Archive for the ‘Übersetzungen’ Category

Ellegarden – Yubiwa (指輪)

März 3, 2011

Ich habe den Ring gefunden, den du früher immer haben wolltest, gefunden. Am Stadtrand in einem alten Geschäft, das ich zwar kannte, in das ich aber nie hineingegangen bin. Deine Fingergröße war doch die Nummer 9, oder etwa nicht? Das Einwickelpapier ist ein bisschen klein, oder? So was…

Wenn du nicht hier bist, hat nichts eine Bedeutung. Der Sternenhimmel, der vor der untergehenden Sonne verschwimmt, ist wirklich nur unnützer Kram. Auch die Tage, die du mir schenktest und die süßen Erinnerungen und deine Worte.

Diesen Menschen gibt es nicht mehr. Die Dinge, die man schätzen muss. Die mir verbliebene Zeit. Solche Dinge.

Wenn du nicht hier bist, hat nichts eine Bedeutung. Die angenehme Brise während der Sonnenstrahlen am Morgen ist auch nur noch unnützer Kram. Wenn du nicht da bist, ist die Welt nur eine leere Hülle.

Lass uns die Nächte verbringen, indem wir uns gegenseitig etwas erzählen. Wir verstanden uns so gut, dass uns das Verständnis bis in die Knochen durchdrang. Begegnungen, die bedeutungslos sind. Momente des Abschieds. Tage, die mich zum ersten Mal die brennende Sehnsucht in der Brust fühlen ließen.

Wenn du nicht hier bist, hat nichts eine Bedeutung. Warme Tage, neue Bekanntschaften. Alles unnützer Kram. Es wäre ausreichend, wenn nur du hier wärst. Aber das Schicksal ist eine fürchterlich zerbrechliche Sache.

Wenn wir uns das nächste Mal treffen sollten, übergebe ich dir den Ring. Wenn wir uns irgendwann mal treffen sollten, werde ich dich nie wieder gehen lassen.

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Musik aus Miyako – Shimoji Isamu (下地勇)

Januar 30, 2011

Miyako, das ist eine kleine Inselkette im Süden der Präfektur Okinawa, also doch schon ein ganzes Stück weit weg von Japan. Die eigentlichen Sprachen der Präfektur Okinawa, die Ryukyu-Sprachen, werden gemeinhin zu der japanischen Sprachfamilie gezählt, allerdings würde niemand von den Hauptinseln einen Sprecher der Ryukyu-Sprachen verstehen können. Der Wortschatz mit gemeinsamen Wortursprung beträgt ca. 50 bis 60 Prozent. Von einer Ryukyu-Sprache an sich kann derweil gar nicht geredet werden. Die Inselketten Miyako und Yaeyama sind derart weit südlich, dass zwar Verwandtschaft besteht, die Sprecher der unterschiedlichen Okinawa-Dialekte sich aber trotzdem nicht verstehen. Auf der Insel Miyako ist derweil das Problem des Aussterbens der Dialekte durch die Japanisierung der Inseln genau wie auf der Hauptinsel Okinawa gegeben. Handelt es sich doch ausserdem bei der Sprechergemeinschaft des Miyako-Dialekts um eine relativ kleine Gruppe. Während auch auf der Hauptinsel Okinawa versucht wird der Dialekt am Leben zu erhalten, singt der Sänger Shimoji Isamu ganz ausschließlich im Miyako-Dialekt. Dies ist wesentlich intensiver als wenn Bands einfach nur ein paar Okinawa-Wörter einstreuen. Ich persönlich muss sagen, dass ich kein einziges Wort verstehe, von dem was Shimoji Isamu singt, ABER da ich des Japanischen mächtig bin, kann ich die Untertitel lesen und den Text übersetzen.

Shimoji Isamu – Obaa 下地勇 おばぁ

„Mein Liebster, wieso hast du mich, ohne auch nur Lebewohl zu sagen, ganz allein gelassen und bist vor mir gestorben?“ Das Gesicht des kalt werdenden Ojii (Opa, auf Okinawa auch: alter Mann) streichelnd, beginnen aus obaas (Oma, auf Okinawa auch: alte Frau) Augen Tränen zu fallen.

„Obwohl wir bis heute durch alle Zeiten immer zu zweit gegangen sind. Wieso nur? Obwohl es hier und dort im Haus noch nach dir riecht, wieso schweigst du und stirbst einfach vor mir? Das Zuckerrohr, das du gepflanzt hast, das Feld, um das du dich immer gekümmert hast, die Pferde und die Ziegen, die du gehütet hast. Was soll denn aus mir werden, wenn du nicht mehr da bist? Bitte wach auf. Bitte wach auf, sieh mir ins Gesicht und lächle doch!“

Ihr Liebster starb und obaa verkaufte die Pferde und die Ziegen. So war ausser obaa niemand mehr im Haus. Wenn es Nacht wurde, aß sie ganz allein ihr Abendessen, während sie ob der Einsamkeit jeden Tag weinte. „Der Fisch, den du kochst, schmeckt am besten!“, sagtest du, während du Awamori (Okinawa-Schnaps) trankst und lachtest. Als wäre es erst gestern gewesen. „Ich koche dir so viele Fische, wie du willst. Wenn du nur wieder hierher zurückkommst…“

Die Zeit verging. Als der kühle Südwind zu wehen begann, richtete Obaa ihren gebeugten Rücken wieder auf. Keine Kinder und keine Verwandten mehr, um die sie sich kümmern müsse. Sie lächelte glücklich. Obaa , führ auch ab jetzt und für immer ein langes und gesundes Leben.

Speech Contest 2009 an der Ryûkyû Daigaku – 琉球大学における第21回留学生によるスピーチ大会

Januar 30, 2010

Freitag war ich nach meiner Moderation am Donnerstag schon wieder übelst nervös, weil ich meine 5-minütige japanische Rede beim Speech Contest halten durfte. Dafür wurde mir der wunderbare 39. Platz aus 47 zugeteilt, sodass ich wirklich 38 Reden hören durfte und dabei wie auf Kohlen saß. Dann wurde noch vor meiner Vorrednerin eine 10minütige Pause angesetzt, sodass ich mir fast ins Hemd machte, während ich mir mit meinem Tutor, der zu meiner Unterstützung kam, noch ein Kippchen auf dem Raucherbalkon gönnte. Die Lehrer machten dann auch ordentlich Druck, dass ich auch ja nicht versagen dürfte. Die Hoffnungen des deutschen Lagers lagen sowieso mal wieder bei mir. Meine Rede gehörte schließlich auch zu den witzigsten, denn die meisten hielten ziemlich ernste und teilweise auch sich thematisch wiederholende Reden. Ich hatte meine Rede zwar ordentlich gepaukt, musste aber vor Nervösität auch ab und zu ganz flugs auf mein Blatt gucken. Konzentrierend musste ich mich eher darauf die Pointen gut zu setzen und den doch relativ großen Teil an lebhafter Performance gut ins Publikum rüberzubringen. Der Titel meine Rede war „Vorurteile überwindender jirâ„. Das Wort jirâ ist das erste Wort, das ich aus dem großen Wortschatz der Okinawa-Sprache lernen durfte und ist ein ziemlich lustiges Wort, weil man es nach einem ironischen Scherz setzt, damit der Gegenüber versteht, dass das alles nur Spaß war. Bei der Preisverleihung ging es dann ans Eingemachte. Die drei ersten Plätze hielten alle Leute, aus dem obersten Sprachkurs. Aber es gab noch einige Sonderpreise, die insbesondere für besonders interessante Reden vergeben wurden, die nur vielleicht sprachlich nicht an das hohe Niveau der ersten Drei ranreichen konnten. Als der von uns Deutschen für seinen Ödipuskomplex wenig geliebte Franzose für seine Rede über die unendliche Tragödie des Mutter-Daseins einen Sonderpreis erhielt. Brach in den deutschen Reihen schon das Feuer der Rache aus. Wie konnte der für diese akzentlose, ewig traurige und einseitige Rede einen Preis bekommen? Die alten Gräben von Verdun drohten wieder aufzureißen, als ich dann nach vorne gerufen wurde und ebenfalls einen Sonderpreis mit dem Titel „Lasst uns mit Humor Vorurteile überwinden“ erhielt. Unendliches Glück, dass sich die ganze Mühe nun doch irgendwie gelohnt hat und das aus den deutschen Reihen dann doch jemand den Nationalstolz sichern konnte. Was folgt ist meine Rede in japanischer Originalfassung und deutscher Übersetzung.

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Song for~ HY

November 21, 2009

Wenn es einen Sinn haben soll, dass wir uns getroffen haben, dann sag ich mir, dass es nur in diesem Moment schmerzt. Der Schmerz in meiner Brust zeigt mir nur wie sehr ich dich liebe. Auch wenn ich mich mittlerweile vor dem Lieben fürchte, wäre es doch kein Problem, wenn du es wärst, den ich liebe.
Die Gefühle, die ich nicht unterdrücken kann, verschwinden nicht. Wie eine Uhr kann ich nicht zurückkehren. Dich, nur dich allein liebe ich. Die Tage an denen, ich dich nicht sehen kann und die Nächte, in denen ich nicht schlafen kann, gehen weiter. In unserer Liebe gibt es so viele schwierige Dinge.
Weil wir so oft aneinander denken, ist die Verbindung zwischen uns unzertrennlich. Aber ich warte auf diesen Tag, an dem du erwachsen geworden bist.
Auch wenn es auf dieser Welt so viele Menschen gibt wie dich, bin ich dir begegnet, habe mich verliebt und auch wenn ich mich an dieses Gefühl schon gewöhnt habe, kann ich dich nicht sehen. Ich will dich sehen. Ich will dich jetzt sehen, ich will dich einfach nur sehen.
Obwohl ich zu dir will, kann ich nicht. An die Trauer erinnert, muss ich stärker werden. Ich muss stärker werden.
Egal wie oft du mir sagst, dass du mich liebst, weiss ich nicht, was die Zukunft bringt. Die Unsicherheit wird dann wohl auch nicht verschwinden. Ich will dich sehen, will dich sehen, jetzt will ich dich sehen. Wenn wir uns sehen, umarme mich bitte fest.
Auch wenn es auf dieser Welt so viele Menschen gibt wie dich, bin ich dir begegnet, habe mich verliebt und auch wenn ich mich an dieses Gefühl schon gewöhnt habe, kann ich dich nicht sehen. Ich will dich sehen. Ich will dich jetzt sehen, ich will dich einfach nur sehen.

Damit sie dich erreichen

September 20, 2009

Dear my friend,

ich habe dir, die du im Himmel bist, einen Brief geschrieben. Bist du nicht einsam, wenn du dort alleine lebst? Fehlt es dir auch an nichts? Was wünschst du dir? Denkst du wenigstens ein Mal am Tag an mich? Die Blume, die wir gemeinsam gepflanzt haben, blüht genau jetzt. Du wirst zum Wind, der mich umhüllt. Du wirst zum Licht, das mich leitet. Darf ich dich zum Schluss noch eine Sache fragen? Kannst du mich von dem Ort, an dem du bist, sehen? Du wirst zum Wind, der mich umhüllt.Obwohl du jetzt fern bist, will ich dir nur diese Dinge mitteilen. Dear my friend, damit sie dich erreichen.

From your friend

Hideaki Tokunaga – saigo no iiwake

August 10, 2009

Hideaki Tokunaga gilt als eines der Urgesteine der japanischen Popwelt und ist besonders unter älteren Leuten sehr beliebt. Seine Lieder bestehen zum größten Teil aus sehr stillen und stimmbetonten Liebesliedern. Nachdem er 1986 sein Debüt mit einem Nr. 1-Album gab, nahm sein Einfluss gegen Ende der 90er wieder ab, in den letzten Jahren kam ein neuer Popularitätsschub, weil er drei Cover-Alben mit Songs von bekannten japanischen Pop-Künstlern aufnahm (unter dem Namen „Vocalist 1-3“), in denen er seine unverwechselbare Stimme zu bisher bekannten Liedern hinzufügte. Bestes Beispiel ist das allgemein bekannte „Can you celebrate“ von Namie Amuro.

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Vergangenheit und Wirklichkeit – Bonnie Pink

Juni 12, 2009

Kako to Genjitsu – Bonnie Pink

Für wen bin ich hierher gekommen?
Für wen warte ich?
Für wen habe ich diese Liebe?
Plötzlich fällt es mir ein und ich bleibe stehen.
Ich habe mich an einen fernen Tag erinnert.
Dinge, die sich nicht erinnern und Dinge, die sich geändert haben sind beide wichtig.
Süß und bitter leuchtende Dinge sind genau wie eine kaputte Gitarre. Der Ton, der nicht wieder zurückkehrt, wird für immer in meinem Herzen ertönen.

Was ich dir geben möchte, kann man nicht zählen.
Vergewissere dich dieses Moments in deiner Brust, mit deiner Hand und deinem Herzen, bevor er zerstört ist und zur Vergangenheit wird.

Die vielen Menschen, die in meiner Vergangenheit existieren, glauben nicht an die Wirklichkeit.
Sie laufen mir nicht über den Weg und sind auch nicht wach.
Ich habe keine Angst Fehler zu machen und vergesse meine Fehler nicht. Es ist jetzt noch wichtiger auf das Jetzt zu starren.
Der Traum von Morgen und die verblassende Erinnerung sind unzuverlässig, aber der jetzt auf dich prasselnde Regen ist eine Tränen, die man Wirklichkeit nennt.

Was ich dir geben möchte, kann man nicht zählen.
Vergewissere dich dieses Moments in deiner Brust, mit deiner Hand und deinem Herzen, in dem Moment, in dem ich dich umarme.

Kokia

März 18, 2009

Eigentlich dachte ich, dass ich schon vieles an (für mich relevanter) japanischer Popmusik kennen würde, tatsächlich hat mich jetzt ein Konzerttermin  nochmals wach gerüttelt und das Interesse für eine ganz besondere japanische Indepent-Künstlerin geweckt. Kokia (コキア; ihr Name „Akiko“ von hinten gelesen) kommt im Juni auf Europatournee und erscheint dann auch das erste Mal in Deutschland (in der „Blue Shell“ am 20. Juni). Zu meiner Freude ist dieser Konzerttermin in Köln (okay Freude und Köln vertragen sich bei mir sonst eher nicht, aber ich mache mal ne Ausnahme), also habe ich mir mal ein wenig Material der Dame angehört und hege nach ihren zwei Paris-Auftritten keine Zweifel an ihrer Europatauglichkeit. In Japan ist sie eher mäßig bekannt, was allerdings eher daran liegt, dass ihre Musik nicht dem klassischen J-Pop entspricht und bei ihr die klassisch ausgebildete Stimme (und weniger Beats) deutlich die vorherrschende Stellung einnimmt. Wie zufällig erschien genau heute ihr neues Album „KOKIA∞AKIKO〜balance〜„, in Eigenregie produziert und eingesungen, schließlich ist die Frau seit 2006 Independent und trägt für ihre künstlerischen Erzeugnisse die volle Verantwortung. Meine Hoffnung ist, dass das Konzert von Kokia in Köln nicht allzu überteuert sein wird. Die klassische Visual Kei-Klientel spricht sie nicht an und deshalb darf von einem ganz normalen und ruhigen Konzert die Rede sein. (Ja, mit dem Alter kann man die Blicke von Visu-Kindern auch nicht mehr so leicht wegstecken 😉 )  (more…)

Amuro Namie (安室 奈美恵)

März 9, 2009

Wenn man sich die immer wieder recht kurzlebige japanische Pop-Gemeinschaft anschaut, dann stechen nur wenige Namen wirklich raus. Viele Künstler verschwinden ebenso schnell wie sie gekommen sind. Einige Namen tauchen dann allerdings immer wieder auf, beispielsweise Utada Hikaru, Hamasaki Ayumi, SMAP, etc. Amuro Namie hält zwar nicht so viele Verkaufsrekorde wie beispielsweise Utada Hikaru, allerdings ist doch ihre Konstanz bemerkenswert. Sie ist die einzige Künstlerin, die 14 Jahre hintereinander mit einer Single in den japanischen Top 10 landen konnte. Diese Konstanz ist es dann auch, die Amuro Namie so besonders machen. Vor dem Auftauchen von Utada Hikaru und Hamasaki Ayumi galt sie als unangefochtene Königin des J-Pop, ihr Jahr war das Jahr 1997, als sie mit „Can you celebrate?“, einem Song, der das Gefühl carpe diem auf die Liebe übertrug, die erfolgreichste Single ihrer Karriere veröffentlichte. Mit weit über 2 Millionen verkauften Exemplaren belegt dieses Lied Platz 14 der erfolgreichsten Singles der japanischen Musikgeschichte. 1998 fing dann die Krise an, sie heiratete und bekam ein Kind, was ihr in gewisser Weise den Status als Vorbild für Teenager nahm. Sie fing sich erst später wieder, konnte allerdings nie wieder an ihren Erfolg „Can you celebrate?“ anknüpfen. Um wieder CDs verkaufen zu können, änderte sie ihren Stil hin zu hartem R’n’B und richtete sich somit auch eher an eine erwachsenere Zielgruppe, der sie ja mit mittlerweile 31 Jahren selber angehört. In ihrer Heimat Okinawa genießt die Sängerin nach wie vor Kultstatus und wird auch weiterhin verehrt.

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Bajm – Myśli i słowa

Februar 25, 2009

Das Lied „Gedanken und Worte“ der polnischen Band „Bajm“ aus dem Jahr 2003, aber hier live gespielt in Krakau auf vorletztem Sylvester. Ich hab mich mal an einer (sehr romantischen ;-)) Übersetzung versucht.

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