Migrationspolitik at its best

Was da wieder von einigen Unionspolitikern vorgeschlagen wurde, toppt nochmal alles. Ein Intelligenztest für Ausländer soll her, über den bestimmt werden kann, ob der Migrant eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland erhält oder nicht. Nach den Einbürgerungstests, in denen Einwanderer, die die Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen wollen, unter anderem das deutsche Wahlrecht auf Deutsch erklären sollten (mal fragen wieviele Abiturienten dies auf die Reihe kriegen), der Forderung Deutsch als Landessprache im Grundgesetz festzuschreiben und der „Kinder statt Inder“-Kampagne muss man der Union doch fast schon jegliche Kompetenz auf dem Gebiet Migrationspolitik absprechen. Fakt ist: 18,7 % der Bevölkerung Deutschlands hat einen Migrationshintergrund. Hätte die CDU ihre Forderung schon vor Jahren durchgesetzt, wären wir jetzt wesentlich weniger Deutsche hier. Aber es reicht ja auch jetzt schon, dass mehr Leute aus Deutschland ausziehen als hineinemigrieren. Das Problem bei der Denkweise, die in der CDU nun vorherrscht ist: Ausländer müssen die besseren Deutschen sein.

Wählen wir uns doch einfach ein neues Volk. Als wenn Deutschland es sich ernsthaft aussuchen könnte, Migranten vor die Tür zu setzen. Das Problem sind nicht Ausländer, sondern was man aus ihnen machen kann. Denn jeder Mensch hat ein Potenzial, das es zu fördern gilt. Die Förderung von Ausländern ist in Deutschland mehr als mangelhaft. Insbesondere türkische Kinder, die schon in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, bleibt der Zugang zur höheren Bildung verwehrt, weil sie unzureichend gefördert werden. Hier gibt es allerdings immer den CDU-typischen Reflex: Die wollen sich gar nicht integrieren und leben in ihren Paralellgesellschaften. Früher hat man sowas noch Diaspora genannt und als kulturelle Bereicherung verstanden. In Zeiten der Leitkultur ist so etwas allerdings nicht mehr vorstellbar. Das Geld, das man in Intelligenztests stecken würde, wäre in Deutschkursen für Immigranten besser angelegt. Wieso noch mehr Leute abschrecken nach Deutschland zu kommen und gleichzeitig das bereits vorhandene Potenzial nicht nutzen? Diese Logik muss mir einer mal erklären.

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2 Antworten to “Migrationspolitik at its best”

  1. Patrick Says:

    Wenn man die deutsche Einwanderungspolitik z.B. mal mit der der USA vergleicht, kommt man als potentieller Migrant noch recht einfach nach D., der Intelligenztest beinhaltet vermutlich den Gedanken, dass man intelligente (=arbeitende^^) Einwanderer haben möchte und keinen subventionierten Deutschlandurlaub, unser Politwissenschaftler sollte sich hier mal zu Wort melden.^^

  2. thielus Says:

    Der Politikwissenschaftler sagt: Sommerloch.

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