Archive for the ‘Literatur’ Category

„Norwegian Wood“ kommt in die Kinos

Februar 21, 2011

Ja, sowas kriegt man immer nur nebenbei mit. Die erste Literatur-Verfilmung von Murakami Haruki kommt in die Kinos. Natürlich nicht in Deutschland. Aber am 8. März in den USA und am 11. März in Großbritannien. Immerhin ist also eine englische Übersetzung gelungen. Das Buch „Naokos Lächeln“ (jap. Titel: Noruwei no mori in Anlehnung an den Beatles-Song „Norwegian Wood“) behandelte ich in einer kurzen Rezension bereits auf diesem Blog. Wie Herr Reich-Ranicki und Herr Karasek bereits im Literarischen Quartett befanden, handelt es sich hier um ein grandioses Werk. Diese Meinung teilten zwar nicht alle Mitglieder des Quartetts, aber dennoch gilt Murakami nicht zuletzt wegen des enormen Erfolges dieses Buches (10 Millionen verkaufte Exemplare von „Norwegian Wood“ weltweit, in 33 Sprachen übersetzt) als möglicher Nobelpreisanwärter. Der vietnamesische Regisseur musste Murakami Haruki ganze 4 Jahre belabern, bis dieser 2008 das Okay für die Verfilmung seines Bestsellers gab. Der Film lief unter anderem auf den Filmfestspielen in Venedig und wurde wohlwollend aufgenommen. Eine sehr interessante Rezension des Filmes las ich dann aber doch. Der Artikel „A handsomely made failure“ könnte die üblichen Befürchtungen bestätigen. Manche Bücher sind einfach eine zu gute Grundlage für eine Verfilmung. Bei allen Möglichkeiten, die das Medium Film bietet, bleibt gleichzeitig immer noch die Gefahr der Verkürzung und Monotonisierung. Die Dichte von Murakamis Werk kann der Film sicherlich nie und nimmer erreichen, allerdings zeigen bereits die Bilder des Trailers und Movie Shots, das dem Film eine sehr ästethische Bildsprache zu eigen ist, die sicherlich dem Regisseur zu verdanken sei.

Sobald die UK-DVD draußen ist, führe ich mir den Film mal zu Gemüte. Oder ich schau mir den Film direkt an, wenn ich nächsten Monat in Okinawa bin. 😉

Advertisements

Kafka am Strand – Murakami Haruki

April 23, 2009

kafka-am-strand2

Dieses Werk hat mir mein guter alter Freund Rojo empfohlen und ausgeliehen, sodass ich „Umibe no Kafuka“ (Originaltitel) während meines Urlaubs genießen konnte. Die über 600 Seiten wirken dabei wie Alice im Wunderland auf Speed. Murakami erschafft Traumwelten, in denen Realität und Traum wie im Mixer einer kochbesessenen Hausfrau vermengt werden. „Kafka am Strand“ ist allerdings kein einfacher Fantasy-Roman, es ist zwar ein zutiefst surreales Buch mit vielen Chiffren, zugleich aber auch voller intellektuellem Geist. Da wird hier mal Goethe zitiert, über Beethoven philosophiert, griechische Philosophen und Hegel durchgenommen. Das aber immer im alltäglichen Kontext. Die Szene, die sich in meinem Kopf eingebrannt hat, ist die, in der eine Prostituierte ihrem Freier beim Oralsex das Selbstbild bei Hegel erklärt. (Bei der Frau handelt es sich um eine Philsophiestudentin. Seit diesem Buch sehe ich Philosophinnen mit ganz anderen Augen 😉 )  (more…)

Das kleine Rotkäppchen

Februar 16, 2009

Man vergisst bzw. es ist einem gar nicht bewusst, dass die Grimmschen Märchen als Zielpublikum natürlich für ein eher kindliches Publikum umgeschriebene Volkserzählungen waren. Das Happy End in Rotkäppchen war vor der Erzählung der Gebrüder Grimm z.Bsp. in der Version des Franzosen Perrault nicht vorgesehen. Dass das naive Rotkäppchen und die Großmutter dann vom Jäger gerettet werden, ist auch dem Bild der Frau zu dieser Zeit geschuldet. Ich kam zum ersten Mal in Berührung mit der erwachsenen Rotkäppchen-Erzählung durch den erstklassigen Mamoru Oshii Anime „Jin-Roh“, in dem eben auch erzählt wird, wie das Rotkäppchen vom Fleisch und Blut der Großmutter isst und trinkt, welches der Wolf in den Schrank gestellt hatte und wie Rotkäppchen dann nackt zum Wolf ins Bett steigt. Sexuelle Motive und Kannibalismus sind in der Grimmschen Version natürlich weggefallen, trotzdem ist diese erwachsene Version doch durchaus lesenswert. (more…)

Haruki Murakami – Naokos Lächeln

März 24, 2008

Murakami Haruki gilt aktuell als der wohl beliebteste japanisch-sprachige Roman-Autor im Ausland. Ich Literatur-Banause konnte mich tatsächlich doch dazu durchringen mal 2 seiner Werke zu lesen.  „Wie ich eines schönen Morgens das 100%ige Mädchen sah“ ist eine Kurzgeschichten-Sammlung, bei der mich die titelgebende erste Geschichte komplett in ihren Bann zog, so gefühlvoll und tiefsinnig erzählt Murakami vom Verpassen der Liebe. (more…)

Literaturzitat

November 10, 2007

„It took me too long to realize that it was far more difficult to lick his wounds than to suck his cock.“ (Amy Yamada, Bedtime Eyes, Seite 1)

Jun’ichirô Tanizaki – kagi – Der Schlüssel

November 4, 2007

Selten habe ich ein Buch so verschlungen wie dieses 1956 erschienene Meisterwerk des Literaten Jun’ichirô Tanizaki. 243 Seiten verschlang ich an einem Tag, obgleich bis zur Besprechung dieses Klassikers noch Zeit ist. Ich habe am Morgen einen kleinen Blick hinein geworfen und dieser Roman hat mich von der ersten Minute an gepackt, ich kann dieses Buch wirklich jedem wärmstens empfehlen. So viel vorab: es geht primär um SEX.

(more…)

Mori Ôgai – Das Ballettmädchen – Eine Berliner Novelle

November 4, 2007

Hier mache ich mal meine Ankündigung wahr und stelle das erste Werk, das wir für das Seminar „Einführung in die moderne japanische Literatur“ lesen sollten.

(more…)