Archive for the ‘Gedanken’ Category

Europa stirbt

Mai 12, 2011

Betrachtet man ganz nüchtern, was sich in Europa so tut, könnte man als europäisch orientierter Mensch fast schon ein wenig unruhig werden. Dänemark führt wieder Grenzkontrollen ein, in Finnland verweigern die „Wahren Finnen“ eine Zustimmung zum Euro-Rettungsschirm. Rechtspopulismus an sich, muss gar nichts Schlimmes sein. Er kann mitunter als nützliches Korrektiv und konstruktiver Beitrag in politischen Diskursen dienen. Demokraten müssen sogar dankbar sein, dass sie Rechtspopulisten als Gegenpol haben, um ihre eigene Sicht der Dinge darzustellen.

Davon abgesehen ist es traurig, was gerade mit Europa passiert. Der neue Rechtspopulismus ist ein Anti-Europäismus und zugleich eine Bewegung gegen den Islam. Huch? Da muss man sich doch fragen, wie das eigentlich zusammengeht. Ist nicht Europa diese abendländisch-christliche Gemeinschaft mit ihren universell gültigen Werten? Europa ist also das Gegenteil des Islamismus bzw. des Islams an sich, wie ihn Rechtspopulisten darstellen. Zugleich können sie aber gegen Europa sein. Dieses weltfremde bürokratische Monstrum. In einer Zeit, in der einem die Nachrichten nur so um die Ohren fliegen, in der es oftmals gerade so dazu reicht die Titel der Zeitungsartikel zu lesen, wird es immer schwieriger sich auch wirklich in Ruhe eine Meinung bilden zu können. Tunesische Flüchtlinge (der Begriff Flüchtlingswelle beispielsweise zeigt ja schon wie positiv Flüchtlinge sprachlich konnotiert sind) , Griechenland-Krise (oder war es doch die Euro-Krise? Griechenland alleinverantwortlich zu machen ist sprachlich allerdings suggestiver) und der mögliche Beitritt der Türkei zur EU. Alles nicht so ganz rosige Aussichten für die Zukunft Europas.

Wie war noch gleich die Defintion des Wutbürgers? Angst vor Veränderung. Wenn man Angst vor Veränderung hat, lehnt man sich gerne an längst überwunden geglaubte Konzepte an. Da kommt sie dann auch schon ins Spiel: die Nation. Es kommt endlich wieder ein neues „Wir“-Gefühl auf. Da schlägt das Herz jedes Patrioten höher. „Wir“ lassen uns doch von „denen“ (Türken, Polen, etc. / u.a. auch als „Mitbürger“ bekannt) nicht den Sozialstaat ausbeuten. Sollen „wir“ bezahlen, dass „der Grieche“ mit 55 in Rente gehen kann? Sollen „wir“ ernsthaft Flüchtlinge, die da in Italien gestrandet sind (es handelt sich hier natürlich um unglaubliche Menschenmassen, die „unsere Kultur“, „unser Sozialsystem“ bedrohen) aufnehmen? Der Aufschrei ist groß. Man hat es ja eigentlich schon immer gewusst. Nur wieso hat man dann nicht früher schon aufbegehrt? (more…)

Advertisements

Erdbeben, Tsunami, Super-Gau in Japan!

März 17, 2011

Die Nachrichten aus Japan schockieren die ganze Welt. Das ist mehr als verständlich, droht doch eine beispiellose Katastrophe, falls im AKW Fukushima I der Super-Gau ausbricht. Über die täglich steigende Zahl der Totesopfer wird überdies weniger berichtet, als über die Nicht-Nachrichten zum AKW Fukushima. Nicht-Nachrichten weil eigentlich keiner so genau weiss, was passiert oder was passieren wird. Das in Folge des Erdbebens und des Tsunamis dagegen über 5000 Menschen gestorben sind und weitere 10 000 Menschen weiterhin vermisst werden wird weniger diskutiert als eine unklare Gefahr.

Und ja, der Deutsche, er hebt wieder den Zeigefinger. Nein, nein, japanische Freunde, ihr habt nicht erlebt, was wir erlebt haben damals als Tschernobyl hochging. Der moralische Zeigefinger. Dabei sollte eben derjenige, der erst vor kurzem aus dem Atomausstieg aussteigen wollte, sich lieber an die eigene Nase fassen. Es dauerte fast 15 Jahre bis in Deutschland überhaupt eine Regierung den Atomausstieg nach dem Desaster von Tschernobyl beschloss. Natürlich liefen die Atommeiler weiter, denn (wie sollte es auch anders sein) deutsche Sicherheitsansprüche kann man doch nicht ernsthaft mit der unterentwickelten Sowjetunion vergleichen. Doch jetzt. Japan, eine Industrienation, die Deutschland mindestens technologisch ebenbürtig ist und ein Super-Gau. Schon läuft unsere Kanzlerin zur Höchstform auf und beschließt die Abschaltung einiger Meiler. Moment…ich dachte, dass wir die für die Stromversorgung unbedingt benötigen. Naja, hab mich wohl verhört, aber zurück zu Japan. (more…)

Ryukyuanism und Japaneseness

Februar 7, 2011

„Japaneseness“. Zu deutsch: Japanizität. Was beschreibt dieses Wort? Ganz einfach gesagt: Es gibt einen Diskurs darüber was Japan ist, was Japan sein sollte, wer zur Gemeinschaft Japan dazugehört und wer nicht. So gibt es eine populärwissenschaftliche Richtung in Japan, die sich „Nihonjinron“ (zu deutsch: Japan-Diskurs, Theorien über Japaner) nennt und die Besonderheit und die exklusiv japanischen Charakteristika in allen möglichen Bereichen des Lebens kennzeichnet. So gibt es beispielsweise Theorien über die Unvereinbarkeit von „westlichem“ und „japanischem“ Gedankengut beispielsweise in der Bioethik, etc. Soll das verwundern? Nicht wirklich. In einem Land, in dem Premierminister Nakasone den Erfolg des japanischen Wirtschaftmodells während der Bubble-Economy (Immobilienblase während dessen Höhepunkt der Wert des Grundstücks des Kaiserpalastes in Tokyo in etwa dem Wert von ganz Kalifornien entsprach) Ende der 80er damit, dass Japan im Gegensatz zu westlichen Staaten wie Amerika keine hohen Ausländeranteile an der Bevölkerung hat. Ethnische Homogenität als Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Wo Japan jetzt steht wissen wir. Seit 1992 gab es eine Niedrigwachstumsphase, die es in dieser Form sicherlich in Japan noch nie gab. Vom Musterschüler zum Sitzenbleiber.

Gleichzeitig ist das Denken nach wie vor unverändert ethno-zentrisch. Japaner glauben erkennen zu können, was typisch japanisch und was typisch ausländisch ist. Das Prinzip scheitert allerdings bereits bei fast komplett assimilierten Koreanern, die nach dem Krieg nunmehr in dritter oder vierter Generation in Japan leben. Egal wie Japanisch sie auch sein mögen, sie werden nie Japaner sein. Das amerikanische Prinzip der Korean Americans scheitert in Japan bereits an den Denkbarrieren der Mehrheitsgesellschaft. Die Selbstessenzialisierung der Japaner hat für Ausländer zur Folge, dass sie nie und nimmer als Japaner akzeptiert werden. Dem Ausländer hängt das Besondere im Kontrast zum besonderen Japanischen an. (more…)

Deutschland schafft sich ab und der Wutbürger kann es nicht aufhalten

Januar 18, 2011

Jakob Augstein schreib in seiner Kolumne für Spiegel Online über das Sarrazin-Phänomen folgendes:

Worüber empört sich der Deutsche?

„Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen.“

Worüber empört sich der Franzose? Über

„diese Gesellschaft der rechtlosen Ausländer, der Abschiebungen und des Generalverdachts gegenüber den Einwanderern, (…) diese Gesellschaft, in der die Renten unsicher werden, der Sozialstaat abgebaut wird und die Medien in den Händen der Reichen liegen, alles Sachen, die wir niemals akzeptiert hätten, wenn wir die wahren Erben der Résistance wären“.

Dieser Vergleich bildet den Kern der Kolumne des Autors. Während in Deutschland ein Buch über/gegen Ausländer zum Verkaufsschlager wird, ist in Frankreich genau das Gegenteil der Fall. Empörung bildet das zentrale Motive beider Werke. Im Falle des französischen Buchs von Stéphane Hessels ist diese Empörung allerdings positiver Natur. Der französische Wutbürger ist ein Positivum. Der deutsche Wutbürger ein Reaktionär. Vor kurzem wurde an Platz 2 der Wahl zum Unwort des Jahres das Wort „Integrationsverweigerer“ gewählt. Was genau soll das heißen? Der Wutbürger ist das Wort des Jahres und der „Integrationsverweigerer“ Platz 2 der Wahl zum Unwort des Jahres. Zwischen beiden Wörtern gibt es einen Zusammenhang. Der Wutbürger, der sich über die staatliche Bevormundung und gegen Ausländer empört, zeigt damit nur, dass Deutschland sich wirklich abschafft…und das ist auch gut so.

(more…)

Suchtmensch

November 20, 2009

Sucht, dass ist für viele Menschen in erster Linie Drogensucht, Fettsucht, etc. in erster Linie also in irgendeiner Weise ein zwanghafter Überkonsum. Doch ich bin der Ansicht, dass Sucht von Suche kommt. Die Definition von Sucht ist kulturell vielfältig. Doch im Endeffekt ist jeder Mensch ein Suchtmensch. Sucht ist Suche nach einem Sinn für ein sinnloses Leben. Da ist es völlig egal, wo der Mensch den Sinn zu erkennen glaubt. Seien es Drogen, sei es Vergnügen, sei es Essen. Oder Liebe. (more…)

Leistung muss sich lohnen!

November 16, 2009

Leckt mich! Überall im politischen wie auch gesellschaftlichen Diskurs ist immer wieder von Leistung die Rede, dabei hat der Terminus nur positive Konnotationen, eine einzige Ausnahme stellt wohl der Begriff Leistungsgesellschaft dar. Ein Begriff, der mit sozialer Kälte eingeht, in der in sozialdarwinistischer Manier, die (Leistungs-)Starken über die Schwachen siegen und das Sagen haben. Dieser Begriff wird grötenteils vermieden, wahrscheinlich weil sich der soziale Terminus „Gesellschaft“ mit dem Begriff „Leistung“ beißt. Eine Gesellschaft ist schließlich nicht dazu da die Schwachen auszugrenzen. Soziales Miteinander von Menschen zeichnet sich immer dadurch aus, dass die Kranken und Schwachen von den „Leistungsträgern“ mitversorgt werden. Dass man Kranke und Alte nicht einfach ihrem Schicksal überlasst und sie sterben lässt, ist vielleicht der Meilenstein in der Sozialgeschichte des Menschen. Der Moment, in dem der Mensch vom Tier zum sozialen Tier wird.

„Leistung muss sich wieder lohnen“ plakatierte die FDP vor dem Bundestagswahlkampf. Dieser Slogan ist nicht weniger als eine Verherrlichung der Leistungsgesellschaft und eine Ausgrenzung aller sozial bzw. leistungsschwachen Mitglieder dieser Gesellschaft. Die Neoliberalisierung der Gesellschaft ist weiter fortgeschritten als man es denken mag. Selbst menschliches Können wird in Zahlen abgedruckt. Das Gehalt bestimmt den Status. Man wird eher für seine Luxuswohnung in Shanghai bewundert, als wenn man ein Jahr durch China getrampt wäre. Der Mittelstand wird dann so gerne als Leistungsträger der Gesellschaft benannt, als Stütze der Gesellschaft, die man entlasten müsste. Aber wenn man diese Stütze entlastet, muss man dann nicht die Last auf eine neue Stütze verteilen? Vor lauter Entlastungen wird gar nicht klar, dass die sogenannten Leistungsträger vielleicht die Glücklichsten in der Gesellschaft sind. Diese werden entlastet, aber das Prinzip der Gesellschaft wird ausgehöhlt. Immer mehr Leistung und immer weniger Gesellschaft. Jeder ist sich selbst der Nächste. So wird immer diskutiert, wo man Geld sparen könnte. Solidaritätsbeitrag streichen? Der Osten ist doch sowieso besser ausgebaut als der Westen! Arbeitslosengeld kürzen? Wer nicht arbeiten will, hat kein Recht anderen das Geld abzuschöpfen. Vielleicht ist Leistungsgesellschaft so ein häßliches Wort, weil es die Menschen daran erinnert wie durchliberalisiert ihr Leben geworden ist. Was keinen Profit abwirft, hat keinen Wert. (more…)

Als der Sommer ging

November 12, 2009

Als der Sommer ging, nahm er mich mit. Er flog mit mir durch die halbe Welt und machte keine Anstalten zu halten. Ich ging mit einem sommerlich sonningen Lächeln und genoß seine Anwesenheit. Der Sommer hat mich nie alleine gelassen. Zumindest mich nicht.

Du sitzt an deinem Fenster in deinen warmen Sachen und sehnst dich nach dem Sommer zurück. Als der Sommer dich verließ, warst du zwar darauf vorbereitet, aber du wolltest doch nicht, dass er geht. An dem Ort, an dem du bist, wechseln die Jahreszeiten und der Sommer kommt nur gelegentlich zu Besuch. Du, als Kind des Sommers, mit deinem sonnigen Lächeln, hast dein Lächeln verloren, denn der Winter hat deine Gesichtszüge eingefroren. Aber ob du dem Sommer eine eisige Träne nachweinst, weiss ich nicht. Ich würde es mir wünschen. Vielleicht denkst du aber auch, dass ich dir den Sommer gestohlen habe. Ich ihn fortnahm und nicht er mich. Einem von mir gestohlenen Sommer würdest du sicher keine eisigen Tränen nachweinen. Dann würdest du auch sicher nicht an deinem Fenster sitzen und an den verlorenen Sommer denken. Du wärest draußen mit deinem Sommer-Lächeln, die Kälte schmelzen und die Jahreszeiten einfach weiterfließen lassen.  (more…)

Natsukashiness

Oktober 26, 2009

Natsukashii ist ein ziemlich japanisches Wort, beschreibt es doch ein Gefühl von Sehnsucht, das mit positiven oder auch bittersüßen Erinnerungen gefüttert sein, wobei ein Schuss Melancholie auch mal mitschwingen darf. Das ist zumindest mal meine eigenwillige Definition dieses Wortes. Das Gefühl hatte ich beispielsweise beim Empfang des DAAD, wo es schön Graubrot und Würstchen gab. Viel mehr hatte ich es aber jetzt dieses Gefühl von Natsukashiiness, als ein ganzer Schwall Erinnerungen mich zu überfluten begann. Leos kurze Mitteilung, dass Saya in Berlin sei und dort studiere, ließ mich auf eine Reise ins Jahr 2005 gehen. Eine Zeit, in der vielleicht mein Wunsch Japanisch zu studieren durch zwei Kinobesuche überhaupt erst entstand. Doch wer war eigentlich Saya? (more…)

Fremde

Oktober 15, 2009

Was heißt es fremd zu sein? Solltest du dich fremd fühlen, wenn dich alle komisch ansehen und auf Englisch ansprechen? Ich widersetze mich diesen Emotionen mit all meiner Logik. Als ich im Club in Naha war und alle mich für einen amerikanischen Soldaten hielten, machte mir das nichts aus. Bei 20 Deutschen auf der ganzen Insel sollte man sich nicht wundern, dass die Japaner es für unmöglich halten, dass man in einem Club auftaucht und keiner von 30 000 Amis is. Das machte mir nichts aus. Im Gegensatz zu meinen deutschen Mitstreitern, die sich über die japanische Interesslosigkeit beschwerten. Japaner würden halt gern mal nen kurzes Pläuschen halten, um dann schnell zu fliehen. Das Prinzip von uchi und soto, das die gesamte japanische Gesellschaft durchdringt, schlägt ebenso im Club durch. Ich dachte während dieser Erläuterungen die ganze Zeit, dass es doch in Deutschland nicht wirklich anders sei. Wenn man sich in Japan auf eine Bank setzt und dann der nächste Japaner nicht direkt neben einem sondern am Ende der nächsten Bank sitzt, dann kann der paranoide Ausländer durchaus das Gefühl bekommen, dass man sich distanzieren will. Die Frage, die ich mir dann immer stelle, ist: Wäre es in Deutschland anders? In Deutschland setzt man sich ja auch nicht gerade direkt neben einen Fremden. Das hat nichts mit Staatsangehörigkeit zu tun. Es gibt natürlich eine Aspekte, die man beachten muss. Japaner rennen einem nicht die Tür an, weil sie nicht mal abschätzen können, ob man überhaupt Japanisch spricht. Aber andererseits rennen sie auch nicht anderen Japanern die Tür ein. Fremd fühlt man sich in den komischsten Momenten. Ich fühle mich eigentlich ziemlich wohl  hier und genieße es eher mal „exotisch“ zu sein, als dass ich mich über komische Blicke beschweren würde. Man muss einfach mal ein paar gute Sprüche drauf haben. Heute hab ich zum Beispiel einer Japanerin entgegnet, wieso sie denn so langsam mit mir spricht, ob sie mich für geistig zurückgeblieben hält oder für ein Kind. Das verblüffte Gesicht war auf jeden Fall unbezahlbar und manchmal muss man einfach ein dreistes Arschloch sein und sagen, dass man weder Englisch noch irgendeine andere Fremdsprache außer Japanisch beherrscht. Das ist dann ein Schlag in die Fratzen der Vorurteile und verschafft einem selber ein wenig das Gefühl, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss. Der Affe im Zoo kann ja auch schon mal eine Bananenschale werfen, wenn ihm was zu viel wird. 😉 Fremd fühlte ich mich bisher nur einmal und das war heute, als ich nicht wusste, wie die Packung für die Onigiri richtig aufgemacht werden muss. Fremde ist wirklich eine treulose Hure.

Hass?

Oktober 13, 2009

Je mehr ich drüber nachdenke, je ferner du mir bist, umso mehr hasse ich dich. Dafür dass du mich alleine gelassen hast, obwohl ich nicht alleine sein wollte. Jeden Morgen lese ich deinen letzten Brief und er tut jedes mal weh, für mich ist er voller Ausreden, voller Lügen, ohne Erklärungen. Die Wahrheit verbirgt sich nicht hinter deinen unehrlichen Worten, aber sie verbirgt sich auch nicht hinter meinen hasserfüllten Gedanken. Die Wahrheit kennt keiner von uns beiden wirklich. Wahrscheinlich weisst du selber nicht, wieso du mich allein gelassen hast. In deinem Brief waren nur einige Worte, die besagten, was du vielleicht wirklich dachtest. Nämlich, dass es dir wichtiger war mich nicht zu verletzen als mich früher zu verlassen. Für diese Worte hasse ich dich. Ich hasse Mitleid. Erst recht brauche ich kein Mitleid von dir. Mitleid lindert meinen Schmerz nicht, Mitleid verspottet meinen Schmerz. Es ist wie immer. Den Schmerz kann ich nicht überwinden durch deine Worte, ich kann ihn nur vergessen, wenn es dich für mich nicht mehr gibt. Wenigstens hasse ich dich dann auch nicht mehr.