell vielfältig. Doch im Endeffekt ist jeder Mensch ein Suchtmensch. Sucht ist Suche nach einem Sinn für ein sinnloses Leben. Da ist es völlig egal, wo der Mensch den Sinn zu erkennen glaubt. Seien es Drogen, sei es Vergnügen, sei es Essen. Oder Liebe.

Dass Liebe nicht als Sucht wahrgenommen wird oder aber von dieser getrennt betrachtet wird, sieht man beim berühmtesten Liebespaar der Welt. Romeo und Julia. Selbstmord, weil man es ohne den anderen nicht aushält. Eine typische Suchthandlung. Liebe hat vielleicht das höchste Suchtpotenzial und zugleich ist es vielleicht das menschlichste Gefühl. Etwas was über rein biologisch-evolutionäre Anziehungskraft hinausgeht. Ich denke, aber auch, dass es für Liebe Entzugskuren gibt. Menschen können zwar an gebrochenem Herzen sterben, aber letzten Endes schaffen es die meisten Menschen sich selbst zu therapieren und das Leben weiterzuleben. Es braucht alles seine Zeit, aber wer hat schon einen Suchtmenschen einen Tag nach dem Entzug fröhlich durch die Straßen spazieren sehen? Jede Sucht hinterlässt ihre Spuren und diese Narben verunstalten Menschen nicht. Sie formen Menschen. Jede Erfahrung, so schmerzhaft sie sei, ist so existenziell wichtig für die persönliche Entwicklung, dass Menschen, die keine Narben mit sich tragen, die keine Sucht erlebt haben, als asozial und weltfremd gebrandmarkt ihr Leben führen. Das Leben lernt man nicht in Büchern. Dafür ist das Leben viel zu sehr Sadist. Durch das Leben gehen heißt Glück konsumieren, über alle Maße genießen, um dann selbst von der Hure Glück weggeworfen zu werden. Sucht ist die menschliche Natur, sie ist mehr endlose Suche als ein kurzer Kick.

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5 Antworten to “Suchtmensch”

  1. Patrick Says:

    Hey das mit der Suche ist von Meister Michel ^^

    Ansonsten haste recht Sucht ist eine Leidenschaft die Leiden schafft.

  2. leanderc Says:

    „Etwas was über rein biologisch-evolutionäre Anziehungskraft hinausgeht.“

    Ich würde sagen das sie nur der nächste evolutionäre Schritt dieser Anziehungskraft ist. Eigentlich nur ein Alibi für den Selbsterhaltungs- bzw. Fortpflanzungstrieb.

  3. Anti Says:

    Sucht ist ein Ungleichgewicht im Neurotransmittersystem, dass der Suchti auszugleichen versucht 😉

    Liebe ist in meinen Augen nicht mit Sucht zu vergleichen. Man muss z.b. nicht die Dosis steigern, um einen Normallevel beizubehalten 😉

    Die Schmerzen in Sachen Liebe sind völlig anderer Art, als ein Entzug. (Wird dir auffallen, wenn du versuchen wirst von den Kippen loszukommen 😉 )…einen Heroinentzug, um mal ein Beispiel zu nennen, gönne ich niemandem. Mit Liebeskummer hingegen kann und sollte man leben, irgendwie bereichert der doch durchaus auch das Leben.

  4. adulto Says:

    Wenigstens Pata versteht mich. ^^

  5. nihonnelly Says:

    Ich würde Anti tatsächlich widersprechen. Ich glaube, dass bei der Liebe in einem gewissen Sinne auch die Dosis gesteigert werden muss. Ich meine, wenn der Alltag einkehrt, dann ist das ja nicht förderlich, oder? Also braucht man „mehr“, mehr Zuneigung, bzw. vor allem Zuneigungsbekundungen.

    Normalerweise natürlich nicht so viel mehr wie bei einer Droge wie Heroin, aber trotzdem. Und ich glaube, dass es zwei Formen der Sucht gibt in der Liebe: Die, die dich unterstützt und die, die dich zerstört. Das kommt ganz drauf an, wie der Mensch, nach dem man süchtig ist, sich dir gegenüber verhält (und natürlich was du damit machst). So etwas kann dich genauso von innen auffressen. Man kann sich innerlich genauso nach einem Menschen verzehren, nach seiner Anwesenheit, nach seinen kleinen Zuwendungen, wie man sich nach etwas anderem verzehren kann. Und ich glaube, dass man im extremen Fall davon auch krank werden kann.

    Deswegen würde ich Liebe durchaus als Suchtmittel bezeichnen. Es ist nur wie mit allem anderen auch: Man muss es in Maßen konsumieren. Und ein Faktor, der bei der Liebe noch dazu kommt und ungemein wichtig ist: Das Objekt der Sucht darf diese nicht ausnutzen.

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