Archive for the ‘Games’ Category

Nobuo Uematsus Altersteilzeit „The Black Mages“

Januar 9, 2009

Nun ich hatte mich schon gefragt, was der gute alte Herr Uematsu so treibt, wo man ihn doch bei SquareEnix eigentlich rausgeworfen hat. Ich meine, der Mann kann doch nicht wirklich so ausgebrannt sein, wie es alle von ihm behaupten wollen. Da bin ich über „The Black Mages“ gestolpert, interessanterweise ist das nämlich nicht nur ein einmaliges Projekt von Uematsu gewesen, sondern wurde quasi zu seiner Herzensangelegenheit. Nachdem sich das erste Album über 40 000 Mal verkauft hat, schob Uematsu noch zwei Alben hinterher, in denen er die guten alten Final Fantasy-Klassiker in ein absolut neues Gewand kleidete. Aus Klassik-Stücken wurde Melodic Metal und das mit einem beeindruckenden Resultat. Beispielsweise wurde das extrem harte Stück „Otherworld“ aus FF X (Leo wird sich an das Drop-Cis-Lied erinnern) mit einer Frauenstimme versehen und um einiges melodischer gemacht. Neben Gitarren stürmt nun ein Synthie nach vorne, der von Uematsu höchstselbst bedient wird. Es passt nicht so ganz in mein Weltbild wie ein so alter Mann so ne coole Version seiner guten alten Lieder liefern kann. So entstehen ganze Solo-Orgien, die vielleicht nicht unbedingt das Höchstmaß an Virtuosität haben, aber doch schon ordentlich ins Ohr gehen. Die Arrangements sind sehr stimmig und vielschichtig und gelegentlich auch mit einem Vocal-Part versehen. Ich habe mich jetzt als Beispiel mal für Mayota’s Cave entschieden, weil es wirklich auch eine sehr schöne Melodie bietet und am Ende der bodenständige Uematsu noch ein paar nette Worte zur Begrüßung findet.

Final Fantasy XIII: Ein Licht am Ende des Tunnels

Dezember 15, 2008

Eigentlich war ich nach meiner extremen Negativ-Erfahrung mit Final Fantasy XII absolut hoffnungslos, was die Zukunft der Serie anging. Ich war außerdem nicht der Einzige, der ob der immer währenden Spannungslosigkeit von Mob-Kämpfen und einer kopflosen Geschichte verzweifelte. Das großartige Final Fantasy X hatte die Erwartungen allerdings auch in astronomische Dimensionen geschraubt. Final Fantasy XIII setzt nun den Hebel genau dort an, wo ich das meiste zu mäkeln hatte. Das Gambit-System (seelenlose Computerspieler stürzen in einen Kampf nach dem Nächsten) wird abgeschafft und das gute alte Active-Time-Battle wird wieder eingesetzt, welches allerdings dynamischer gestaltet werden soll. (more…)

Faye Wong – Die Stimme von Final Fantasy VIII

Oktober 12, 2007

Das Bloggen veranlasst mich immer mehr über meine Vergangenheit nachzudenken, quasi darüber, was ich früher vielleicht mal in ein Tagebuch geschrieben hätte. Tatsächlich habe ich auch mal Tagebuch geführt, aber das war so vor 5 oder 6 Jahren. (Hab das Ding aufen Müll geschmissen, weiss gar net mehr wieso…) Auf jeden Fall hab ich mir wieder einmal nen paar Videos auf Youtube angeschaut und da ist mir der gute alte Soundtrack von Final Fantasy VIII wieder ins Ohr gesprungen.

Ich glaube mittlerweile bin ich so alt geworden, dass ich nicht den ganzen Tag Metalcore und Gebrülle hören könnte, obwohl ichs gerne höre, stresst es auch irgendwie meinen Körper. Die guten alten Schlager aus der Zeit kurz bevor ich anfing Rock zu hören (war übrigens auch ungefähr die Zeit, wo…pardon, als ich Tagebuch schrieb). Habe ja bereits erwähnt, dass die klassische Musik aus den Spielen, die ich so zockte (oder auch nicht) lange Zeit meine absolute Lieblingsmusik war. (Erinnert sich noch wer an die Studie, dass die intelligentesten Jugendlichen (Heavy) Metal oder Klassik hören? Muhaha, ich höre beides!) Jedenfalls ist die Musik an sich nicht unbedingt sonderlich interessant für mich gewesen, sondern viel mehr die Assoziationen (glücklicher oder melancholischer Natur), die ich mit ihr hatte und immer noch habe. Die stärksten Assoziationen hatte ich mit dem Vocal-Song „Eyes on me“ aus Final Fantasy VIII. Bis zum Abspann des Spiels wusste ich allerdings weder wer dieses Lied sang, noch wie das Lied hieß.

Dass die Interpretin Faye Wong hieß, war für mich nichts Besonderes, ich kannte sie halt nicht. (ebenso wenig wie sonst wer von euch, nehme ich an) 1998, als das Spiel erschien, war diese Faye Wong allerdings auf dem Gipfel ihrer Karriere, sie war zur „Best Female Artist Asia“ gewählt worden und verkaufte über die Grenzen Hong Kongs hinweg ihre CDs in ganz Asien. Wahlweise sang sie in Mandarin, Kantonesisch oder Englisch und irgendwie faszinierte mich ihre Stimme und klar wollte ich wissen, was hinter dieser Person steckte. Ich besorgte mir erstmal reichlich Song-Material (schwer genug, wenn man nicht gerade ne chinesische Tastatur hat) und lauschte jedes Lied aufmerksamst. Chinesisch… ich mag die Sprache eigentlich nicht, wenn sie gesungen wird, außer Faye Wong singt. Ihre Songs nach dem Muster Pop/Klassik-Balladen wirken zeitlos, viele ihrer Werke hörte ich über 10 Jahre nach Erscheinen und ich bemerkte das Alter gar nicht.

Wär ich nicht irgendwann in Berührung mit Japanisch gekommen, hätt ich wohl echt das Sinologie-Studium angetreten, so begeistert war ich von der Sprache. Ich oute mich in diesem Fall auch gerne als Pop-Schwuchtel, man soll ja seine Wurzeln nicht vertuschen. Eigentlich war ich auch gar kein richtiger Fan von China, sondern von Hong Kong, der ehemaligen britischen Bastion der Freiheit und Demokratie im roten China. Insofern bin ich froh doch nicht Sinologie zu studieren. (Ist außerdem zu schwer der Scheiß…) Wo war ich? Ach ja…

Jedenfalls war mir wirklich egal, was die Texte aussagten. Mir reichte vollkommen ein englischer Titel und das transportierte Gefühl. Es war pure Inspiration für meine Lyrik einfach nur etwas zu hören, ohne es verstehen zu müssen, diese Musik regte meine Fantasie an und war auch der Anfang der Wechselbeziehung von mir und Musik. Final Fantasy VIII war für Uematsu im Nachhinein, so sagte er es selbst, sein Meisterwerk, obwohl der Großteil der Fans (einschließlich mir) die Musik des 7.Teils weit interessanter und atmosphärischer fand. Im Endeffekt war aber klar, wieso es für Uematsu trotzdem der Höhepunkt war. Der Song „Eyes on me“ gesungen von der beliebtesten Sängerin Asiens erklomm die Oricon-Charts und ist auch heute noch der wohl beliebteste Song aus der Final Fantasy-Serie. Wieso? Weil es ein typischer Faye Wong-Song ist, langsam, eine Ballade mit vielen klassischen Instrumenten, aber auf Englisch. Ihre Stimme löste bei den Gamern scharenweise Gänsehaut aus, während sie die ergreifende Liebesgeschichte von Squall und Rinoa aus FF VIII nachverfolgten.

Als ich eine Kommilitonin aus Taiwan darauf ansprach, ob sie Faye Wong denn kenne, schaute sie erst ein wenig fragend. Da dachte ich, hey, wahrscheinlich ist die Zeit von Faye wohl vorbei, sie ist ja auch mittlerweile nicht mehr musikalisch aktiv und wird es so schnell wohl auch nicht mehr werden. Ich versuchte es dann allerdings nochmal, nur sagte ich den Namen wie er in China/Taiwan eher bekannt ist: Wang Fei. Prompt erhielt ich begeisternde Gesten, da hat sich wohl wer gewundert, dass ich Faye Wong kenne (ehrlich gesagt, kenne ich sonst auch keine chinesischen Musiker…) und mir wurde entgegnet, dass Faye einfach wunderbar sei und eine chinesische Musik-Ikone ist. Manche Musik verklingt ungehört, aber solche Musik lebt weiter in den Gedanken von Millionen, weil diese Stimme einfach einzigartig ist.

Hier ein Cranberries-Cover („Dreams“) auf Chinesisch (wird ja wohl bald Englisch als Weltsprache ablösen) mit dem Titel 夢中人 (Traum/Mitte/Mensch = Traumperson), Faye Wongs Stimme ist für mich viel angenehmer als die der Cranberries-Frontfrau, auch wenn sie ebenso eine grandiose Stimme hat, scheint mir die chinesische Version viel feinfühliger und intensiver.

Final Fantasy XII – Eine Enttäuschung

Oktober 7, 2007

Klar wir Playstation-Affen stehen unglaublich auf Grafik, deshalb haben wir die Kiste ja, aber ich muss ehrlich sagen auch wir Sony-Jünger haben ein Zockerherz, welches allein mit Grafik nicht gewonnen werden mag.

Schönstes Beispiel? Final Fantasy XII. Also gerade dieses Spiel holt grafisch wirklich den letzten Tropfen aus der guten alten PS 2, aber trotzdem muss ich sagen, es ist vielleicht der schlechteste Teil seit die Serie in 3D (Teil VII) daherkommt. Nein, eigentlich stimmt das auch nicht, denn Teil 6 war sogar besser als diese letzte „Killer-Application“ für die PS 2. Die Charaktere langweilen, der Tiefgang fehlt vollkommen. Die Story ist also für mich die größte Enttäuschung. Wenn ich so an die Teile 7-10 denke, so hatte jeder Teil eine große Liebesgeschichte mit tragischen Momenten. Momente, an die man sich als Zocker sein ganzes Leben erinnert. So zum Beispiel der Tod von Aeris in Teil VII und das schon zu Ende der 1. CD (von 3)! Die Frau war verliebt in den Hauptprotagonisten (neben einer anderen) und zugleich letzte Überlebende des Ur-Volkes, eiskalt wurde sie getötet. Was ich mit Tiefgang meine? Vor ihrem Tod gab es noch story-mäßig die Möglichkeit mit ihr (oder mit der anderen Dame) einen zweisamen Spaziergang durch ein Spiel-Paradies zu machen. So schlecht Teil VII teilweise übersetzt war, die Story hat einen gefesselt wie sonst nix.

Teil X bleibt für mich also die Referenz für die PS 2, denn, seien wir mal ehrlich, die Musik des genialen Nobuo Uematsu fehlt einem schon sehr. Man mag zwar sagen, dass der Mann nicht mehr so viele Ideen hatte wie noch bei Teil 6, 7 (genialer Soundtrack) und 8 (geniales Titel-Lied „Eyes on me“ mit der zauberhaften Faye Wong), aber der Soundtrack von 12 hat einfach nicht mehr den alten Flair, die alten Melodien fehlen, ein mitreißender Vocal-Track fehlt ebenso. Teil X hatte ja sogar zwei: ein mal das ultra-harte „Otherworld“ und „Suteki da ne“, eine wunderschöne klassisch japanische Ballade ohne Pop-Allüren.

Ich bin wirklich traurig und am Boden zerstört, dass Teil XII nicht mehr mit der guten alten Zeit mithalten kann. Ich gehöre ja nicht zu den alten Zocker-Greisen, die sagen „früher war alles besser“, aber hey, SquareEnix hat mit Teil XII echt ziemlichen Müll abgeliefert. Es gibt nun ja das Gambit-System, man stellt ein unter welchen Bedingungen ein Chara eine Aktion ausführt, so werden Kämpfe zu langweiligen CPU-Matches, der Spieler ist nicht mal mehr aktiv beteiligt. Außerdem ist das Aufrufen von Espern (Beschwörungsgeistern) so sinnlos wie nie, denn die Esper kann nicht mal einen Gegner umpusten, wenn der Partner (der aufrufende Charakter) kaputt ist. Solche Sachen tun wirklich im Herzen weh. Mini-Games fehlen auch völlig, wenn ich da an Teil VIII denke, wo ich nur durch Karten-Spielen (man konnte Karten dann in Zauber umwandeln, etc.) meine Charaktere zu unbesiegbaren Killer-Maschinen stählte. Ach, SquareEnix, was habt ihr nur getan!?

Es gibt zwar auch gute Elemente im Spiel, aber ehrlich gesagt interessieren die keine Sau (außer vllt die Fanboys die alles geil finden), wenn die Story nicht zum Weiterspielen motivieren kann. Grafik ist halt doch noch nicht alles, wobei man selbst hier sagen muss, dass die Charaktere früherer Teile wesentlich liebevoller und markanter gestaltet waren. Wenn ich höre das Final Fantasy XIII in Zwei Versionen erscheint, dann denke ich (wie seit FF XI und FF X-2), dass diese schöne RPG-Reihe, die einem so wunderschöne Geschichten vermittelte, den alten Flair verliert und nur noch zu einer reinen PR- und Marketing-Maschine wird. R.I.P my old love.

Passend hierzu wahrscheinlich das schönste Thema das Nobuo Uematsu seines Lebens geschrieben hat, Aeris Theme aus Final Fantasy VII.